Twin Mirror bei uns im Preview

Mystery-Thriller der Life is Strange-Macher

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Dieses Jahr hatte Bandai Namco wieder einige verheißungsvolle Titel im Gepäck als sie die Gamescom betraten. Wir hatten einen wirklich langen und ausführlichen Termin bei ihnen und durften unter anderem Twin Mirror anzocken. Dabei handelt es sich um das neue episodische Adventure-Projekt von Dontnod Entertainment, die wir inzwischen alle besonders durch Life is Strange kennen und lieben gelernt haben. Doch in diesem Mystery-Adventure liegt der Fokus nicht auf Teenie-Drama, sondern auf dem Lösen von kniffligen Rätseln, die teilweise schon an die ziemlich guten Sherlock Holmes-Spiele erinnern.

Twin MirrorWird Twin Mirror der nächste Mystery-Hit?

Die Geschichte kommt, im Gegensatz zu der in Life is Strange, direkt ziemlich düster daher. Denn Twin Mirror handelt von Sam, einem Mann der ungefähr Ende 20, Anfang 30 sein dürfte und wegen eines Todesfalls zurück in seine alte Heimatstadt zurückkehren muss. Dort muss er sich zudem seinen eigenen Dämonen und seiner Vergangenheit stellen. Zu Beginn unserer Demo erwachen wir nach einer augenscheinlich anstrengenden Party-Nacht in einem Hotelzimmer. Dort finden wir im Bad ein mit Blut verschmiertes Hemd, ohne zu wissen wo es herkommt oder was in der letzten Nacht passiert ist.

Um dem Rätseln der Demo auf die Spur zu kommen, macht Sam Gebrauch von seinem Mind Palace, einem fiktiven, mentalen Ort. Den benutzt er, um die verschiedenen, möglichen Szenarios durchzuspielen, um die Wahrheit zu finden. Hierzu benutzt er Hinweise, die wir in der realen Welt finden, zum Beispiel der Zustand des Bettes oder das Blut im Waschbecken. Desto mehr Hinweise wir sammeln, desto eher finden wir heraus was wirklich geschehen ist.

Twin MirrorSam und sein Evil Twin

Einen kleinen Kniff haben sich die Entwickler für die Story noch einfallen lassen. Im Spiel werden Sams finstere Gedanken und vor allem seine Gedankenbisse immer wieder durch einen Doppelgänger dargestellt. Dieser findet nur in seinem Unterbewusstsein statt und ist eine bunte, aufgewecktere Version unseres Hauptcharakters. Von seiner Art her erinnert er ein wenig an Lucifer aus der gleichnamigen Serie. Im Laufe des Spiels wird er uns immer wieder mehr oder weniger hilfreiche Hinweise geben, um uns auf die richtige oder eben falsche Fährte zu locken. Mit diesem Spielelement lassen die Entwickler dem Spieler auch immer wieder die Möglichkeit selbst wichtige Entscheidungen zu treffen. So gestaltet sich das Spiel bei (fast) jedem Durchlauf wieder anders, da die persönlichen Ansichten der Spieler mit einfließen.

Auch wenn die Story vielversprechend klingt und das „Evil Twin“-Konzept sehr interessant ist, sind wir noch nicht 100%ig überzeugt. Das Gameplay funktioniert einwandfrei, wirkte bislang jedoch nicht wirklich einfallsreich und könnte im schlimmsten Fall relativ flott langweilig werden. Außerdem wirkte Sam, der Hauptcharakter, noch viel zu generisch und kam bislang keineswegs an die Life is Strange-Figuren heran. Hier liegen unsere Hoffnungen einzig und allein auf dem besagten Doppelgänger. Wir trauen Dontnod die Überraschung trotzdem noch zu, immerhin ist bis Anfang 2019 noch ein bisschen Zeit. Die Ansätze sind auf jeden Fall da.

Twin Mirror erscheint im Laufe von 2019 in mehreren Episoden für PC, Xbox One und Playstation 4. Damit hat Dontnod neben Life is Strange 2 noch ein zweites, heißes Eisen im Ofen.