Evil Dead: The Game bei uns im Test

Holt die Kettensäge raus, es wird wieder Zeit Dämonen zu töten! Am 13. Mai 2022 bekamen wir endlich das Spiel zum berühmten Franchise Evil Dead von Sam Raimi und durften selbst in die Schlacht gegen Dämonen ziehen – oder Menschen das Fürchten lehren. Evil Dead: The Game verspricht hierbei allerfeinste asymmetrische Multiplayer-Action im Stile von Dead by Daylight. Neben Inhalten aus den drei Originalfilmen, habt ihr auch die Möglichkeit Charaktere und Ereignisse aus der Serie Ash vs Evil Dead zu erleben. Zudem gibt es das Spiel auf allen modernen Plattformen, wobei die Nintendo Switch Fassung zu einem späteren Zeitpunkt nachgereicht wird. Wir selbst haben die PlayStation 5 Version getestet. Kann das Spiel nun aber überzeugen oder wird der Titel ein Flop wie Friday the 13th: The Game vor ihm? Wir finden es für euch heraus!

Schnell gelernt, schnell verstanden

Im Menü haben wir die Auswahl zwischen dem Hauptmodus, Einzelspieler-Missionen, dem Tutorial oder der Sammlung. Wir sind Neulinge, also sollten wir am besten das Tutorial starten. Was wollen wir zuerst ausprobieren? Dämonen oder Menschen? Lasst uns doch mit Menschen starten und danach die Dämonen ausprobieren. Erstmal Steuerung lernen, dann Waffen verstehen und dann auch noch den gesamten Gameplayloop verinnerlichen. Macht bisher viel Spaß. Jetzt Dämonen ausprobieren. Ähnliches Tutorial, aber ich fühle mich als hätte ich verstanden, was ich tun muss. Fertig.

Diese kleine Einleitung sollte euch vermitteln, wie aus meiner Sicht der Spieleinstieg stattfand. Und ich muss ja zugeben, das Tutorial war so gut aufbereitet, dass ich schnell alles gelernt und auch schnell alles verstanden habe. Natürlich spielt sich das Ganze gegen echte Spieler etwas anders, aber zumindest verstehe ich die einzelnen Mechaniken und weiß, was ich ungefähr zu tun habe. Selten hat mich ein asymmetrischer Multiplayer so gut an die Hand genommen und mir gezeigt, was es alles zu tun gibt. Und das gute: habt ihr keinen Bock auf das Tutorial, lasst es einfach. Ihr seid nicht verpflichtet, diese Option in Anspruch zu nehmen.

Kann man auch gewinnen?

Kommen wir nach dem Einstieg doch aber mal zum Elefant im Raum – der Multiplayer Modus (oder auch der Hauptmodus). Wählt ihr den dazugehörigen Menüpunkt aus, habt ihr die Wahl als Mensch oder Dämon zu spielen. Wahlweise gegen KI-Spieler oder echte Menschen. Auch habt ihr die Wahl, ein benutzerdefiniertes Spiel zu starten, welches ihr nach euren Regeln gestaltet. Im Spiel angekommen, müsst ihr zuerst einen Dämonen oder einen Charakter aus 4 Klassen auswählen. Überraschenderweise spielen sich Dämonen, wie auch Menschen recht unterschiedlich, wobei ihr besonders als Überlebende eine gute Gruppenzusammenstellung garantieren müsst. Dann heißt es als Menschen Karten einsammeln, Waffen aufnehmen und Dämonen kloppen, während der Dämon diese suchen muss und mit seiner eigenen Armee bekämpft. Ich bin kein Profi, wenn es zu solchen Spielen kommt, ich hatte aber das Gefühl, dass das Spiel recht ausgeglichen ist, wodurch jede Runde immer wieder auf beiden Seiten Spaß gemacht hat. Obwohl ich meist mit Randoms zusammengewürfelt wurde, hat der Ablauf recht gut funktioniert, es sei aber gesagt, dass ihr als Menschen unbedingt zusammenbleiben solltet, um kein leichtes Futter zu sein.

Der Dämon hat sehr viele Möglichkeiten, die Menschen zu töten und zu verängstigen, was schön in Szene gesetzt wird, vor allem aber durch ständige Upgrades immer mehr an Spaß gewinnt. Die Menschen können sich zwar auch upgraden, jedoch nur, wenn sie die dafür benötigten Items finden. Ich verstehe nicht ganz, warum das so geregelt wurde. Während nämlich Dämonen stetig stärker werden, ist es als Menschen schwierig ohne genug Erkunden an Kraft zu gewinnen, was oftmals dazu führt, dass der Dämon schnell über den Menschen steht. Hier müsst man vielleicht etwas nachbessern. Was dadurch für die Menschen von Vorteil sein kann, ist, dass sie nicht nur Kumpanen hochhelfen können, sondern auch diese nach dem Tod am Altar wiederbeleben können. Insgesamt also spannende Kämpfe, die sich nur selten unfair anfühlen und generell eine Menge Spaß garantieren.

Etwas anders sieht es bei den Einzelspieler-Missionen aus. Von diesen gibt es insgesamt 5 und stellen Ereignisse der Filme nach – leider nicht in Zwischensequenzen, dafür aber mit hübschen Bildern. Eine wirkliche Story gibt es damit nicht und da es sich nur um Ausschnitte handelt, würde ich es nicht als „Handlung“ sondern eher als Fanservice bezeichnen. Weiterhin sind diese Missionen verdammt schwer und lassen keinen Spielraum für Fehler. Gerne könnte es die Auswahl von Schwierigkeitsgraden geben, da es zum derzeitigen Zeitpunkt einfach unglaublich nervenaufreibend ist und dadurch nicht wirklich den Spielspaß fördert.

Wie in den Filmen!

Eine wichtige Frage steht nun aber aus: lohnt sich das Spiel als Fan der Filme und der Serie. Ich muss sagen, dass es sich definitiv lohnt. Nicht nur ist Bruce Campbell in seiner Rolle wieder einmal fantastisch, auch ist die Auswahl an Skins und Charakteren unglaublich hoch für so ein kleines Franchise. Als Ash Kettensägen an die Hand zu bauen oder mit den Rittern und Schwertern zu kämpfen gleicht einem Traum. Hierbei hilft der unvergleichliche Soundtrack, welcher sich zwar oft wiederholt, durch die zugrundeliegenden Lizenzen aber allemal lohnt. Ach wie lange ich doch im Menü ausgeharrt habe…

Auch die Grafik kann sich sehen lassen. Klar, kann das Spiel nicht unbedingt mit modernen AAA Spiele mithalten. Die Entwickler haben es aber geschafft eine dichte Atmosphäre zu schaffen, welche sich mit den Filmen vergleichen lässt. Hier und da hätte man bestimmt mehr Teile der Filme einbauen können, das ist aber Meckern auf hohem Niveau und dadurch dem Spiel nicht negativ auszulegen.

Was dem Spiel negativ auszulegen ist, hängt mit dem Umfang zusammen, welcher doch insgesamt etwas klein ausfällt. Mit 39,99 € ist der Titel nicht teuer und läuft auch insgesamt recht rund, doch nach bereits 10 Stunden hatten wir das Gefühl alles gesehen zu haben, weshalb hier hoffentlich mehr Inhalt in den nächsten Wochen folgt. Inhalt ist zwar in Form von unzähligen Upgrades einzelner Charaktere und Dämonen gesichert und wird über ein Levelsystem auch erweitert, ein solches Spiel fällt und steht aber mit hinzukommenden Updates. Schaffen es die Entwickler nicht rechtzeitig auf Feedback der Community zu hören oder das Base-Game regelmäßig zu erweitern, wird das Spiel nicht lange bestehen und wahrscheinlich schneller fallen, als sich Entwickler und Publisher erhoffen. Schließlich handelt es sich hierbei hauptsächlich um einen Multiplayer-Titel.

 

85%
Blutig, gruselig, stark!

Evil Dead: The Game ist ein fantastisches asymmetrisches Multiplayer-Spiel, welches der Grundlage treu bleibt und den perfekten Weg gefunden hat, Lizenz mit Gameplay zu kreuzen. Im Multiplayer muss das Gameplay noch geringfügig angepasst werden und die Einzelspieler-Missionen sind eher schwer als spaßig, aber vor allem die Einbindung der Musik und dem Fan-Service sollten Fanherzen höher schlagen lassen. Wer mit einem geringeren Umfang zu Beginn klarkommt und ein grafisch hübsches Spiel mit einer dichten Atmosphäre genießen will, der kann mit Evil Dead: The Game nichts falsch machen!

  • Grafik
  • Sound
  • Gameplay
  • Umfang
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