Risiko im Test

Der Sommer lässt uns doch noch schwitzen und treibt uns durch tropische Temperaturen sogar in schlaflose Nächte. Das heisst aber nicht, dass wir von Games-Mag.de faul in der Sonne liegen und einem Cocktail nach dem anderen schlürfen. Wir haben uns in unser gut gekühltes Wohnzimmer gesetzt und mit ein paar Freunden einen echten Klassiker in der Brettspielriege gespielt. Dank der freundlichen Unterstützung von Hasbro geht es dabei um das Kult-Strategie und Taktikspiel Risiko. Ob das Spiel immer noch Laune macht, klärt unser Test zum Brettspiel auf. 

Risiko gehört sicherlich zu den weltweit bekanntesten Brettspielen überhaupt. Und deswegen haben wir uns auch gefreut, als der Postbote und das Paket von Hasbro vorbeigebracht hat. Auch 50 Jahre nach der Ersterscheinung gibt es immer wieder Neuauflagen des Brettspiels, welches nie seine Faszination verliert. Und im Jahre 1980 wurde das Spiel mit dem zweiten Platz beim Golden Pöppel ausgezeichnet. Muss man jetzt nicht unbedingt auf seinen Briefkopf schreiben, hört sich aber trotzdem gut an. Das Spielprinzip hat sich in 50 langen Jahren natürlich nicht viel geändert. Es geht um das Thema Krieg und die dazugehörigen Truppen. Leider wird das Thema in aller Welt ja immer noch sehr groß geschrieben und steht auf der Tagesordnung. Als Spieler zieht ihr eure Armeen zusammen und plant die Taktik. Sichert euch ganze Kontinente und erobert euch quasi die ganze Welt.

Jeder Zug und jede Aktion sind mit einem Risiko verbunden, und deswegen hört das Spiel auch auf den Namen. Und wenn das Würfelglück auch noch auf eurer Seite steht, habt ihr alles richtig gemacht. Erfunden wurde das Spiel übrigens vom franzözischen Filmregisseur Albert Lamorisse, der 1957 sogar mit dem Oscar ausgezeichnet worden ist. Doch kommen wir zum Spielprinzip. Auf einer Weltkarte mit 42 Ländern versuchen zwei bis sechs Spieler, die Länder oder Kontinente zu erobern. Das Ziel des Spiels besteht darin, euren Gegner zu vernichten oder die Weltherrschaft an sich zu reissen. Und hier spielt die Strategie natürlich ein tragende Rolle. Eure Armeen müssen natürlich auch richtig platziert werden, um am Ende siegreich zu sein. Doch auch der Würfel spielt eine große Rolle. Und jeder Zug, ist w oben erwähnt, ein echtes Risiko.

Bei unserem Spieleabend ging es gesellig zu und die Freude ein altbekanntes Spiel zu spielen war bei allen riesig groß. Viele kannten das Spiel noch aus ihrer Kindheit und haben es auch zusammen mit ihren Eltern gespielt. Die neue Auflage von Risiko bringt aber noch einige Varianten mehr als damals. So könnt ihr das Spiel entweder als Grundspiel für Einsteiger, als klassisches Spiel für Risiko-Veteranen, Risiko-Duell für zwei Spieler oder als Risiko mit Missionskarten spielen. Es wird also alles andere als langweilig. In der Spielausstattung erwarten euch neben dem Spielplan noch 5 Armeen mit je 40 x Infanterie, 12 x Kavallerie und 8 x Artillerie. Außerdem gibt es 13 Missionskarten, 43 Karten, 5 Würfel und 2 Übersichtskarten. Die Verpackung sieht natürlich noch ein wenig moderner aus, hat aber immer noch das gleiche Erkennungsformat und weckt bei jedem sofort Erinnerungen an die gute alte Zeit.

Beim Spiel selber will jeder natürlich möglichst gewinnen und so kann so ein Spielchen auch durchaus mal ein bisschen länger dauern. Aber eine Partie Risiko spielt man ja auch nicht mal eben nebenbei. Solltet ihr allerdings von dem Spiel noch nie was gehört haben, was wir ehrlich gesagt nicht ganz glauben, empfehlen wir euch die Grundspiel-Variante. Doch zurück zum eigentlichen Spielgeschehen. Die Kontinente sind alle farblich markiert. Nordamerika in gelb, Südamerika in rot, Europa in blau, Afrika in braun, Asien in grün und Australien in lila. Insgesamt gilt es 42 Gebiete zu kontrollieren. Wer die meisten davon schafft, gewinnt am Ende das Spiel. Das Spiel liefert drei schwarze und zwei rote Würfel mit. Die schwarzen Würfel sorgen für die Angriffe, bei den beiden roten wird verteidigt. Die Gebietskarten können gegen zusätzliche Einheiten getauscht werden. Bei den Waffenstillstandskarten, die nur im Grundspiel zum Einsatz kommen, ist das Spiel sofort zu Ende. Die zwei Übersichtskarten helfen euch dabei, wenn ihr das Spiel noch nicht so oft gespielt habt. Dabei helfen euch beide Seiten der Karten, während des Spiels den Überblick zu behalten.

Habt ihr euch für die Klassische Risiko Variante entschieden gibt es ein paar Änderungen zum Grundspiel. So werden die Startgebiete hier nicht vorgegeben, sondern selber ausgesucht. Wer am Ende alle 42 Gebiete kontrolliert, hat das Spiel gewonnen. Diese Variante dauert auch deutlich länger und es könnte sein, dass der Kartenstapel zur Neige geht. Dann einfach die eingetauschten Karten wieder mischen und verdeckt neu auslegen. Bei der Risiko Variante für zwei Spieler kontrolliert jeder Spieler eine Armee. Die übrigen 3 Armeen sind neutral. Wer am Ende 30 Gebiete kontrolliert oder seinen Gegner besiegt hat das Spiel gewonnen. Bis auf ein paar kleine Änderungen sind die Regeln wie beim Grundspiel. Die Waffenstillstandskarte findet in dieser Art des Spiels keine Verwendung.

Zu guter Letzt gibt es noch Risiko mit Missionskarten. Hier können 3 bis 5 Spieler eine farbige Armee aussuchen und legt sich die Einheiten beiseite. Auch hier wird die Waffenstillstandskarte nicht gebraucht. Jeder Spieler bekommt nun vom Kartenstapel eine Missionskarte. Alle Missionen haben einen ähnlichen Schwierigkeitsgrad. Dabei dürft ihr eure Mission natürlich nicht verraten und möglichst geheimhalten. Das Spiel ist vorbei, sobald ihr eine Mission erfüllt habt. Das geht allerdings nur, wenn ihr auch an der Reihe seid. Die vier verschieden Spielarten sorgen somit für genügend Abwechslung und Langzeitmotivation.

Zum zweiten Mal in der Geschichte des Strategiespielklassikers kämpfen Hobbystrategen außerdem noch in einer deutschlandweiten Turnier-Serie um den Einzug ins Finale zur deutschen Risiko-Meisterschaft 2012 und die Chance auf 1000 Euro Preisgeld.  Bei allen Turnieren wird eine Vorrunde a 90 Minuten und das Qualifikationsfinale in maximal 120 Minuten gespielt. Der beste Spieler jedes Tisches kommt in die zweite Runde und darf nach Spielende eine Risiko Spiel mit nach Hause nehmen. Der Sieger dieser Spielrunde qualifiziert sich für das große Finale. Beginnen wird das ganze am 15. September bei den Altenburger Spieletagen in der Zeitzer Straße 39 in 04600 Altenburg. Mehr dazu findet ihr auch auf der offiziellen Website.

Fazit:

Risiko geht immer. Ob vor 50 Jahren oder heute. Das Strategiespiel macht immer noch für Stunden Spaß und hat keinerlei Alterserscheinungen. Auch wenn das Thema Krieg natürlich ein wenig sensibel ist, wird es hier auf die spielerische Art und Weise gelöst. Und dank der vier verschiedenen Spielmöglichkeiten gibt es auch so schnell keine Langeweile. Und wer das Spiel wirklich zum Allerersten mal spielt, wird mit dem Grundspiel schnell in die Marterie eingeführt. Risiko macht wohl auch noch in hundert Jahren Spaß.

Wertung: 

Gut