Special: Spiele-Jungfrau – Wir starten mit The Secret of Monkey Island aus dem Jahre 1990

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Wir starten ein neues Special bzw. eigentlich eine Reihe namens „Spiele-Jungfrau“. Wir beginnen im Jahr 1990 und kämpfen uns fortan bis zur Gegenwart. Pro Jahr wählen wir ein Spiel aus, das als eines der wichtigsten in diesem Jahrgang gilt und dass wir bis jetzt nicht gezockt haben. Wir wollen herausfinden wie sich die Klassiker heute spielen, ob sie überhaupt Spaß machen oder ob das Ganze ein totaler Reinfall wird. Unsere Reise beginnt mit dem legendären Adventure The Secret of Monkey Island von LucasArts.

Ja liebe Leser ich kann euch hören: „Was du absoluter Kunstbanause, du kennst dieses Spiel nicht?“, „Das glaub ich einfach nicht, wie soll ich dich jemals wieder ernst nehmen?“, „Find es gut sonst bekommst du volles Pfund aufs Maul!“… Mein junges Ich war anno dazumal auf Kriegsfuß mit klassischen Point and Click-Adventures, zu lahm und altbacken wirkte dieses Genre auf mich. Mittlerweile liebe ich Adventure-Spiele also bin ich selbst gespannt wie ein Pfitschipfeil wie mir das Spiel gefallen wird, doch genug der Vorworte lasst uns diese nostalgische Reise beginnen.

Komplette Überforderung

Ich starte also The Secret of Monkey Island und staune nicht schlecht – wie verdammt nochmal kann dieses uralte Spiel so verdammt gut aussehen? Egal, genießen wir die Optik und beginnen zu rätseln. Viele moderne Point and Click-Abenteuer gewöhnen uns ja langsam an die Rätsel und lassen uns zu Beginn nur wenige Bildschirme erkunden, durch diese Annahme verplemperte ich direkt die ersten zwei Stunden Spielzeit.

Ich flanierte durch die Welt, führte Gespräche mit allerhand schrulligen Charakteren, besuchte wundersame Orte und verlief mich im Wald – den man eigentlich viel später erkunden sollte, also irrte ich 10 Minuten durch das Gestrüpp um dann letztlich doch Mr. Google kontaktieren zu müssen.

Nebenher wird ein Blick in die Spieloptionen gewagt und tja die wundervolle Special Edition lässt uns auf Knopfdruck in den „Retro-Modus“ wechseln und YES so sieht das Original aus und endlich erblicken wir auch das Inventar und die verfügbaren Optionen – MUHAHA es geht los, nichts kann mich jetzt mehr aufhalten.

Unser Abenteuer startet letztlich in der Dorfkneipe, genauer gesagt in dessen Küche.

Legendäre Beleidigungsduelle

In The Secret of Monkey Island werden die „Kämpfe“ als Beleidigungsduelle ausgetragen aber zuerst müssen wir als unwürdige Made die Sprüche erst erlernen. Ein paar lustige Beispiele gefällig?

  • Angriff: Du kämpfst wie ein dummer Bauer!
    Parade: Wie passend. Du kämpfst wie eine Kuh.
  • Angriff: Ich hatte mal einen Hund, der war klüger als du.
    Parade: Er muss dir das Fechten beigebracht haben.
  • Angriff: Ich kenne einige Affen, die haben mehr drauf als du.
    Parade: Aha, du warst also beim letzten Familientreffen.
Via Übersichtskarte können wir etliche Orte besuchen.

So witzig die Dialoge auch sind, wenn man den gleichen Satz das 20igste Mal hört geht der virtuelle Spaß flöten aber nunja wir wollen nicht kleinlich sein, das Spiel hat immerhin 30 Jahre auf dem Buckel und oft zünden die Witze auch heute noch absolut hervorragend.

Wenn mir beispielsweise ein Ladenbesitzer nicht ein Zuckerl sondern eine ganze Packung schenkt weil wir aus dem Maul stinken wie ein nasser Hund ist der Lachkrampf nicht weit.

Vor allem aber Teile der Steuerung sind für heutige Verhältnisse eine Perversion – das Ding steuert sich so angenehm wie ein Traktor aus dem ersten Weltkrieg, leider aber ist auch das Lenkrad davon kaputt. Nichts desto trotz fuchst man sich mit der Zeit rein und unterm Strich hat sich die Reise ins Jahr 1990 mit The Secret of Monkey Island dann doch gelohnt.


The Secret of Monkey Island: Special Edition findet man via Steam oder GOG