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Little Neuron entführt uns mit Robo Legend in eine einfache Zeit. Neben dem Erkunden einer uns unbekannten Welt steht das Vernichten von Gegnern im Mittelpunkt, welche alle ihre ganz eigenen Probleme mitbringen. Da gibt den schießenden Archetype den Körperkontakt suchenden Archetype. Alles bereits gesehen trotzdem funktioniert das Spiel für sich gestanden recht gut und konnte bereits anhand seiner ersten Demo überzeugen. Was euch aber in der Demo genau erwartet und welche Wünsche ich für die Zukunft des Spiels hege, findet ihr aber am besten selbst heraus.

Weiß genau, was es sein will

Wie in der Einleitung bereits angesprochen verrichtet Robo Legend keine heroische Tat und versucht nicht das gesamte Genre zu ändern. Es will einfach nur ein klassischer und spaßiger Twin-Stick Shooter sein, der uns über einen gewissen Zeitraum unterhält und das schafft der Titel auch. Aber mal ganz langsam, kommen wir auf die Geschichte und die zugrundeliegende Steuerung zu sprechen. In Robo Legend übernehmt ihr die Kontrolle eines blauen kleinen Roboter. Dieser wurde aus unbekannten Gründen in eine unbekannte Umgebung teleportiert und begibt sich nun auf ein Abenteuer, das Mysterium hinter seiner „Beschwörung“ zu ergründen.

Um diese ungewollte Aufgabe zu überleben, gibt es nichts außer uns und unserer Waffe. Mit der Maus wird gezielt und geschossen, während die linken Finger mit WASD vor Projektilen ausweichen. Wie gut das Ausweichen funktioniert, liegt ganz bei uns. Hier zeigt sich direkt eine klare Stärke des Spiels: eine präzise Steuerung mit geringen Fehlerpotential. Wenn wir getroffen werden, ist es unsere Schuld. Manchmal kann es zwar so wirken als konnte man einem der Gegner nicht ausweichen, selten ist das aber wirklich der Fall, da es oftmals an unserem eigenen Versagen liegt. Eben diese flüssigen und präzisen Bewegungsmöglichkeiten machen das Spiel zu einem unterhaltsamen Abenteuer, in welchem wir schnell besser werden wollen, um unsere Gegner mit noch weniger Schaden in die Roboterhölle zu schicken.

Details, wo seid ihr?

In der Demo von Robo Legend, welche auch ihr direkt auf Steam downloaden könnt, sind bereits die ersten Gebiete, wie die Stadt als Hubbereich erkundbar und spielbar. Auch wenn das Reisen und stetige Kämpfen ein tolles Erlebnis darstellen, habe ich leider häufig vergebens nach Details in der Spielwelt gesucht. Zu oft habe ich das Gefühl gehabt generische Welten zu bereisen, welche locker auch aus einem Online-Store hätten stammen können. Das wäre prinzipiell kein Problem, wäre die Welt wenigstens mit interessanten Details und Objekten gefüllt, welche dem Spiel eine eigene Identität zuschreiben würden. Bis zum Release des Titels würde ich mir hier gerne etwas mehr Wünschen.

Dafür aber muss ich ein großes Lob dem Design der Nebenmissionen aussprechen. Diese sind eine tolle Abwechslung zum normalen Gameplay und können durchaus mit kreativen Ideen glänzen. Recht früh in der Stadt müsst ihr für die Farmer-Familie das Feld bestellen und danach vor möglichen Bedrohungen beschützen. Eine Rattenplage mit einem Bulldozer zu überfahren kam überraschen, hat dafür aber viel Spaß gemacht und bei mir persönlich für ein Schmunzeln gesorgt. Auch in der gesamten Welt angeln zu gehen oder Besorgungen zu machen, war genau die Art Beschäftigung, die ich außerhalb des regulären Gamingloops gebraucht habe. Zumal wollte ich kurz erwähnen, dass ihr die Geschichte mit euren Entscheidungen beeinflussen könnt, wobei dieser Aspekt in der Demo noch nicht genug im Mittelpunkt stand, um ihn ausführlich zu beschreiben oder zu kritisieren.

Verloren unter Robotern…

Trotz einem gesamt recht positiven Eindruck des Indie Titels von Little Neuron, gibt es zwei Kritikpunkte, welche ich gerne ansprechen möchte, um dem Studio mögliche Verbesserungen vor der eigentlichen Erscheinung mit auf den Weg zu geben.

Da gibt es zum einen die fehlende Karte. Aufgrund der verzahnten Struktur der Levels und dem durchgehenden Feuerbeschuss in allen Räumen ist es recht schwer den Überblick zu behalten. Natürlich kann es bereits eine Karte geben, diese habe ich in meinem Durchlauf der Demo jedoch nicht finden können. Um also nicht allzu schnell in der Spielwelt verloren zu gehen, wäre eine Karte oder ähnliches die perfekte Möglichkeit den Spieler an die Hand zu haben, wobei durch eine aufrufbare Karte niemand gezwungen ist, diese Option in Anspruch zu nehmen.

Ein anderes Problem sind die einfachen Bosse. Meckern auf hohem Niveau, ich weiß, aber auch auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad sind die Bosse der Demo noch recht einfach und auch sonderlich kurz. Da bisher noch nicht alle Bosse bekämpft werden können, lege ich diese Kritik aber nur frei in den Raum. Sollten sich die späteren Bosse im finalen Spiel als herausfordern und auch umfangreich herausstellen, kann dieser Kritikpunkt als obsolet betrachtet werden.

Fazit:

Prinzipiell erwartet uns mit Robo Legend also ein fantastischer Twin-Stick Shooter, welcher nur noch geringe Macken aufweist und auf ein tolles Endergebnis hoffen lässt. Während die Nebenmission recht umfangreich ausfallen und die Steuerung butterweich von der Hand geht, muss nur noch die Levelführung und die Balance des Schwierigkeitsgrads angepasst werden, wobei wir noch nicht wissen, was uns im späteren Verlauf der Geschichte erwartet. Aufgrund der kostenlosen Demo kann jeder in das Spiel reinschauen und macht dadurch sowieso nichts falsch. Ein Spiel, welches man definitiv im Blick halten sollte.

About author

Robin S.

Robin ist zwar mit Nintendo aufgewachsen, ist aber Zuhause auf der PlayStation und spielt, was ihm vor die Füße kommt. Auch sammelt er gerne physische Spiele und ist begeistert von wunderschönen Steelbooks.

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