Trackmania 2: Valley im Test

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Trackmania geht in die gefühlt wievielte Runde? Mittlerweile verzeichnet die Serie so viele Remakes und neue Teile, dass man leicht den Überblick verlieren kann. Kritiker sprechen bei solch einer Quantität der Trackmania-Releases von möglichst wenig Aufwand der Entwickler, um möglichst viel Geld zu generieren. Fans der Serie sehnen sich hingegen nach neuen Versionen wie die Fans von Fifa sich auch jedes Jahr auf neue Updates freuen. Der Vergleich hinkt zwar, doch wenn man fies ist, dann könnte man behaupten, dass außer einer neuen Grafik und einigen neuen Streckenteilen nichts wirklich neu gemacht wurde. Aber stimmt das wirklich? Wir wagen uns auf die irrsinnigsten Strecken verrückter Kartenbastler, damit wir genau das herausfinden können.

Nach einem intensiveren Blick auf das fertige Produkt, Trackmania 2: Valley, finden wir dann doch ein paar Neuerungen. Das Grundprinzip hat sich natürlich nicht geändert. Wie in allen Teilen zuvor brettern wir mit hohem Tempo durch aberwitzige, einfache bis komplex gestaltete Strecken. Entweder wir üben auf den von Nadeo gebastelten Karten die ersten Fahrversuche oder wir wählen direkt den Onlinemodus, der von den meisten Spielern favorisiert werden dürfte. Auf den unterschiedlichen, weltweiten Servern gleicht nämlich kaum eine Strecke der anderen, wofür die Unmengen Maps der kreativen Fans sorgen. Diese halten den Langzeitspaß und die Motivation von Valley, und Trackmania allgemein, bekanntermaßen hoch.

Selten befahren wir (wie in anderen Rennspielen üblich) ein und die selbe Strecke ein zweites Mal, wodurch wir uns auf keine so richtig einstellen oder gar vorbereiten können. Dazu kommen die neuen Streckenteile, welche sich gekonnt in die gewohnten Streckenabschnitte einfügen. In Valley bekommen wir es zwar auch mit normalen Streckenelementen wie Asphaltstraßen, Tunneln, Sprungschanzen oder Loopings zu tun, hinzu kommen aber namensgebende Waldabschnitte mit schmaleren Pfaden, Wiesen, Bäumen, Brücken und Seen. Wer solche schmutzigen Passagen spannender findet als die sterilen aspalt-lastigen Abschnitte in Trackmania 2: Stadium der ist bei Valley genau richtig.

Neben einem schicken optischen Schadensmodell, das allerdings keine Auswirkung auf das Fahrverhalten hat, spendiert Trackmania 2: Valley den Boliden eine eine spürbare trägere Lenkung. Die Karren, die übrigens auch wieder im Editor mit allerlei Kram verziehrt werden können, steuern sich ungewohnt behäbig und erfordern Einübungszeit. In Kurven müssen wir nun mehr aufpassen, dass wir nicht so schnell sind, da wir sonst aus dieser herausgetragen werden. So wendig wie in den anderen Trackmania-Teilen verhält sich das Vehikel also nicht mehr. Wer den Dreh jedoch raus hat, der hat genauso viel Spaß wie in allen anderen Trackmania-Teilen, in denen das Fahrverhalten etwas arcadiger daherkommt.

Sogar mit der Tastatur lässt sich Valley komfortabel steuern. Einen Tick präziser geht es mit einem Controller von der Hand, dessen Tastaturbelegung im Hauptmenü frei geändert werden darf. Die Schultertasten des im Test verwendeten Xbox 360-Controllers wollte das Programm aber leider nicht ohne Rumgezicke belegen. Grafisch hat sich im Gegensatz zu den einigen Jahre alten Vorgänger-Versionen selbstverständlich einiges getan. Die Wagen sehen scharf texturiert aus, die Streckenteile ebenfalls. Nur die Umgebung kann da leider nicht mithalten und hält einige hässliche Details für das geschulte Auge bereit. Das stört den Trackmania-Fans aber wenn nur minimal, zumal das schnelle Gameplay die meisten hässlichen Seiten gut zu verdecken weiß.

Die Bastelei im Editor erfordert wie das neue Fahrverhalten einiges an Eingewöhnungszeit, aber auch hier gibt es Erfolgserlebnisse, wenn man erstmal dahinter gestiegen ist. Insbesondere Bahnen mit verschiedenen Ebenen, Sprungschanzen und einer eingebetteten Überlandfahrt sind benötigen taktische Planung und handwerkliches Geschick. Das Ergebnis ist dann aber oft Entschädigung genug für die Zeit, die man dafür verbracht hat. Strecken dürfen online sogar per Vote bewertet werden, wenn der Server es erlaubt. So werden gute Strecken klar gekennzeichnet, schlechte wieder rausgenommen. Davon hat jeder etwas.

Der Bundesländer-Wettstreit ist auch in Valley vertreten. Vor dem Spielstart nennt man sein (Bundes-)land sowie seine Stadt (sofern verfügbar) und kann sich mit anderen aus der Gegend vergleichen. Eine tolle Sache, die auch den großen Community-Stellenwert beweist. Quasi alles im Spiel darf individualisiert werden. Die Strecken, die Autos, die Server (Intro-Kamerafahrten, Musik, Text etc.). Allein das macht Trackmania nach wie vor zu einem Vorzeigebeispiel, wie man Spieler motivieren und gleichermaßen mit ins Spiel einbinden kann. Content für die nächsten Jahre ist so schonmal garantiert – ganz ohne das Zutun der Entwickler.

Fazit:

Neue Streckenteile und eine aufgefrischte Grafik machen noch kein neues Trackmania, doch das Grundprinzip ist immer noch genauso spaßig wie eh und je. Gerade im Hinsicht auf das Community-Engagement, das viel zur Faszination der Marke beiträgt bleibt auch Valley ein schlichtweg „gutes“ Spiel.

Bewertung:

Gut