The Banner Saga 3 bei uns im Test

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Stoic Studio bittet um einen letzten Tanz und stellt mit The Banner Saga 3 das letzte Kapitel ihrer durch Kickstarter finanzierten Geschichte auf die Beine. Als der erste Teil im Jahr 2014 erschienen ist, wusste wohl keiner so recht, wie weit es The Banner Saga schaffen würde. Doch innerhalb von vier Jahren hat es das amerikanische Indie-Studio Stoic tatsächlich geschafft, ihre komplette Trilogie herauszubringen, die Qualitativ wohl mit einigen AAA-Titeln locker mithalten kann. Genaueres erfahrt ihr hier im Test.

Die Qual der Wahl

Vielleicht kennen einige von euch The Banner Saga bereits, doch den meisten wird es wohl ähnlich wie mir gehen, die bisher recht wenig von der Spieleserie gehört hatten. Im Prinzip ist The Banner Saga ein Strategie-Rollenspiel, welches in einer Fantasy-Wikingerwelt angesiedelt ist. Ihr seid der Anführer einer Karawane, die auf der Flucht vor den bösen Dredge ist und gegen den Untergang der Welt kämpft. Ihr als Protagonist, wahlweise in der Person von Rook oder seiner Tochter Alette, müsst unzählige Entscheidungen treffen, welche den Handlungsverlauf maßgeblich beeinflussen. Und das ist mal eine gelungene Abwechslungen zu den ganzen Möchtegern-Entscheidungsfreiheiten vieler anderer Videospiele, die einfach überhaupt keinen Einfluss auf euer Spiel haben. So sahen wir uns gezwungen, wirklich intensiv über manche Entscheidungen nachzudenken, weil immer die Beziehungen zu euren Gefolgsleuten, und manchmal auch deren Leben auf dem Spiel steht.

Diplomatische Finesse oder rohe Gewalt? Ihr habt die Wahl.

Rundenbasierte Klassik

Eure Gefolgschaft setzt sich nämlich aus den unterschiedlichsten Völkern zusammen, die alle eigene Persönlichkeiten mitbringen. Neben den Menschen kämpft ihr an der Seite von Varls, die an klassische Riesen erinnern, und Pferdebürtigen, die an die Zentauren aus der griechischen Mythologie angelehnt sind. Dabei hat jede Rasse in den rundenbasierten Taktikgefechten seine Vor- und Nachteile, was Reichweite, Kampfstärke und Fähigkeiten angeht. Die Kämpfe werden ganz klassisch ausgetragen, in denen ihr eure zuvor zusammengestellte Truppe auf dem Schlachtfeld  quadratische Felder überqueren lasst, um danach mit Angriffen  oder Spezialfähigkeiten eure Widersacher zur Strecke bringt. Leider sind diese Kämpfe auf Dauer nicht besonders Abwechslungsreich gestaltet. Das Attribut „Standard“ beschreibt die Schlachten gameplaytechnisch leider sehr gut, sodass diese eher zur Notwendigkeit verkommen, um die Story voranzutreiben, denn darauf liegt der wahre Fokus.

Ein ganz klassischer Aufbau eines Gefechts. Die blauen Felder zeigen eure Reichweite an, aber bedenkt dass ihr Schaden nehmt, wenn ihr euch durch das Feuer bewegt.

Epische Story

Die Story von The Banner Saga 3 knüpft nahtlos an den zweiten Teil an. Im Hauptmenü gibt es eine kleine Zusammenfassungen, jedoch reicht diese bei weitem nicht aus, um die detaillierte Welt zu verstehen. Deshalb werdet ihr euch anfangs etwas verloren fühlen, wenn ihr mit den Vorgängern nicht vertraut seid, da ihr nicht viel mit den Charakteren anfangen und deren Motive und Handlungen schwer nachvollziehen könnt.  Deswegen ist es von Vorteil, wenn ihr die beiden vorherigen Teile gespielt habt. Ihr könnt sogar euren alten Spielstand in The Banner Saga 3 importieren, was ein sehr nützliches Feature ist.

Das Gesicht ist euch wohl nur vertraut, wenn ihr auch die Vorgänger gespielt habt. Oft sind es solche Details in der Geschichte, die ihr als Neueinsteiger nicht versteht.

Spielbarer Comic

Den Charme von The Banner Saga 3 macht neben der tiefen Spielwelt definitiv die Grafik aus, die an einen handgezeichneten Comic erinnert. Da das Spiel auch leider keine vertonten Dialoge liefert, kann man bei dem dritten Teil der Banner Saga fast schon von einem spielbaren Comic sprechen. Der Grafikstil ist wirklich unverwechselbar und äußerst detailliert und gibt The Banner Saga erst das gewisse etwas, welches es von anderen vergleichbaren Spielen abhebt. Man verliert sich schnell in den Hintergründen und Landschaften, die wunderbar animiert sind.

Das Bild von der reisenden Karawane werdet ihr oft zu sehen bekommen, jedoch sieht es jedesmal einfach umwerfend aus.

 

 

80%

The Banner Saga 3 ist wahrlich ein einzigartiges Erlebnis. Fans von epischen Fantasy-Geschichten werden wohl nicht darum herumkommen, die gesamte Saga zusammenhängend zu spielen, denn genau so will die Banner Saga-Trilogie gespielt werden. Grafisch ein Meisterwerk mit Schwächen im Gameplay, die man bei einem Indie-Titel aber durchaus verschmerzen kann.

  • Grafik 90%
  • Sound 70%
  • Umfang 75%
  • Story/Atmosphäre 95%
  • Steuerung 70%

Fifa-Profi, Dark Souls-Champion, Pokemonmeister