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Wer The Boys nicht kennt, der ist entweder kein Fan von Superhelden oder hat derzeit kein Geld für ein Amazon Prime Abo. Wir können es euch nicht verübeln, schließlich gibt es derzeit so viele möglichen VOD-Services, dass der Geldbeutel oftmals aus dem letzten Loch schaut. Trotzdem gehört die Superhelden-Satire derzeit zu dem Besten, was das Genre zu bieten. Nachdem bereits vor einiger Zeit die zweite Staffel der brutalen Komödie anlief und auch bereits im Sommer dieses Jahres die dritte Staffel kommt, veröffentlichte Amazon am 04. März 2022 die Spin-Off Serie The Boys Presents: Diabolical. Hierbei handelt es sich um eine Anthologie mit 8 Geschichten in 8 Folgen, welche alle im Universum der Comic-Adaption spielen. Ist die Serie nun aber ein würdiges Spin-Off oder können Fans diese Party diesmal auslassen?

Gleicher Humor, gleiche Gewalt, nur die Handlung ist anders

Üblicherweise erkläre ich euch in diesem Teil der Kritik die Geschichte der jeweiligen Serie oder des jeweiligen Films. Das ist bei The Boys Presents: Diabolical etwas schwierig, da die Animationsserie mit jeder Folge eine neue Handlung erzählt. Ich kann euch aber zumindest ein Beispiel machen:

‚Sky ist ein Mädchen ohne wirkliche Freunde, weshalb sie alles tut, um bei den coolen Kindern aufgenommen zu werden. Nach einem schiefgelaufenen Drogendeal gerät das junge Mädchen an ein Fläschchen Compound V, welches sie aus Frust direkt zuhause runterschluckt. Als das Mädchen am nächsten Tag das Klo besucht, fängt ihr Bauch an, mit ihr zu sprechen und ihr den Tipp zu geben, sie solle doch einmal fest drücken. Das macht Sky natürlich, woraufhin ein lebendiger Scheißhaufen ihr gegenüber steht. Diese Superhelden-Kacke wird zum neuen „BFF“ des Mädchens und zusammen stellen sie sich dem mächtigen Helden „The Deep“, um zusammen ein Leben in Frieden führen zu können. Zusätzlich erwartet euch eine Buttplug-Attacke, eine Armee aus Exkrementen und vieles mehr.‘

Ihr merkt bereits anhand dieser Folgenbeschreibung, dass die Serie nicht für schwache Nerven ist und man eine gewisse Art Humor von vorneherein mitbringen muss. Es gibt zwar auch ernste Folgen, solcher Humor und die aus der Hauptserie bekannte Gewalt, sind aber auch im Spin-Off allgegenwärtig. Zudem erwartet euch jede Folge ein anderer Animationsstil. Die zuvor beschriebene Folge ähnelt stark dem üblichen Stil vieler Animes, während eine Folge tatsächlich komplett ohne Dialoge auskommt. Auch der aus Rick & Morty bekannte Animationsstyle ist in der Serie vertreten. Für Abwechslung ist damit also definitiv gesorgt.

Durchgehend qualitativ hochwertig, nur nicht aus erzählt…

Anthologien haben meist ein großes Problem: Die Qualität der Folgen schwankt. Da es sich bei solchen Serien nicht um eine zusammenhängende Geschichte handelt, können zwar in sich geschlossene Handlungen erzählt werden, da diese Geschichten aber auch für sich selbst stehen müssen, ist nun einmal die Qualität recht unterschiedlich. The Boys Presents: Diabolical hat dieses Problem nicht. Durch die unterschiedlichen Animationen und das Benutzen bereits vorhandener Figuren in einigen Geschichten fühlt sich die Serie eher wie ein Zusatz, als eine eigenständige Erzählung an. Auch schafft es die Serie, die Atmosphäre und andere Elemente der Mutterserie zu verkörpern, was sicherstellt, dass vor allem Fans des Originals mit den Handlungssträngen sympathisieren können.

Was uns dadurch aber leider negativ aufgefallen ist, kommt durch die Struktur der Serie selbst. Immer wieder bekamen wir das Gefühl, die Geschichten seien der Beginn einer großen neuen Story, die derzeit noch am Anfang steht, in weiteren Folgen aber aus erzählt wird. Die Geschichten sind bewusst mit offenen Enden gestaltet worden, durch die hohe Qualität an Material wollten wir aber mehr von einzelnen Personen oder Handlungen bekommen, was uns zumindest in der ersten Staffel verwehrt blieb. Es handelt sich hierbei eher um einen persönlichen Kritikpunkt und auch kann das Ganze unter „Meckern auf hohem Niveau“ verbucht werden, trotzdem zeigt das, dass auch die Erzählungen im Spin-Off größer sein wollen, als sie uns letztendlich präsentiert werden. Aus diesem Grund hoffen wir in The Boys selbst oder in einer neuen Staffel mehr von den neuen Figuren sehen werden.

Fazit

Was halten wir nun also insgesamt von The Boys Presents: Diabolical? Die Serie glänzt mit einer unnatürlich hohen Qualität und schafft es interessante Geschichten zu erzählen, die auch außerhalb der Hauptserie funktionieren. Die Gewalt und der Humor, den wir alle in The Boys lieben, gibt es auch hier zu finden und ist teilweise noch übertriebener als in der Mutterserie. Abwechslung ist gegeben und auch Figuren wie Butcher oder Homelander begeistern Fans mit ihren Auftritten. Leider kommen manche Erzählstränge zu kurz, was besonders Neulinge des Universums abschrecken könnte. Alles in allem erwartet euch mit der Serie aber eine fantastische Animationsserie, welche nicht nur Fans, sondern auch die, die es noch werden wollen, überraschen und begeistern wird. Amazon Prime Kunden sollten unbedingt zuschlagen.

About author

Robin S.

Robin ist zwar mit Nintendo aufgewachsen, ist aber Zuhause auf der PlayStation und spielt, was ihm vor die Füße kommt. Auch sammelt er gerne physische Spiele und ist begeistert von wunderschönen Steelbooks.

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