*Retro-Ecke* Mystic Quest im Test

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Der mächtige Mana Baum thront hoch oben auf dem Berg Illusia, beschützt von den Gemma Rittern. Doch seine große Kraft lässt die Gier in den Menschen aufkeimen, so auch bei Dark Lord, Herrscher über das Imperium Glaive. Dessen Tagesablauf gestaltet sich durch für ihn durchaus erheiternden Kämpfen von Gladiatoren gegen die wildesten Bestien. Dabei wird oftmals so manches Leben gelassen.

Eines Tages erwischt es Willy, einen guten Freund des Protagonisten. Kurz vor seinem Abtritt erzählt er dem Helden von Glaive’s Plänen, was den Mana Baum angeht. Dark Lord will den Mana Baum an sich reißen und dessen Macht erhalten. Um dieses Vorhaben zu vereiteln, sollen wir den letzten noch lebenden Gemma Ritter aufsuchen. Nach einem etwas missglückten Fluchtversuch aus Burg Glaive treffen wir auf ein Mädchen und einen im Sterben liegenden Jungen. Das Mädchen wird vor mehreren Pilzköpfen gerettet, für Hasim ist es leider zu spät als dass wir ihm noch helfen könnten.

mq_screenshot (2)Nachdem das Mädchen (sie spielt noch eine sehr wichtige Rolle, auf die im späteren Spielverlauf noch sehr eingegangen wird) sich von Hasim verabschiedet hat, geht es nach einem kurzen Aufenthalt im nächsten Dorf weiter nach Norden in die Berge. Dort finden wir am Wasserfall eine kleine Hütte, in der ein alter Mann lebt: der letzte Gemma Ritter ist gefunden. Mit der Spitzhacke, die Bogard dem Helden überlässt, bahnen wir uns den in der östlichen Höhle von Felsen blockierten Weg nach Wendel. Bei einem doch recht langen Weg muss man natürlich auch irgendwo übernachten, was bietet sich besser an als ein gemütliches Hotel? Leider aber kommt uns die frischgebackene Freundin dort abhanden, wir finden sie letztendlich im Keller wieder. Nach der Ankunft in Wendel sowie einem Gespräch mit dem Weisen Cibba wird das Mädchen erneut entführt, diesmal vom Hofmagier Dark Lords, Julius. Wir stürmen – mit der Hoffnung, unsere Begleiterin zu retten – sein im Westen befindliches Luftschiff, werden jedoch nach kurzer Zeit von Bord geworfen.  Damit beginnt das eigentliche Abenteuer erst richtig. Wir erwachen in Amandas Haus, die uns das Amulett des Mädchens abnimmt. Nun beginnt die Suche nach Amanda und natürlich auch dem sehr wichtigen Amulett.

Der Grafmq_screenshot (1)ikstil dieses Abenteuers hält sich in für Gameboy-Spiele typischem 2D mit Vogelperspektive, wie es unter anderem schon im für das Nintendo Entertainment System (NES) erschienenen The Legend of Zelda war. In den Regionen der Welt von Mystic Quest lauern die verschiedensten Gegner wie bspw. Schleimmonster, giftige Pflanzen und eine kleine Familie von Echsen im Sumpf oder später auch in der Wüstenregion beheimatete Skorpione, Krokodile und Basiliken. Auch die unzähligen Bossgegner sind äußerst detailliert, besonders eindrucksvoll kommt auch der Wächter des Bombenzaubers daher. Ja, richtig gelesen, neben den verschiedenen Waffen wie Schwert, Axt, Peitsche oder auch den überaus praktischen Morgenstern gibt es Zauber, mit denen sich der Held sein Abenteuer etwas leichter machen kann.

Es sei aber zu beachten, dass nicht jeder Zauber wirklich vonnöten ist, um ein Vorankommen zu ermöglichen. Wichtig sind in erster Linie die Zauber Flam, Eis und Bomb. Auf die Heilzauber Lebe und Salb könnte man durchaus verzichten, jedoch erhält man diese im Spielverlauf automatisch.

Hinter dem fabelhaften Soundtrack des Squaresoft-Titels stecken Kenji Ito sowie Nobuo Uematsu. Die gewählten Stücke untermalen das jeweilige Spielgeschehen perfekt, wobei sich so manche Dungeonmusik gerne mal wiederholt, was dem Spielvergnügen aber kein Bein abbricht.

Fazit:

Eines der besten Action-Rollenspiele, die in den 90er Jahren auf den Markt kamen. Meiner Meinung nach stark vergleichbar mit The Legend of Zelda: Link’s Awakening. Für mich aber ist Mystic Quest (in Japan übrigens unter dem Titel Seiken Densetsu erschienen) der deutlich bessere sowie umfangreichere Titel mit sehr hohem Wiederspielwert, weshalb ich es auch noch nach über 20 Jahren immer wieder gerne in den Gameboy-Schacht stecke und die Welt vor Dark Lord rette. Im Übrigen enthält das Spiel auch einige sehr nette Glitches. Und es gibt sogar einen Chocobo, mit dem ihr später sogar noch über Wasser laufen könnt.

Wertung:

Sehr Gut

(c) Steffen Neumann