Optimaler Internetanschluss für Gamer – alles zu Bandbreite und Ping

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Während vor einigen Jahren Gamer ihre Spiele auf CD-Rom und DVD hatten, sieht es heute anders aus. Heutige Games verlagern sich immer mehr auf das Internet. Dabei geht es nicht nur um Spielstände und Updates, die auf Gaming-Servern gespeichert werden. Da viele der Games so realistisch geworden sind (lebensechte Grafik), gehen Hersteller dazu über ganze Datenpakete auf eigenen Servern zu belassen. Dann gibt es auch noch Games wie das einst so beliebte World of Warcraft, die ausschließlich im Internet gespielt werden. Wir schauen uns heute einmal die Voraussetzungen für einen optimalen Internetanschluss an.

Wir sind in einem vorherigen Artikel bereits auf die besonderen Anforderungen eines Internetanschlusses für Gamer eingegangen. Das Thema wollen wir hier erneut aufgreifen und vertiefen, sowie Tipps geben.

Die Problemstellung: DSL zu langsam

Wenn mitten im Ballerspiel plötzlich Ruckler und Verzögerungen dazu führen, dass man als Gamer das Spiel verliert, ist der Ärger groß. Gamer sprechen hier vom „Lag“. Während der eigene Bildschirm wie festgefroren ist, geht das Game für den Spieler gegenüber natürlich weiter. Der Gegner hat leichtes Spiel. Frustrierend ist es auf jeden Fall, wenn Datenpakete verloren gehen oder Zeitverzögerungen im Duell den Ausschlag geben, wer gewinnt und wer verliert. Gamer sollten daher einen Internetanschluss wählen, der eine hohe Bandbreite hat und ausreichend schnell ist. Was ist aber schnell und worauf sollte genau geachtet werden?

Was hat es mit der Bandbreite auf sich?

Die Bandbreite wird in Mbit/s oder Gbit/s angegeben. Für Gamer ist maßgeblich die Download-Bandbreite wichtig. Aktuelle DSL-Anschlüsse erreichen hier 16, 25, 50, 100 oder 250 Mbit/s. Letztere Surfgeschwindigkeit ist aber nicht flächendeckend in Deutschland verfügbar, sondern nur bestimmten Ausbaugebieten vorenthalten. Wo und wie schnell der Anschluss ist, kann jeder bei einer Prüfung der Internet-Verfügbarkeit in Deutschland ermitteln. Dabei muss beim Anbieter (Z.B. Telekom, Vodafone oder 1&1) die eigene Adresse angegeben werden. Der Provider prüft in der eigenen Datenbank wie gut der Haushalt per Kabel angebunden ist und gibt die buchbaren DSL-Tarife aus.

Wer mehr als 250 Mbit/s Download-Bandbreite braucht, wird auf eine alternative Technologie umsteigen müssen. Kabel-Internet (DOCSIS) über den Kabelanschluss ist in Deutschland die zweithäufigste Technik für einen Breitbandanschluss. Dabei muss der Haushalt von einem Kabelanbieter am Kabelnetz angebunden sein. Die größten Kabelanbieter sind Unitymedia, Vodafone und PYUR. Wer richtig Glück hat, ist per Glasfaser angebunden. Da diese Technologie in Deutschland nicht weit verbreitet ist, dürften das die wenigsten Gamer sein. Falls doch, dann sind hier die schnellsten Download-Raten mit bis zu 1 Gbit/s realisierbar. Die Übertragung der Daten findet in Lichtgeschwindigkeit statt.

Warum ist der Ping noch wichtiger?

Sie gibt an wie schnell du Datenpakete herunterladen kannst. Mit zunehmender Bandbreite sinkt also die Dauer bis ein Update oder Spiel aus dem Internet heruntergeladen ist.

Für Gamer ist aber die Latenz oder der Ping noch wichtiger. Sie bezeichnet die Verzögerung für Datenpakete. Im Duell 1-gegen-1 ist sie oftmals entscheidend. Je niedriger der Ping in ms (Millisekunden) ist, desto besser für den Gamer. Ist der Ping hoch, so treffen nicht nur die Datenpakete verzögert ein, sondern auch oftmals die Patronen im Ego-Shooter.

Werte um 20 bis 30 ms sind sehr gut. Glasfaseranschlüsse erreichen sogar noch niedrigere Werte. LTE (Mobilfunknetz) und Satelliten-Internet ist aufgrund der Zeitverzögerungen (hohen Pings) übrigens nicht für’s Gaming geeignet. Wer einen Ping von über 100 ms hat, der sollte den Anbieter wechseln.

6 Tipps für die Beschleunigung eines Internetanschlusses

  • Benutze ein Netzwerkkabel statt WLAN: WLAN ist störanfällig und insbesondere bei dicken Wänden oftmals ein Grund für Lags.
  • Tausche Ethernetkabel aus. Alte Netzwerkkabel, die auch noch geknickt sind? Das kann zur Folge haben, dass dein Internet Störungen hat. Verwende neue LAN-Kabel.
  • Beende alle Internetanwendungen außer dein Game. Jede Internetanwendung, die deine Leitung benutzt, führt zu langsameren Internetanschlüssen.
  • Prüfe, ob andere Geräte das Internet nutzen. Wenn die Schwester oder der Bruder sich per Video-Streaming die Lieblingsserie herunterlädt, dann kann das die Gaming-Leitung beeinflussen. Insbesondere bei langsamen Internet-Tarifen (16 Mbit/S und darunter) sind Probleme vorprogrammiert.
  • Router tauschen: ein neuer WLAN-Router hat meist auch modernere WLAN-Standards. Falls du per WLAN verbunden bist, dann solltest du auf ein neueres Model mit WLAN-Mesh-Funktionalität zurückgreifen.
  • Treiber neu installieren: Sind die Treiber der Netzwerkkarte veraltet? Dann solltest du dringend diese auf den neuesten Stand bringen. Im gleichen Zug ist auch eine Aktualisierung des Betriebssystems ratsam.

Wichtig ist außerdem die korrekte Einrichtung des Routers. Denn wer am Router die Leitung „bremst“ braucht sich beim Spielen von Games nicht über eine langsame Internetverbindung beschweren. Folgendes Youtube-Video hilft bei der Einrichtung eines Fritzbox-Routers: