Rocksmith im Test

Einmal so Gitarre spielen wie Keith Richards von den Rolling Stones. Mit Rocksmith könnt ihr dem Traum zumindest ein Stückchen näher kommen. Das authentische Gitarren-Game sorgt für ganz neue Erfahrungen an der Xbox 360 Konsole. Ausgestattet mit einem ca. drei Meter langen 6,35 mm Klinkensteckerkabel mit USB-Anschluss kann jede Gitarre oder Bass angeschlossen werden. Wir haben uns das Ganze mal in der Praxis angesehen und getestet.

Ubisoft will mit Rocksmith einen neuen Weg gehen und erklärt das jeder Gitarre oder auch Bass spielen kann. Dafür solltet ihr natürlich auch im Besitz von solchen Instrumenten sein. Wir geben offen zu, wir waren zunächst überfordert. Wer in unserem Kollegenkreis hat so etwas in seinem Schrank stehen? Nach vielen Telefonaten und ungläubigen Fragen haben wir aber dann doch noch jemanden gefunden, der uns sein gutes Stück zu Testzwecken ausgeliehen hat. Wir mussten ihm aber hoch und heilig versichern damit keinen Unsinn zu veranstalten. In unseren kühnsten Träumen haben wir damit schon unseren Wohnzimmertisch demoliert, unsere Vitrine zerstört und zu guter Letzt auch noch die Scheiben eingeschlagen. Wir wollen ja schließlich richtige Rocker werden. Ok, wir haben uns dann doch für die sanfte Methode entschieden und machen erstmal die Schmusekurs Nummer.

Die 50 aktuellen und klassischen Titel, die im Spiel mitgeliefert werden haben aber nicht viel mit Schmuse-Musik am Hut. Neben den Rolling Stones mit Satisfaction geben sich auch Nirvana mit In Bloom oder die angesagten Jungs von Muse mit Plug in Baby die Ehre. Nachdem wir das Spiel ausgepackt haben und den Klinkenstecker an die Gitarre angeschlossen haben, kann der Spaß auch schon direkt losgehen. Das Besondere an dem Spiel ist nämlich, dass es sich eurem Können automatisch anpasst. Das System erkennt also ob du ein blutjunger Anfänger bist und eine Gitarre zum ersten Mal in den Händen hältst oder doch schon was auf den Kasten hast. Dank des Multiplayer-Split Screen kann das Ganze auch zu zweit mit einem Freund gespielt werden. Dank des USB-Anschlusses ist der Klinkenstecker nicht nur an der Xbox 360 Version nutzbar, sondern funktioniert auch mit der PC bzw. Playstation 3 Version. Und das Gerät wird tadellos erkannt. Euer Fernseher bzw. die Konsole verwandelt sich in einen Verstärker und bringt durch eingebaute Effekte echte Wow-Momente ins Wohnzimmer. Dank einiger spaßiger Minigames könnt ihr auch weitere Techniken des Gitarrenspielens erlernen und wandelt euch so zum kommenden Mitglied der Rolling Stones, falls es sie bis dahin überhaupt noch gibt.

Zu Anfang solltet ihr euch aber erstmal mit einzelnen Noten beschäftigen, die komplexen Akkorde solltet ihr erst später ausprobieren. Das hört sich sonst ziemlich furchtbar an. Aber Übung macht ja bekanntlich den Meister. Ihr solltet allerdings eine Menge Geduld haben, denn es ist bekanntlich noch kein Gitarren-Gott vom Himmel gefallen. Ja gut, bei einigen könnte es vielleicht mal so gewesen sein, aber wir sind doch Lichtjahre davon entfernt. Die Erkennung des Programms funktioniert ganz gut, auch wenn sie manchmal ein wenig übereifrig ist. Kaum habt ihr ein paar Noten perfekt getroffen, steigt der Anspruch nach oben und ihr müsst schon ein bisschen mehr herausholen. Das überfordert ein wenig und bringt euch ein wenig durcheinander. Auch die ziemlich langen Ladepausen zwischendurch nerven ein wenig. Aber wir wollen ja hier nicht kleinlich sein. Wenn ihr Gitarrenunterricht nehmt, kann eurer Lehrer oder Lehrerin ja auch ne ziemliche Schlafmütze sein.

Optisch ist Rocksmith jetzt natürlich kein Augenschmaus geworden, muss es aber auch nicht. Es geht hier hauptsächlich um das Gitarren bzw. das Bass spielen und da müssen die Noten nicht in hochauflösender Grafik über den Bildschirm schweben. Die Hintergründe sehen ganz nett aus und bringen ein wenig Atmosphäre in das ganze Geschehen. Der Soundtrack ist natürlich aller Ehren wert und quasi das Herzstück des Ganzen. Und da über 50 aktuelle und klassische Titel den Weg ins Spiel gefunden haben, sollte für jeden etwas dabei sein. In unserem Test haben wir nach gefühlten 150 Versuchen ein Lied vernünftig zu Ende gespielt. Meinten wir zumindest, unsere Mithörer waren da ganz anderer Meinung. Unser Ziel ist aber klar: Im nächsten Sommer sitzen wir am Lagerfeuer und unterhalten unsere Freunde mit der Gitarre, und wenn wir zur Not eine Xbox 360 plus Fernseher mit zum Zeltplatz nehmen.

Die Idee von Ubisoft ist auf jeden Fall genial und spricht jeden echten Fan von Gitarre oder Bass an. Alle anderen schauen natürlich ein wenig irritiert und wissen zunächst gar nicht, was sie mit dem Kabel anfangen sollen. Es ist also für eine bestimmte Zielgruppe gedacht. In unserem Redaktionsteam wurde das Ganze ebenfalls kritisch beäugt. Mittlerweile werde ich in der Redaktion zwar immer Keith Richards für Arme genannt, aber trotzdem bin ich stolz darauf. Das soll mir erstmal einer nachmachen. Unsere Nachbarn fanden unsere Aktion ebenfalls ganz toll. Bei unserem Test klopften sie sogar im Takt mit und waren wohl begeistert ;) . Es könnte aber auch an der Lautstärke gelegen haben. Und unser Kollege hat seine Gitarre auch wieder wohlbehalten in die Arme schließen können.

Fazit:

Rocksmith ist was ganz Besonderes auf dem Spielemarkt. Dank des mitgelieferten Kabels kann jede elektrische Gitarre oder Bass an die Xbox 360 angeschlossen werden und eure Konsole verwandelt sich in einen Verstärker. Und nicht umsonst steht auf der Verpackung: Jeder kann Gitarre oder Bass spielen. Das stimmt tatsächlich, man muss es nur wollen und üben, üben und nochmals üben. Wir sagen Daumen hoch für die Idee und sind gespannt was um demnächst im Musik-Spiele Bereich erwarten wird. Übrigens: Rocksmith gibt es auch als Bundle mit Gitarre, dafür solltet ihr aber schon knapp 180 € auf der hohen Kante haben.

Wertung:

Gut

Weitere Informationen gibt es auf:

www.rocksmith.com

Ubisoft