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Seit über 100 Jahren gibt es in Wuppertal die legendäre Schwebebahn. Nun dürft ihr euch selbst mal hinter das Steuer der Bahn setzen und das Feeling des einzigartigen Transportmittels im Schwebebahn Simulator 2013 erleben. Originalgetreue Waggons und die Original-Strecken sollen dabei für ganz besonderen Realismus sorgen. Wir haben das Spiel für euch getestet und sagen euch, ob sich der Kauf lohnt. 

Seit dem 1. März 1901 gibt es in Wuppertal ein einzigartiges öffentliches Personennahverkehrssystem: Die Schwebebahn. Die Hochbahn ist das Wahrzeichen der Stadt Wuppertal und steht seit dem 26. Mai 1997 sogar unter Denkmalschutz. Insgesamt beträgt die Streckenlänge 13,3 Kilometer, wobei die Gleislänge 28 Kilometer beträgt. Die gesamte Strecke von Wuppertal-Oberbarmen bis hin nach Wuppertal-Vohwinkel wird im Schwebebahn Simulator 2013 originalgetreu nachgestellt. Rondomedia will den Zauber der Schwebebahn nun auch auf den PC bringen. Die Simulation bringt aktuelle Schwebebahnen in hochdetaillierten Modellen auf den PC und liefert auch alle 20 Bahnhöfe, die insgesamt angefahren werden können. Auch Wetter und Tageszeiten werden berücksichtigt. Außerdem gibt es Depots und Wendeschleifen. Ihr merkt also schon, dass der Realismus von rondomedia hier sehr groß geschrieben wird.

Da das Spiel nicht viel Festplattenspeicher und auch keine besonders hohen Systemanforderungen von euch verlangt, kann es auch ziemlich schnell los gehen. Ihr wählt noch schnell eure Grafikqualität und Auflösung aus und schon findet ihr euch in eurem Büro wieder. Mit der Maus schaut ihr euch um und bewegt euch mit den Pfeiltasten. Im Büro wählen wir unser Profil aus und finden auch einen Kalender. Dort wählen wir unsere Schichten aus. Habt ihr das alles erledigt, kann es auch schon direkt in die Schwebebahn gehen. Entweder ihr schaut euch direkt in der Fahrerkabine um, oder wandelt ein wenig in der frei begehbaren Schwebebahn umher.

Doch gehen wir zurück zum wichtigsten Bestandteil des Spiels – der Fahrerkabine. Auch hier findet sich alles originalgetreu wieder. Genauso fühlt sich der Fahrer einer Schwebebahn. Mit dem roten Kippschalter werden die Motoren gestartet und mit einem Druck auf der Taste “W” fährt die Schwebebahn langsam los. Ihr solltet allerdings vorher erstmal die Türen öffnen, um die Fahrgäste einsteigen zu lassen. Mittels eines Monitors an der Seite könnt ihr jederzeit verfolgen, ob alle sicher eingestiegen sind. Seid ihr zu voreilig, kann es vorkommen, dass ihr Fahrgäste in den Türen einklemmt. Ihr solltet also vorsichtig mit den Türen sein. Nachdem alle Fahrgäste eingestiegen sind, kann es auch schon losgehen. Schnell noch den Bremshebel auf Lösen stellen und ab geht die wilde Fahrt. Die verschiedenen Kippschalter vor euch sorgen noch für einige Extras wie Licht oder Signalhorn. Ihr solltet beim Fahren auch immer auf die Geschwindigkeit achten und nicht zu schnell fahren. Außerdem gibt es auch immer wieder mal rote Ampel oder andere Hindernisse wie Baustellen oder Wartungsarbeiten.

Auch Auseinandersetzungen unter den Fahrgästen, Wegblockaden oder Diebstahl sollen das Spiel abwechslungsreicher gestalten. Immer nur die Haltestellen anfahren, wird auf Dauer ja auch wenig langweilig. Grafisch ist der Schwebebahn Simulator 2013 vollkommen ausreichend, wobei ihr aber auch nicht zu viel erwarten solltet. Die historischen und originalgetreuen Gebäude sind gut zu erkennen und die Waggons und der Rest sind ebenfalls ganz nett anzusehen. Die Fahrerkabine ist dagegen eher steril und sieht eher langweilig aus. Der arme Fahrer, der sich den ganzen Tag in so einer schnöden Kabine aufhalten muss.

Doch kommen wir nun zum wichtigsten Aspekt vom ganzen Spiel. Wie fährt sich so eine Schwebebahn eigentlich? Unser Eindruck: Respekt an die Schwebebahnfahrer oder Zugführer oder wie auch immer sie heißen mögen. Wenn der Ablauf auch so monoton im wirklichen Leben ist, dann haben sie einen verdammt langweiligen Job ergattert. Ihr fahrt los, ihr öffnet die Türen, lasst die Leute ein- und aussteigen und fahrt wieder los. Upps, natürlich schließen wir vorher noch die Türen. Das war es eigentlich schon. Es gibt kein Tacho für die Geschwindigkeitsanzeige und wir können also gar nicht wissen, wann wir eigentlich zu schnell fahren. Und das haben wir in unserem Test des öfteren gemacht. Die Schwebebahn tuckert ja so schon gemächlich über die Gerüste, da muss doch ein bisschen Pep rein. Die Leitstelle ist da rigoros und setzt direkt eine Zwangsbremsung ein. Hoffentlich fallen uns die Fahrgäste nicht aus den Sitzen.

Beim Sound wurden Original-Geräusche der Schwebebahn aufgenommen, die gut zur Simulation passen. Auch die Haltestellendurchsagen hören sich ziemlich original an und sind durchaus gelungen. Es gibt unzählige Simulationen, und nicht jede muss dabei auch ein Highlight sein. Immerhin kann sich der Schwebebahn Simulator 2013 als einzigartige Simulation bezeichnen lassen. Denn die Wuppertaler Schwebebahn ist eins auf alle Fälle: Einzigartig und irgendwie auch was Besonderes. Und wer erinnert sich nicht noch gerne an die Geschichte mit dem Elefanten in der Schwebebahn. Leider müssen wir im Spiel aber leider auf solche historischen Ereignisse verzichten und werden darüber leider auch nicht aufgeklärt. Schade eigentlich, dass hätte eigentlich gut zum ganzen Paket gepasst. Mittlerweile gab es auch schon ein Update für das Spiel, welches euch einige Grafikverbesserungen und Veränderungen in der Spielmechanik bietet. Der Patch kann direkt hier heruntergeladen werden.

Fazit:

Wer schon immer selber mal eine Schwebebahn steuern wollte, ist mit dem Schwebebahn Simulator 2013 sicher gut bedient. Ihr solltet allerdings darüber im Klaren sein, dass der Job alles andere als aufregend ist. Ein paar Knöpfchen drücken und von Haltestelle zu Haltestelle fahren, wird auf Dauer echt eintönig. Solltet ihr vielleicht aus Wuppertal kommen, freut ihr euch aber über die Originalstrecken, Haltestellen und Gebäude die euch im Spiel begegnen werden. Eine tiefsinnige und fordernde Herausforderung bietet das Spiel allerdings nicht.

Wertung:

Befriedigend

About author

Markus

Chefredakteur, Inhaber MB Verlag, erster Ansprechpartner und Gründer von Games-Mag

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