Pokémon Sammelkartenspiel – Sonne & Mond: Grauen der Lichtfinsternis

Dunkle Schatten am Himmel über Alola! Unser Hands-On zur neuen Pokémon Sammelkartenspiel Erweiterung Sonne & Mond: Grauen der Lichtfinsternis.

0

Mit Grauen der Lichtfinsternis fügt das Pokémon Sammelkartenspiel dem Sonne & Mond-Zyklus seine mittlerweile sechste Erweiterung hinzu und verstärkt den Support von Ultrabestien deutlich. Zwei neue Themendecks gibt es ebenfalls, doch die gehen ihren ganz eigenen Weg. Und irgendwo zwischen seltenen Schätzen und nützlichen Karten, macht sich auch ein klein wenig Ernüchterung breit.


Die Booster

Ihr kennt das Spiel. Pro Booster erhalten wir auch in Grauen der Lichtfinsternis 10 zusätzliche Sammelkarten, sowie eine Energiekarte und einen Code, für den wir dann in der Online-Variante des Pokémon Sammelkartenspiels ein digitales Boosterpack erhalten. Eifrige Sammler sind selbstverständlich wieder auf der Suche nach wertvollen Pokémon GX, ihren Full Art-Versionen und anderen Karten, die auffällig glitzern. Über die sogenannte Pull Rate lassen sich nach wie vor nur grobe Vermutungen anstellen und natürlich spielt dabei auch der Zufall eine entscheidende Rolle, mit zwei holographische Karten und einer Zygarde GX Full Art aus insgesamt vier Boostern, schätzen wir uns aber durchaus glücklich.

Zu den über 130 verschiedenen Karten des Sets gesellen sich ein weiteres mal die umstrittenen Ultrabestien, die nun durch diverse Trainerkarten wertvolle Unterstützung erhalten und somit auch Einzug in kompetitive Duelle halten dürften. Schabelle und Schlingking treten erstmals als herkömmliche Pokémon-Karten in Erscheinung, wobei Agoyon und das mächtige Ultra-Necrozma GX-exklusive Motive bleiben.

Mit Diancie und Arceus erleben auch die Prisma-Stern-Karten aus Sonne & Mond: Ultra-Prisma ein zünftiges Comeback. Für den Support von Ultrabestien finden wir in Grauen der Lichtfinsternis sogar eine Prisma-Karte mit dem hübschen Namen Bestien-Energie, die den außerirdisch wirkenden Pokémon zusätzliche Energie und einen Boost auf ihren Angriff verspricht. Doch Achtung, wie schon im Hands-On zur vorigen Erweiterung erklärt, landen Prisma-Stern-Karten nicht auf dem Friedhof, sondern im Nirgendwo. Eine Methode, sie von dort wieder ins Spiel zu holen, gibt es aktuell nicht. Außerdem dürfen wir von jedem Exemplar nur eine Karte in unser Deck mischen.

Apropos, denn auch der Einsatz von GX-Attacken ist in gleichem Maße limitiert. Ein Angriff pro Spiel, so zumindest das allgemeine Regelwerk. Mit der neuen Trainerkarte Heureka, die es auch als hübsches Full Art-Motiv gibt, ist uns das aber ziemlich schnuppe und wir erlauben unserem Zygarde GX, den Einsatz seiner GX-Attacke sogar dann, wenn wir im aktuellen Spiel schon einen dieser mächtigen Angriffe abgefeuert haben. Sein Urteilsspruch GX teilt ganze 150 Schadenspunkte aus und verhindert im nächsten Zug jeglichen Schaden durch Pokémon GX und Pokémon EX – ziemlich coole Kombo.

Leider begegnen uns auch in Grauen der Lichtfinsternis viele Pokémon zum wiederholten mal. Araqua, Mähikel, Pam-Pam und wie sie alle heißen, waren gefühlt in jeder Erweiterung des Sonne & Mond-Zyklus zu finden. Und das, obwohl es über 800 Ausweichmöglichkeiten im riesigen Kader der Hosentaschenmonster gäbe. Viele Pokémon, wie beispielsweise Feuer-Starter Fynx, treten sogar in zwei unterschiedlichen Varianten auf. Bis auf verschiedene Werte und Attacken, macht das nur wenig Sinn und das Set unnötig groß.

Dafür ist die Lore hinter den Kartenmotiven wieder recht interessant gestaltet, denn mit Grauen der Lichtfinsternis befinden wir uns in der Kalos-Region von Pokémon. Das wird vor allem deutlich, wenn wir uns Karten von Resladero oder Heureka anschauen, die beide den Prismaturm im Hintergrund ihrer Illustration zeigen. Heureka ist sogar die Schwester des hiesigen Arenaleiters Citro, den viele von euch schon aus den Videospieladaptionen oder der TV-Serie kennen sollten.

Die Themendecks

Mit dem üblichen Inhalt von 60 Karten, einer Kartenliste und Münze, der passenden Spielunterlage, Schadensmarken und einer Code-Karte für das Pokémon-Online-TCG gehen die beiden Themendecks Tropenwucht und Zwielichtklaue an den Start.

In Tropenwucht sorgt Alola-Kokowei für taktisch anspruchsvolle Kartenduelle. Auf der Verpackung verspricht das Themendeck zwar ausschließlich den Typ Pflanze, in Wahrheit hat der vorgegebene Stapel aber weitaus mehr zu bieten. Alola-Sandamer vom Typ Wasser, Sonnfell als Kampf-Pokémon, Alola-Knogga vom Typ Feuer und nicht zuletzt Alola-Rattikarl, das gleich in zwei Varianten vertreten ist, in beiden Fällen aber unbedingt Finsternis-Energie benötigt.

Die Vielfalt überzeugt als echt stilvolle Variante, Gegner zu verwirren und zumindest den Typennachteil schnell zu kontern. Zwar sorgen Trainer-Karten wie Lady oder Tali für reichlich Nachschub auf der Hand, doch generell besteht natürlich immer die Gefahr, dass uns hier die Energie für bestimmte Attacken ausgeht oder wir sie nicht rechtzeitig in die Finger bekommen.

Tropenwucht ist somit nur fortgeschrittenen Spielern zu empfehlen, die auf der Suche nach einem festgelegten, aber dennoch sehr experimentierfreudigem Deck sind, das mehr Spaß, als einen einfachen Sieg verspricht.


Zwielichtklaue kommt dagegen wieder recht aufgeräumt, aber mindestens genauso spannend daher. Coverstar Wolwerock, das hier in der besonderen Zwielichtform vertreten ist, fügt mit seiner Attacke Gaunergefahr 20 Schadenspunkte mehr mal der Anzahl der Pokémon auf der Bank unseres Gegners zu. Das ist an sich schon recht nützlich, in Zusammenarbeit mit dem ebenfalls vertretenen Zwirrfinst wird es aber erst so richtig interessant. Das Pokémon vom Typ Psycho spielt unserem Wolverock gekonnt in die Hände…pardon…Pfoten, indem es seine Fähigkeit Dunkle Einladung einsetzt und so für eine volle Bank auf der Seite unseres Kontrahenten sorgt.

Während wir damit beschäftigt sind, die beiden Pokémon ins Spiel zu bringen, wissen Calamanero und Amfira sinnvoll zu unterstützen. Auch Trainer wie Cynthia, Lilly oder Tali füllen unsere Hand immer wieder auf. Sollte es dagegen einmal brenzlig werden, schützen wir aktive Pokémon mit dem Schwächenschutz oder lassen sie durch die Item-Karte Tausch mit einem Pokémon auf der Bank wechseln.

Im direkten Vergleich spielt sich das Themendeck Zwielichtklaue etwas besser, als das experimentelle Tropenwucht. Grundsätzlich geht es hier deutlich offensiver zu, doch gerade das Zusammenspiel von Wolverock und Zwirrfinst sorgt für frischen, taktischen Wind. Blutigen Anfängern ist auch dieses Themendeck nur bedingt zu empfehlen, denn ein wenig Feingespür und Kenntnisse erfordert es schon, um die angedachten Hauptspielzüge des Decks überhaupt aufzubauen.

Ansonsten gibt es in den Boostern von Grauen der Lichtfinsternis wieder etliche Möglichkeiten, beide Themendecks nach eigenem Wunsch zu verändern. So ein Zygarde GX würde sich in Zwielichtklaue sicher auch gut machen – einfach mal ausprobieren.


Unser Hands-On zur aktuellen Pokémon Sammelkartenspiel Erweiterung Sonne & Mond: Grauen der Lichtfinsternis basiert auf Boosterpacks und den beiden Themendecks, die uns freundlicherweise von unseren Medienpartnern der Marchsreiter Communications zur Verfügung gestellt wurden.

Fazit

Sammelspaß und die Lust auf spannende Kartenduelle bleiben unverändert, doch so langsam machen sich auch leichte Abnutzungserscheinungen am Sonne & Mond-Zyklus bemerkbar. Über die ewig gleichen Basis-Karten runzle ich beim Öffnen der Boosterpacks nur noch die Stirn und wann ich das letzte mal eine frisch gezogene Phase 2-Karte in mein persönliches Deck aufgenommen habe, weiß ich auch schon gar nicht mehr. Trotzdem freut es mich, dass das Pokémon Sammelkartenspiel weiterhin am Konzept der mächtigen Prisma-Stern-Karten festhält und auch die Ultrabestien endlich den verdienten Support erhalten.Was die Themendecks betrifft, hat mich Tropenwucht buchstäblich umgehauen. Lange habe ich mich nicht mehr so sehr mit einem konstruierten Deck beschäftigen müssen, um damit sinnvolle Spielzüge aufzubauen, was letztlich für eine erfrischende Spielerfahrung gesorgt hat. Am Ende konnte mich dann aber doch eher Zwielichtklaue überzeugen, das mit lediglich zwei Typen weniger Gefahren für mich, dafür aber umso mehr für meine Gegner bietet.Nichtsdestotrotz wäre ein wenig frischer Wind durchaus wünschenswert, denn nach ganzen sechs Erweiterungen im selben Zyklus bin ich einfach bereit für neue Dinge, die das riesige Pokémon-Universum durchaus zu bieten hätte.