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Viele dachten sich am 17. Juli 2021 zum Release des Spiels sicher: „Oh nein, nicht noch ein Simulator!“. Auch ich kann mich davon nicht ganz freisprechen. Wer will es einem auch verübeln? Mittlerweile wird man von Simulatoren regelrecht erschlagen. Man kann einen Bauernhof führen, angeln oder jagen gehen. Man fliegt Flugzeuge oder fährt LKWs. Oder man macht so kuriose Dinge wo man als Ziege eine Stadt zerlegt oder simuliert das man ein Felsen ist. Trotz anfänglicher Skepsis gab ich Police Simulator: Patron Officers eine Chance

Nach der Installation begann ich den Karrieremodus. Man hat die Wahl zwischen vier männlichen und vier weiblichen Officers. Jeder hat seine eigene Hintergrundgeschichte, die jedoch keine Auswirkungen auf das Spielgeschehen hat. Vor Beginn der ersten Schicht bekommt man die Grundlagen erklärt. Man macht 5 Schichten pro Woche, kann sich aber auch Urlaub nehmen. Besonders wichtig ist die Erklärung des Punktesystems. Es gibt SP (Schichtpunkte) und CP (Verhaltenspunkte). Schichtpunkte sind gleich zu setzen mit Erfahrungspunkten. Am Anfang der Schicht sind sie auf 0. Je mehr berechtigte Strafzettel man ausstellt oder berechtigte Festnahmen macht, desto mehr Schichtpunkte bekommt man. Durch Schichtpunkte bekommt man Sterne. Je mehr Sterne man hat, desto mehr Gegenstände und Gebiete werden frei geschaltet. Bei den Verhaltenspunkten ist es anders. Jede Schicht startet man mit 100 CP. Für jede unberechtigte Festnahme und jeden unberechtigten Strafzettel verliert man eine bestimmte Anzahl von CP. Sinken die CP auf 0, wird man entlassen und das Spiel wird beendet. Ich wählte als Officer Emma Davis und begann meine erste Schicht.

Die erste Schicht

Bei der ersten Schicht läuft man durch North Point und stellt Strafzettel aus. Die Hauptaufgabe ist es Falschparkern Strafzettel zu geben, wenn sie zum Beispiel auf dem Bürgersteig oder gegen die Fahrtrichtung parken. Stehen Fahrzeuge an Bushaltestellen, oder blockieren Einfahrten, kann man sie sogar abschleppen lassen. Aber parallel kann man auch noch Leuten die unbefugt die Straße überqueren oder die achtlos ihren Müll auf die Straße werfen ein Knöllchen aufdrücken. Da aller Anfang schwer ist, verlor ich erst einmal eine geringe Anzahl an CP als ich Leuten unberechtigte Strafzettel aufbrummte. Aber als ich erst mal drin war in dem Spiel lief es gar nicht so schlecht. Am Ende er ersten Schicht hatte ich 105 SP gesammelt und 35 CP verloren, so das meine CP auf 65 gesunken waren.

Zu Beginn der zweiten Schicht konnte ich mir die Länge der Schicht selbst aussuchen. Man die Wahl zwischen einer minimalen Dauer von 15 Minuten und einer maximalen Dauer von 90 Minuten. Dazwischen gibt es mehrere Abstufungen. Die Dauer der Schicht, sollte man sich gut überlegen, da man die Schicht nicht vorzeitig beenden kann. Das Einzige, was möglich ist, ist entweder zum Hauptmenü zurückzukehren oder das Spiel zu beenden, aber dann verliert man sämtliche SP, die man bis dahin in der Schicht gesammelt hat. Da ich Blut geleckt hatte, wählte ich die 90 Minuten Schicht, um möglichst viele SP zu sammeln. Bei der zweiten Schicht fielen mir auch diverse Dinge auf die ich bei der ersten Schicht zunächst gar nicht so wahrgenommen hatte. Die verschiedenen Fußgänger die auf den Bürgersteigen unterwegs waren sahen sich alle ziemlich ähnlich und trugen auch ähnliche Kleider, die auch nicht großartig in ihrer Farbauswahl variierten. Auch die Dialoge waren nicht nur eintönig, sondern ergaben zum Teil auch keinen Sinn.

Ließ man Fußgänger, denen man gerade einen Strafzettel verpasst hatte, gehen, sagte Ihnen Officer Davis sie können nun weiterfahren. Fahren? Keine Ahnung, ob es sich dabei um einen Spielfehler oder eventuell einen Übersetzungsfehler handelt. Jedoch war dies leider nicht das Einzige. In der zweiten Schicht tauchten die ersten Bugs auf. Hieß es noch extra in den Tooltipps, dass man abgelaufene Personalausweise ahnden soll, verlor ich im Spiel CP als ich dies tat, weil es hieß das dies unrechtmäßig sei, obwohl man am Datum definitiv erkannte das der Ausweis nicht mehr gültig war. Der nächste Bug kam in einer Personalkontrolle. Eine Frau hatte unbefugt die Straße überquert. Als ich ihren Personalausweis kontrollierte, bekam ich den Hinweis sie zu durchsuchen, da sie geweitete Pupillen hatte. Nach der Durchsuchung ergriff sie die Flucht und sprang auf eine Bank, wo sie stehen blieb, bis sie despawnte, da es mir nicht mehr möglich war an ihr irgendeine Aktion, wie ansprechen oder festnehmen durchzuführen.

Außerdem verlor ich auf Grund des Bugs CP. Neben Bugs hatte ich aber in der zweiten Schicht auch Erfolge zu verbuchen. Zum Beispiel fand ich heraus, dass man grüßende Bürger zurückgrüßen kann und dafür 2 SP bekommt. Außerdem hatte ich meine erste Festnahme, als ein Mann einen gestohlenen Personalausweis mit sich führte. Nach 90 Minuten beendete ich meine zweite Schicht mit 443 SP und immerhin noch 60 CP. Ich erhielt zwei Sterne und damit nicht nur gleich zwei neue Gebiete, sondern auch diverse neue Ausrüstung, wie zum Beispiel eine Radarpistole

Police Simulator: Patrol Officers ist ein entspannter Simulator mit diversen Kinderkrankheiten. Neben den bereits erwähnten Bugs, gab es den nicht ganz so tragischen Bug, dass die Uhr AM statt PM angezeigt hat. Allerdings gehe ich davon aus, dass mit den nächsten ein bis zwei Updates die gröbsten Bugs behoben werden und der eine oder andere Bug kann schließlich in den besten Spielen mal vorkommen. Die Grafik ist bis auf den einen oder anderen Grafikfehler für einen Alltagssimulator recht gut. Die Steuerung ist Anfängerfreundlich und wenn man die Tutorials aktiviert hat, kann fast nichts schief gehen.Auch die Platintrophäe ist auf Playstation nicht schwer zu erreichen. Man muss lediglich mit genügend Ausdauer Schichten im Karrieremodus machen um die entsprechenden Aufgaben für die einzelnen Trophäen erfüllen, wie zum Beispiel 50 Strafzettel an Raser zu verteilen, oder 120 Beweisfotos machen (beides über mehrere Schichten hinweg).  Fakt ist:

87%

Police Simulator: Patrol Officers ist kein Spiel für Jedermann. Leute, die es gerne actionreich haben, werden dort nicht auf ihre Kosten kommen. Aber wer gerne mal wissen wollen, die der Alltag eines amerikanischen Streifenpolizisten ist und dabei sich die Gegend anschauen möchten, denn auch für das entdecken von Sehenswürdigkeiten, gibt es SP, während sie den einen oder anderen Strafzettel an Falschparker, Raser oder Umweltsünder verteilen, kommen bei diesem Spiel voll auf ihre Kosten. Und für denjenigen, dem das Ganze alleine zu langweilig ist, hat das Spiel sogar einen Mehrspielermodus parat, wo man gemeinsam als Partner spielen kann.

  • Sound
  • Design
  • Atmosphäre
  • Steuerung
  • Spielspass
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