TRAUMA im Test

Es gibt Spiele die eine ganz besondere Faszination ausüben. Aus dem Hause Headup Games kommt nun die deutsche Version von TRAUMA. Ein Spiel, dass irgendwie anders als die anderen ist und erstmalig in deutscher Sprachausgabe veröffentlicht worden ist. Außerdem konnte das Spiel den Deutschen Computerspielpreis 2012 gewinnen und war Finalist beim Independent Games Festival 2010 und IndieCade 2010. Wir haben uns das Spiel für den PC genauer angeschaut und getestet.

TRAUMA erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die glücklicherweise einen schweren Autounfall überlebt hat. Im Krankenhaus wird alles dafür getan, damit sie wieder auf die Beine kommt. Doch wirre Träume machen der jungen Frau Sorgen. Sie ist völlig durcheinander und ist auf der Suche nach dem Warum. Wer genau ist sie und was ist mit Ihren Eltern passiert? Ein interaktives Abenteuer lässt euch die Träume miterleben und bringt eine völlig neue Spielerfahrung mit. Ein gestengesteuertes Interface und eine fotografische Ästhetik bringen völlig neue Perspektiven in ein Computerspiel. Nicht umsonst stand das Spiel bei etlichen Preisverleihungen im Finale und konnte 2012 sogar den deutschen Computerspielpreis gewinnen. Entwickler des Spiels ist Krystian Majewski der neben der Spielidee auch für die grafische Gestaltung und Programmierung verantwortlich war. Auch das Drehbuch hat er selbst geschrieben. Der professionelle Indie-Spiele Entwickler unterrichtet auch noch Game-Design an verschiedenen Instituten. Bekannte Synchronsprecher sorgen für einen gelungene deutsche Sprachausgabe.

Da wir es bei TRAUMA mit einer Special Edition zu tun haben, gibt es auch noch ein paar Extras zu entdecken. Neben einer digitalen Fotogalerie gibt es noch ein Making Of Booklet, den MP3 Soundtrack und Autogramm Polaroids dazu. Außerdem gibt es für eure Freunde noch einen Gratis Steam Key oben drauf. Doch wie spielt sich das Spiel eigentlich? Insgesamt erwarten euch vier Abschnitte. The Next Hurdle, Following Role Models, What They Expect und The Road Less Travelled. Beim Start des Spiels kommt zunächst zwar alles in englischer Sprache daher, kann aber im Optionen-Menü direkt auf Deutsch umgestellt werden. Interessant bei den vier Abschnitten: Die Bilder wurden alle in Deutschland fotografiert. Eigentlich ist es eher eine interaktive Fotogalerie, die euch zum Erkunden und Erforschen einlädt. Ihr solltet aber nun keine stundenlangen Rätsel oder Abenteuer erwarten. In TRAUMA zählt eher der kurze Moment. Doch dabei gibt es trotzdem eine Menge zu entdecken. So spielt der erste Abschnitt in der Nähe des Landgerichts von Köln. Und dort ist besonders der kugelförmige Springbrunnen im Gedächtnis des Programmierers geblieben. Euer Teddybär liegt unter einem schweren Stein begraben. Doch wo kommen diese Steine alle her? In kurzen Sequenzen lernt ihr die Steuerung kennen.

Diese ist ganz anders als bei anderen Spielen und bringt Innovation und besondere Spielmechanik mit sich. Einfaches Klicken war gestern. Hier geht es darum, die richtigen Bewegungen mit der Maus zu machen. Kleine Polaroids, die überall im Spiel versteckt sind, zeigen euch wie ihr immer weiterkommt. Im zweiten Abschnitt handelt es sich um eine verlassene Industrieanlage am Hafen von Köln-Poll. Wer sich in der Gegend auskennt, wird wohl viele bekannte Bilder wiederfinden. In diesem Abschnitt seit ihr auf der Suche nach einem Geist, der mit einer besonderen Fotografie-Technik erstellt worden ist. Beeindruckende Bilder, die so wohl noch nie in einem Computerspiel zu sehen waren. Im dritten Abschnitt geht es zu einer Fußgängerunterführung am Flughafen Köln Bonn und im vierten Abschnitt zu einer verlassenen Eisenbahnbrücke.

Wer sich für digitale Fotografie interessiert und auf der Suche nach einigen kleinen Rätseleinlagen ist, wird mit TRAUMA gut bedient. Die vier verschiedenen Abschnitte haben auch alle jeweils noch alternative Enden zu bieten und haben somit einen hohen Wiederspielwert. Leider ist der Ablauf der einzelnen Szenen viel zu kurz geraten und hätte ruhig ein bisschen mehr Inhalt vertragen können. Wenn man aber überlegt, wieviel Zeit und Herzblut der Programmierer in das Spiel gesteckt hat, dann ist es schon aller Ehren wert und wird von uns auch überhaupt nicht kritisiert. TRAUMA ist ein ganz besonderes Spiel, welches sich von allen anderen deutlich abhebt und durch beeindruckende Bilder und Geschichten überzeugen kann.

Fazit:

TRAUMA ist kein Spiel wie jedes andere, sondern bietet eine völlig neue Spielerfahrung. Neuartige Steuerung, hervorragende deutsche Sprachausgabe und geniale interaktive Spielumgebungen laden zum Träumen ein. Und diese werden in diesem Spiel ja auch besonders groß geschrieben. Wer was völlig Neues erleben will, sollte sich TRAUMA vielleicht mal genauer anschauen.

Wertung:

Gut