Fürchte auch die Langeweile – Fear the Night Blu-ray Kritik

Sagt euch der Begriff Home-Invasion etwas? Prinzipiell handelt es sich dabei um Geschehnisse, in welchen Menschen mit böser Absicht versuchen in das Haus harmloser und auch ahnungsloser Bewohner einzudringen. Im deutschen würden man diesen Begriff wohl mit Hausfriedensbruch übersetzen. Meist steht hierbei das Ergattern wertvoller Güter oder seltener Sammlerstücke im Vordergrund. Auch im Bereich von Filmen gibt es ein Untergenre, in welchem Home-Invasions den Mittelpunkt der Geschichte bilden. Fear the Night von Regisseur Neil LaBute und mit der Schauspielerin Maggie Q ist einer davon.

Der Film im Verleih bei Splendid Film wurde hierzulande nun am 6. Oktober 2023 auf Blu-ray und DVD veröffentlicht. Passend zu diesem Release haben wir die Blu-ray Fassung für eine Kritik zugesendet bekommen. Warum ich persönlich Fear the Night aber als relativ langweilig empfand und warum der Film sein komplettes Potential verspielt, erfahrt ihr in dieser Kritik.

Was soll schon passieren?

Tess, eine erfahrene Kriegsveteranin, nimmt an einem fröhlichen Junggesellinnenabschied im entlegenen Landhaus ihrer Familie teil. Doch die Party endet abrupt, als maskierte Unbekannte auftauchen und zwei Gäste mit Pfeil und Bogen töten. Tess realisiert schnell, dass die Angreifer keine Zeugen dulden werden, und setzt alles daran, sich mit ihrem Kampfwissen zu verteidigen und die Nacht zu überstehen.

Ich glaube eine so kurze Inhaltsangabe habe ich bisher in noch keiner Kritik geschafft. Das hat aber auch einen Grund, denn die Geschichte von Fear the Night ist tatsächlich relativ unkompliziert und verzichtet auf eine tiefe Charakterzeichnung. Alle Figuren im Film bleiben unglaublich plump und es wird einem die Chance verwehrt sich an die beteiligten Frauen, sowie deren Hintergründe zu binden.

Lediglich Tess und ihre Schwester bekommen etwas Tiefe durch ihren ständigen Streit und die damit verbundene Vergangenheit. Die anderen bekommen – wenn überhaupt – einen Satz zu ihrer Vergangenheit dürfen sich aber nicht über den Charakterzug einer kreischenden Frau hinaus entwickeln. Vor allem ist es witzig, dass durch das Verhalten der Frauen direkt ermittelt werden kann, wer wohl im Verlauf der Geschichte das zeitliche Segnen wird.

Generell ist das nur eins von vielen Problemen von Fear the Night. Der Film ist einfach langweilig. In der ersten Hälfte trottet die Geschichte langsam vor sich her und schafft es nicht wirklich Emotionen zu erzeugen oder irgendeine Art der Atmosphäre aufzubauen. Wenn der betitelte Thriller dann in der zweiten Hälfe doch mal etwas spannend wird, bekommt man das Gefühl einen generischen Home-Invasion Film zu sehen, da es den Ereignissen ständig an Kreativität mangelt und jeder Schritt der Figuren leicht vorausgeahnt werden kann. Hier hilft es nicht eine Badass-Veteranin als Hauptfigur einzusetzen, wenn sie bis zum Ende gar nicht viel Möglichkeiten bekommt, ihre ganzen Fähigkeiten zur Schau zu stellen.

Doch nochmal neu besetzen?

Auch die Inszenierung des Films ist wirklich schwach und durchzogen mit Fehlern, die hätten vermieden werden können. Das ständige Anzeigen der Zeit wird auf Dauer etwas nervig und unterbricht zu oft spannende Momente, welche mit etwas Zeit vielleicht einen wirklichen Thriller aus Fear the Night hätten machen können. Warum man sich für so eine billig wirkende Schriftart entschieden hat, versteh ich dann irgendwie auch nicht.

Weiterhin ist das Schauspiel der Figuren an einigen Stellen total mies. Versteht mich nicht falsch – Maggie Q als Hauptrolle ist in diesem Film noch die beste Wahl des Regisseurs. Bei ihr hatte ich immer das Gefühl echte Emotionen zu sehen. Bei den Nebencharakteren ist das leider nicht der Fall. Zu oft wird man von deren unechter Angst aus dem Flow gerissen und auch fangen diese an sich oftmals ganz komisch in bestimmten Situationen auszudrücken. Ich will nicht wissen, wie der Film im Original klingen mag, aber zumindest die deutsche Synchronisation wirkt hier an vielen Punkten wie eine Rettung für die Schauspieler.

Aber um doch mal auf einer positiven Note zu Enden: wenn der Film es schafft doch mal etwas brutaler zu wirken, dann kann er echt gute Szenen auf den Bildschirm bringen. Wenn die von Maggie Q verkörperte Tess am Ende von Fear the Night auf eine Art „Rampage“ geht, dann macht der Film plötzlich Spaß und kann mit seinem geringen Maß an Gore und den damit verbundenen Morden an den Bösewichten klar überzeugen. Davon hätte ich gerne mehr gesehen.

Zur Blu-ray selbst gibt es nicht viel zu sagen. Extras gibt es keine. Dafür zeigt sich Fear the Night in gestochen scharfem HD und überzeugt mit einer tollen Optik, welche uns den leider nicht so guten Film in klarer Auflösung schauen lässt.

Fazit zu Fear the Night:

Fear the Night ist ein Film, welcher trotz des vielversprechenden Home-Invasion-Themas enttäuschend ist. Die Handlung bleibt einfach und oberflächlich, ohne tiefe Charakterentwicklung, und die Figuren wirken plump. Die Geschichte trottet in der ersten Hälfte langsam vor sich hin, ohne Emotionen oder Atmosphäre zu schaffen, und in der zweiten Hälfte wird sie zu einem generischen Home-Invasion-Film, dem es an Kreativität mangelt. Selbst die Hauptfigur, eine Badass-Veteranin, kann ihre Fähigkeiten nicht wirklich zur Schau stellen.

Die Inszenierung des Films ist schwach und das Schauspiel der Nebencharaktere wird als mangelhaft empfunden. Ich möchte jedoch hervorheben, dass der Film in brutalen Szenen, insbesondere in den Momenten, in denen Maggie Q im Rampenlicht steht, überzeugen kann. Die Blu-ray selbst bietet keine Extras, zeigt den Film jedoch in gestochen scharfem HD und beeindruckender Optik, obwohl der Film insgesamt als enttäuschend bewertet wird.

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