Spielautomaten manipulieren

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Der alte Spruch “Gelegenheit macht Diebe” trifft auch zu, wenn es um das Thema Spielautomaten geht. Seit der ersten Generation dieser Geräte wird im Hintergrund fleißig an Möglichkeiten gefeilt, diese zu manipulieren.

 

Moderne Geldspielautomaten haben nicht mehr viel mit ihren Vorfahren gemeinsam. Die Technologie ist weit fortgeschritten und so sind es mittlerweile auch die Methoden, den Automaten zu überlisten. Die Entwicklung ging von reiner Mechanik über Elektro-Mechanik hin zum voll digitalen High-End-Gerät und wo früher ein Draht reichte, braucht man heute schon ein Mathematik-Genie plus Team, um den Automaten zu überlisten.

 

Die Anfänge

Die ersten Geldspielgeräte wurden mit Münzen betrieben und funktionierten ausschließlich auf mechanischer Basis. Dementsprechend einfach konnte man diese Spielautomaten manipulieren. Der sogenannte Hopper war dafür verantwortlich, die Münzen bei Auszahlung zu zählen. Wurde dieser auf irgendeine Art blockiert, purzelten auf einmal deutlich mehr Münzen aus dem Automaten als beabsichtigt.

 

Als das Zählen von einer Lichtschranke übernommen wurde, kam schnell etwas auf den Markt, was diese zu manipulieren wusste. Es wurde ein Gerät eingeführt, welches selbst ein sehr helles Licht erzeugte. So traf ständig Licht auf den Sensor und wieder gab es einen Münzenhagel. Selbst Heute werden diese Dinge noch eingesetzt und wer sie benutzt, macht sich ganz klar strafbar, da es sich hier um eine Manipulation des Gerätes handelt.

 

Falscher Fünfziger

Mit dem Einzug der Geldscheine kam ein ganz neues Feld der Manipulation auf. Besonders anfangs waren die Lesegeräte für Banknoten noch anfällig für Falschgeld. Man muss also nur einen solchen Automaten ausfindig machen und ihn mit Falschgeld füttern und sich dann den Gewinn in echtem Geld auszahlen lassen. Da die falschen Banknoten sich jedoch danach im Automat befanden, konnten Betrüger ein Casino oder eine Spielhalle nur einmal aufsuchen. Trotzdem wurde auf diese Art des Betruges viel Geld unrechtmäßig aus den Spielstätten entfernt.

Elektromagnetischer Impuls

Die Automatenhersteller reagierten natürlich und die Technologie als ganzes tat einen Quantensprung. Die neue Generation von Spielautomaten wurde bewusst in einer Art konstruiert, welche die alten Techniken nicht mehr möglich machte.

 

Durch die verbaute Elektronik waren die Automaten jedoch auf einmal für eine ganz andere Waffe anfällig. Mit einem sogenannten EMP wurde ein elektromagnetischer Impuls ausgelöst, welcher eine Störung im Gerät verursachte. Damit wurde zum Beispiel ein Jackpot ausgelöst oder andere Gewinne verursacht. Auch direkt am Geldschein-Lesegerät angewendet, kann ein EMP zur Manipulation eingesetzt werden.

 

Neueste Geräte sind laut Hersteller immun gegen solche Attacken, jedoch behaupten Insider, dass auch die Cheating Devices verbessert wurden.

 

Russischer Hackerangriff

Große Schlagzeilen machte vor ein paar Jahren eine Gruppe um den russischen Hacker Alex. Dieser hatte herausgefunden, dass Spielautomaten nicht mit einem reinen Zufallsgenerator ausgestattet sind, wie bisher angenommen, sondern mit einem sogenannten Pseudo-Zufallsgenerator. Es gibt also tatsächlich eine Art Muster, nach,dem der Automat funktioniert und auszahlt. Wer sich jetzt bestätigt fühlt und denkt: “Das habe ich schon immer gewusst”, dem sei gesagt, dass es moderner Technologie und der Auswertung eines Computers bedarf, um diese Muster zu erkennen.

 

  • Um den Code zu entschlüsseln, baute Alex einfach einen bestimmten Spielautomat auseinander und schaute in die Software.
  • Er stellte Teams zusammen und stattete diese mit Smartphones aus, welche über eine App in der Lage waren, Spielautomaten Muster aufzuzeichnen.
  • Die Daten wurden dann nach Sankt Petersburg geschickt und ausgewertet.
  • Nach getaner Analyse kehrten die “Mitarbeiter” zurück an den Automaten und bekamen von nun an ein Vibrationssignal, wenn sie setzen sollten.

 

Es wird geschätzt, dass pro Person so täglich um die 10.000$ erwirtschaftet wurden. Das interessante daran ist, dass es sich hierbei nicht um ein Verbrechen handelt, da in keinster Weise in den Automat eingegriffen wurde. Man kann das ein wenig mit Kartenzählen bei Blackjack vergleichen nur auf sehr hohem Niveau. In den meisten Ländern war die Technik der Russen also schlichtweg legal und sie konnten schlimmstenfalls des Casinos verwiesen werden.

 

Stand heute

Es herrscht ein ständiger Wettlauf von Automatenherstellern plus Casinos und der Gegenseite. Auch wenn heute alle Daten verschlüsselt übertragen werden, kann eine Manipulation nicht ausgeschlossen werden. Alles was verschlüsselt wird, kann letztendlich auch wieder entschlüsselt werden.

 

Wer einen Spielautomaten manipuliert, begibt sich ins kriminelle Milieu. Wer jedoch wie Alex aus Russland eine Möglichkeit findet, den Automaten einen Schritt voraus zu sein, der wird von manchen als moderner Robin Hood gefeiert.