PICO 4 – Virtual Reality Brille im Test

Endlich durften wir von Games-Mag auch mal in andere Hardware-Sphären eintauchen und dank der freundlichen Unterstützung von PICO durften wir die PICO 4 Virtual Reality Brille genauer unter die Lupe oder sagen wir besser Linse nehmen. Wir haben zwei Monate intensiv probiert, gespielt und sind in virtuelle Welten verschwunden. Doch das alles und noch viel mehr lest ihr in den folgenden Zeilen.

Die PICO 4 will für ein schnelles VR-Erlebnis sorgen und bringt somit kaum irgendwelche großartigen Aufgaben mit. Ihr packt die Brille aus dem Karton und setzt sie auf und schon kann es losgehen. Es ist ein wenig überspitzt dargestellt, aber viel machen müsst ihr wirklich nicht. Natürlich solltet ihr die PICO 4 gut an euren Kopf anpassen, dafür sorgt der Regler an der Rückseite. Dieser sorgt für einen festen Halt und kein Verrutschen. Brillenträger dürfen sich ebenfalls freuen, denn es gibt einen Brillenabstandshalter im Lieferumfang dazu. Der funktioniert ebenfalls super einfach und lässt sich ganz einfach mit einem Klick befestigen.

PICO 4 mit versteckten Einstellungen

Viele stundenlange VR-Sessions können natürlich für Schwindel und dem typischen Motion Sickness Gefühl sorgen. Dafür gibt es eine kleine Abhilfe, die etwas versteckt ist. Schaltet im Menü unter PICO-LAB unbedingt die 90 Hz Einstellung ein, damit wird dieser Effekt nämlich ein wenig abgemildert. Standardmäßig ist es auf 72 Hz eingestellt. Und wenn ihr Spiele habt wo ihr euch im Spiel selbst viel bewegen müsst bzw. laufen müsst solltet ihr immer versuchen auf einer Stelle zu laufen , auch das sorgt für weniger Schwindelgefühl. Wenn alle Stricke reissen holt ihr euch Reisetabletten aus der Apotheke – aber das sollte nicht Sinn der Sache sein.

Die PICO 4 bringt neben der kleinen und leichten Brille auch zwei Controller mit. Diese werden mit zwei AA-Batterien gefüttert und sind mit einem Knopfdruck betriebsbereit. Am Anfang ist es alles ein wenig umständlich und ihr müsst erstmal schauen wie ihr diese Controller am besten nutzt. Aber nach einer Weile sind sie euren zweiten Hände und sind problemlos bedienbar. Nachdem ihr die Brille aufgesetzt habt schaltet ihr sie mit einem Tastendruck auf der rechten Seite der Brille ein.

Ohne Begrenzung wird es eng auf dem Spielfeld

Nun habt ihr viele Einstellungsmöglichkeiten die euch zunächst wahrscheinlich ein wenig erschlagen werden. Allerdings sind diese immens wichtig damit ihr hinterher auch ein cooles Spielgefühl erleben könnt. Bei einer VR-Brille ist die Umgebung das Wichtigste. Deswegen könnt ihr direkt zu Anfang eine VR-Begrenzung oder eine Spielfläche erstellen. Das funktioniert ebenfalls Schritt für Schritt und ist selbsterklärend. Zeichnet selbst eine Linie um den Bereich um die Begrenzungen zu setzen. Achtet dabei darauf das keine Gegenstände in der Nähe sind, damit später keine Unfälle passieren.

 

Habt ihr das alles erledigt betretet ihr dann schon nach wenigen Minuten die virtuelle Welt. Wer noch nie eine VR-Brille genutzt hat wird begeistert sein. Denn die normalen Welten sind ausgeschaltet. Schaut euch erstmal um und nutzt euren Kopf dazu euch zurechtzufinden. Dann geht ihr erstmal in den Einstellungen und stellt wie oben erwähnt im PICO Lab die 90 Hz Unterstützung ein. Außerdem registriert ihr euch mit euren Daten und erstellt ein Spielerkonto. Natürlich solltet ihr auch eine gute Verbindung zum Internet haben und möglichst eine 5 Ghz Internetverbindung nutzen.

Erschlagen von der VR-Welt

Habt ihr auch das erledigt habt ihr die Einstellungsgeschichte schon hinter euch gebracht und ihr dürft die nächsten Türen zur virtuellen Welt öffnen. Zunächst ist es alles ein wenig viel und ihr wisst gar nicht wo ihr zuerst hinschauen sollt. Die PICO 4 lässt sich im Sitzen und im Stehen steuern. Wenn ihr Spiele spielt solltet ihr allerdings immer im Stehen spielen, da ihr sonst die Begrenzungen nicht richtig nutzen könnt. So erreicht ihr bei manchen Spielen gewisse Dinge im Sitzen nicht oder könnt nicht so ausholen wie im Stehen.

Nun hat die PICO 4 von Haus ein Stoffvisier dabei. Es ist angenehm zu tragen und liegt auch gut auf den Augen auf. Allerdings ist es nach mehreren Stunden spielen schnell verschwitzt und lässt auch noch ein wenig Licht durch. Das kann an manchen Stellen extrem nervig sein und trübt den Spielspaß. Abhilfe gibt es da bei Amazon, dort gibt es einen Aufsatz aus Kunstleder. Dieser sorgt für kompletten Verschluss und bringt keinen Lichtschimmer mehr durch. Kostet knapp 30 Euro und können wir nur empfehlen.

Gewicht gut verteilt

Die PICO 4 Virtual Reality Brille wiegt 586 Gramm und ist jetzt von der Zahl kein Leichtgewicht. Allerdings sind die Gewichte der Brille so gut verteilt das es beim Tragen wirklich nicht auffällt und ihr kein störendes Gefühl habt. Auch nach mehreren Stunden tragen gibt es keinerlei Probleme. Das haben die Macher wirklich gut gelöst. Auch die Optik der Brille selbst ist gelungen und könnte ein Zwillingsbruder der Meta Quest 2 sein. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

Nach all dem ganzen Vorgeplänkel und den vielen Einstellungen wollen wir doch mal in den Store gehen und schauen was es da alles so gibt. Wir haben für unseren Test direkt fünf Spiele dazubekommen, die wir natürlich gleich kurz vorstellen werden. Im Store findet ihr nicht nur Spiele sondern auch VR-Videos oder andere interessante Anwendungen. Wir haben direkt mal YouTube VR ausprobiert und es war faszinierend. Ihr fühlt euch wie in einem Kinosaal und schaut euch die Videos an.

Sound ein wenig schwach

Leider ist der Sound der PICO 4 nicht ganz so gelungen und bringt nicht wirklich Wumms auf die Ohren. Dafür könnt ihr aber einen Bluetooth Kopfhörer anschließen. Leider gibt es bei der Brille keinen Klinkenanschluss. Hier kann die Meta Quest 2 deutlich mehr überzeugen und bietet einen klaren und coolen Sound, Das Menü der beiden Brillen ist ebenfalls fast täuschend ähnlich, auch wenn es bei der Meta Quest 2 viel mehr Inhalte gibt. PICO will aber immer wieder nachlegen und verspricht weitere Inhalte im nächsten Jahr,

Kommen wir nun aber zu den Spielen und das Gefühl der virtuellen Realität. Wir haben zu der PICO 4 Brille noch sieben weitere Games dazubekommen. Dabei handelt es sich um Arizona Sunshine, Eleven TableTennis, Green Hell VR, Pistol Whip, Walkabout Mini-Golf, Warplanes: Battles over Pacific, Les Mills Bodycombat . Diese werden wir euch nun etwas genauer vorstellen.

Spiele, Spiele, Spiele

Arizona Sunshine zählt zu den beliebtesten Titel in der Virtual Reality Welt und darf auch auf der PICO 4 nicht fehlen. Mittlerweile wurde bereits der zweite Teil veröffentlicht. Der Zombie-Shooter kann auch auf der PICO 4 absolut überzeugen und zeigt welche Kraft in der virtuellen Realität steckt. Allerdings solltet ihr diesen Titel als VR-Anfänger eher etwas später intensiver spielen. Wir empfehlen euch erstmal klein anzufangen und eher „ruhigere“ Spiele für den Anfang zu nehmen.

So ein ruhigeres Spiel ist definitiv Walkabout Mini-Golf welches wirklich unglaublich viel Spaß macht. Ihr spielt auf mehreren fantasievollen Mini-Golf Bahnen um die beste Punktzahl und könnt dabei auch online gegen andere Spieler antreten. Dabei konnten wir auch die Mikrofon Unterstützung ausprobieren die hervorragend funktioniert hat. So entwickelte sich beim Spielen direkt ein Gespräch und wir hatten unseren ersten Freund auf der der Freundesliste. Entspannter und cooler habt ihr sicherlich noch nie Mini-Golf gespielt.

Bei Pistol Whip geht es dann wieder im wahrsten Sinne des Wortes drunter und drüber. Ausgestattet mit einer oder zwei Waffen lauft ihr durch verschiedene Level und erledigt eure Gegner und müsst dabei noch Hindernissen aus dem Weg gehen. Hier ist voller Körpereinsatz geboten und ihr kommt auch schnell ins Schwitzen. Spielt solche Spiele allerdings immer im Stehen, sonst ist Frust vorprogrammiert. Auch wenn viele Spiele auch im Sitzen nutzbar solltet ihr VR-Games immer im Stehen spielen.

Bei Warplanes: Battles over Pacific könnt ihr direkt feststellen ob ihr das Motion Sickness Problem habt und euch beim Spielen schnell schlecht wird. Denn hier nehmt ihr Platz in einem Flieger und müsst eure Gegner vom Himmel holen. Klasse umgesetzt und es vermittelt einen wirklich ein wahnsinniges Gefühl. Wer allerdings nicht schwindelfrei ist wird seine Probleme bekommen.

Mit Eleven Table Tennis holt ihr euch die Tischtennisplatte in euer Wohnzimmer und spielt schnelle Runden. Auch hier eine geniale Umsetzung die ein wenig Eingewöhnung braucht. Habt ihr aber den Aufschlag und die Schläge verinnerlicht erinnert dieses Spiel wirklich an ein echtes Tischtennis-Spiel. Auch die Umgebungen sind perfekt gestaltet und werden durch klasse Soundeffekte abgerundet. Für uns ein echtes VR-Highlight.

Green Hell VR ist ein Survival-Game welches sehr komplex dargestellt wird und viel Zeit braucht. Einfaches loslegen ist hier nicht. Ihr müsst euch an die Steuerung und auch an die Umgebung gewöhnen. Allerdings lohnt sich der Aufwand – denn dieses Spiel zeigt euch dann deutlich seine VR-Muskeln und überzeugt mit vielen tollen Überraschungen und einem langen Spielspaß.

Beim letzten Spiel geht es um die Fitness. Bei Les Mills Bodycombat könnt ihr euch fit halten und schauen ob eure Bewegungen noch gut funktionieren. Auch ein tägliches Training ist dabei und sorgt dafür das ihr ins Schwitzen kommt. Verschiedene Aufgaben sorgen dabei für Abwechslung und bringen eure müden Knochen wieder auf Vordermann. Gerade für solche Games ist die PICO 4 VR-Brille perfekt geeignet und überzeugt dabei auf ganzer Linie.

PICO Store lädt zum Stöbern ein

Im PICO Store gibt es noch weitere Spiele, Apps und auch die Demos. Bevor ihr euch ein Spiel zulegt könnt ihr es vorher erstmal ausprobieren. Wir selbst haben uns später einige weitere Spiele geholt, wobei uns der Job Simulator stundenlang an die VR-Brille gefesselt hat. Ein simples Spielprinzip mit so vielen Möglichkeiten und Spaß gibt es selten. Egal ob ihr im Büro, in der Auto-Werkstatt oder im Restaurant arbeitet. Dieses Spiel sollte unserer Meinung in keiner guten VR-Sammlung fehlen.

Die technischen Spezifikationen der PICO VR Brille findet ihr auf der offiziellen Website.  Doch was sind nun die Vorteile der PICO 4 gegenüber der Meta Quest 2 ? Das fängt erstmal schon mal beim Preis an. So ist die PICO 4 VR-Brille unter anderem bei Amazon bereits ab 350 Euro erhältlich.  Die Meta Quest 2 ist zwar schon ab 299 Euro erhältlich, allerdings gibt es mittlerweile auch schon die weiterentwickelte Meta Quest 3. Diese kostet allerdings schon 549 Euro und ist deutlich teurer als die beiden anderen Modelle.

Wir finden allerdings das die PICO 4 ein starkes Gesamtkonzept bietet und VR-Fans glücklich machen wird. Es gibt zwar nicht so viele Inhalte wie bei der Meta Quest Brille allerdings versprechen die Entwickler das es immer wieder neuen Nachschub geben wird.  Auch die Akkulaufzeit kann sich durchaus sehen lassen und dank der Schnellladefunktion ist die Brille auch schnell wieder aufgeladen.

Jeder empfindet die virtuelle Realität anders und deswegen ist es schwierig es explizit zu bewerten. Man sollte es vielleicht mal ausprobieren und schauen ob diese Art von Spielen überhaupt für euch geeignet ist. Nicht jeder schafft es stundenlang in den virtuellen Welten zu verschwinden und hat verschiedene Probleme. Ich selber hatte mit der ersten VR-Brille von Sony echte Probleme mit Motion Sickness, die besonders bei Resident Evil aufgetreten sind. Das fand ich wirklich schade, weil dieses Spiel ein absoluter VR-Kracher ist. Leider gibt es dieses Spiel (noch) nicht für die PICO 4.

Und wir finden es toll das die PICO 4 sofort startbereit ist und keine Kabel oder sonstige nervige Anschlüsse braucht. Ihr setzt die Brille auf und es kann losgehen. Und schon nach wenigen Sekunden findet ihr euch in komplett anderen Welten wieder. Ihr müsst euch für das Benutzerkonto der PICO allerdings registrieren und die Datenschutzeinstellungen sind da schon ein wenig schwammig. Wer da eher mehr drauf achtet der sollte vielleicht etwas vorsichtiger sein. Das hätte man sicherlich besser lösen können.

Fazit:

Die PICO 4 VR-Brille ist günstig, bietet eine Menge Funktionen und kann durch ein tolles Display und einen hohen Tragekomfort überzeugen. Auch nach stundenlangen VR-Sessions gibt es keine Probleme. Das Motion Sickness oder den Schwindel kann man nicht beurteilen, da jede Person anders auf die Bilder bzw. die VR-Brille reagiert. Wir hatten glücklicherweise keinerlei Probleme damit und konnten uns auch nach vielen langen Stunden in die Welten hineinversetzen.

Wenn der PICO Store nun noch mehr Inhalte bekommen, der Sound kräftiger wäre und es bei den Datenschutzeinstellungen ein paar mehr Einstellungen geben würde dann wäre die PICO 4 sicherlich die beste VR-Brille auf den Markt. So ist sie aber immer noch ein absolutes Highlight und muss sich vor der Konkurrenz absolut nicht verstecken.

Ein Dank geht an PICO die uns ein Testmuster der PICO 4 VR-Brille für unseren Test zur Verfügung gestellt haben.

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