Naruto to Boruto: Shinobi Striker bei uns im Test

0

Was wäre ein Jahr ohne ein Anime-Lizenzspiel? Als Fan der japanischen Serien kommt man kaum daran vorbei, egal ob es sich dabei um Saiyajins, Piraten, oder wie in diesem Fall, Ninjas handelt. Naruto to Boruto: Shinobi Striker versucht, sich vom gewohnten Gameplay der Ultimate Ninja Storm-Serie zu lösen und möglicherweise ein neues Franchise zu etablieren. Dragon Ball hat mit Xenoverse und FighterZ schon ganz gut vorgelegt, ob der neue Ableger unserer Lieblingsshinobis da mithalten kann, erfahrt ihr bei uns im Test.

Euer Abenteuer beginnt stilecht in Konohagakure, hier gibt es einiges zu entdecken.

Neuanfang

Weil der Anime Naruto sein Ende gefunden hat, hat es sich auch vorerst mit der Ultimate Ninja Storm-Serie erledigt. Da der Nachfolger Boruto noch nicht wirklich warmgelaufen ist, und auch noch recht wenig zu erzählen hat, hat man sich für einen anderen Weg für das neue Spiel von Publisher Bandai Namco entschieden. Denn Naruto to Boruto: Shinobi Striker ist ein komplett auf den Online-Multiplayer ausgelegter Team-Brawler. In Viererteams kämpft ihr mit selbsterstellten Ninjas in verschiedenen Spielmodi um den Sieg und damit um eure Platzierung in der Ninja-Weltliga. Das ist das Hauptaugenmerk des Spiels.

Vier Ninjas müsst ihr sein um hier zu bestehen. Sowohl Teamwork als auch individueller Skill sind hier wichtig.

Nichts für Solisten

Wenn ihr also die Story eures Lieblingsanimes nachspielen wollt, kann euch Naruto to Boruto: Shinobi Striker nicht helfen. Echter Singleplayercontent ist generell sehr rar gesäht. Lediglich die sogenannte VR-Trainingshalle lässt euch teilweise alte Kämpfe aus der Geschichte von Naruto nachspielen. Aber so wirklich Hand und Fuß hat das ganze auch nicht. Hier hätten wir uns eine originelle Story im Naruto-Universum gewünscht, Dragon Ball FighterZ hat das ganz gut vorgemacht mit der Geschichte um den neuen Android 21. Aber so werden Solospielern nur einige Nebenquests angeboten, ihr müsst also ganz genau wissen, was ihr wollt, ansonsten werdet ihr möglicherweise enttäuscht dreinblicken beim Anblick auf den Inhalt des Spiels.

Wie in der Serie müsst ihr euch Shukaku, dem einschwänzigen Biest stellen.

Innovatives Kampfsystem

Auch wenn sich das ganze für den ein oder anderen schon etwas negativ anhört, kann Naruto to Boruto: Shinobi Striker durchaus mit seinem Gameplay glänzen. Denn hier wurde etwas geschaffen, dass es so in dem Stil noch nie gab, und zugleich auch wirklich Spaß macht! Zu Anfang erstellt ihr euch euren eigenen Ninja. Um euch nun Ninjutsus, also Spezialfähigkeiten anzueignen, geht ihr in die Lehre bei einem Mentor. Diese Mentoren sind bekannte Helden aus dem Naruto-Universum und gewillt, euch ihre feinsten Moves und Angriffe beizubringen. Um das Mentor-Level zu steigern, müsst ihr einfach nur Kämpfe bestreiten. So fügt ihr nach und nach neue Jutsus in euer Arsenal hinzu.

Naruto und Kakashi sind zwei der vielen Mentoren im Spiel, die gewillt sind euch ihre Ninjutsus beizubringen.

Dabei sind die Jutsus noch in vier Rollen unterteilt, nämlich Angriff, Verteidigung, Fernkampf und Heilung. Das Rasengan ist beispielsweise eine Nahkampf-Attacke und kann nur verwendet werden, wenn ihr die Angriffsrolle spielt. Übernehmt ihr in der Schlacht dagegen die Fernkampf-Rolle, stehen euch unter Anderem die beliebten Feuerball-Jutsus der Uchihas zur Verfügung. So nimmt jede Rolle einen ganz eigenen Spielstil mit eigenen Jutsus ein. Da ihr im Kampf nach jedem Bildschirmtod eure Rolle wechseln könnt, ist es durchaus von Vorteil mehrere Rollen auszurüsten und zu beherrschen, um so doch noch das Blatt zu euren Gunsten zu wenden.

Nach einigem Training unter Naruto Uzumaki seid ihr selbst in der Lage, das Rasengan zu benutzen.

Die Kämpfe werden immer Vier gegen Vier ausgetragen, Teamwork nimmt also die höchste Priorität ein. Das ist man von früheren Anime-Games gar nicht so gewöhnt, waren die doch meistens auf klassisches Eins gegen Eins fokussiert. Jedoch funktioniert das ganze System von Naruto to Boruto: Shinobi Striker erstaunlich gut. Da die Ninjas aus der Anime-Vorlage auch immer in Teams agiert haben, kommt ein richtiges Naruto-Feeling rüber, wenn ihr als Team harmoniert und das gegnerische Team in die Schranken weist. Eine Gruppe aus vier Angreifern wird nämlich große Schwierigkeiten haben, wenn die Gegner mit Verteidigern und Heilern unterstützt werden.

Beim Ausführen von einigen stärkeren Moves seid ihr durchaus einige Zeit ungeschützt – Schutz durch eure Verbündeten wäre hier hilfreich.

Strategie führt zum Sieg

Insgesamt gibt es vier verschiedene Spielmodi, in denen ihr euch mit Spielern aus der ganzen Welt messen könnt. Dabei ist immer ein Modus vorbestimmt, der in der Ninja-Weltliga (quasi dem Ranked-Modus) gespielt wird. Eine Saison der Weltliga geht zwei bis drei Wochen lang, danach wird in der neuen Saison ein anderer Spielmodus gespielt. Beispielsweise wurde zum Zeitpunkt unseres Tests der Modus „Bereich sichern“ in der Ninja-Weltliga gespielt. Hier gibt es ganz klassisch drei Bereiche, die beide Teams versuchen zu übernehmen und möglichst lange zu halten. Anders als im klassischen Team-Deathmatch sind Verteidiger besonders effektiv, um oben genannte Bereiche zu halten und vor Eindringlingen zu schützen. Beispielsweise hatten wir oft mit Gaaras Sandschilden zu kämpfen, die einen große Reichweite haben und dem Gegner wertvolle Zeit verschafft haben. Ihr seht also, dass es unzählige Strategien gibt die zum Sieg führen, was vor allem auf die verschiedenen Rollen und Spielmodi zurückzuführen ist.

Hier versuchen wir eine gegnerische Basis einzunehmen, um so doch noch einen Sieg zu erringen.

Lootboxen und anderes Übel

Für alles, was ihr in Naruto to Boruto: Shinobi Striker tut, erhaltet ihr Belohnungen in Form von Schriftrollen. Diese besitzen mehrere Seltenheitsstufen, und sind ebenfalls die Belohnungen für das erreichen von Rängen im Ranked-Modus. Die Schriftrollen enthalten Outfits, die nicht nur für die Optik da sind, sondern auch mehr oder weniger starke Zusatzeffekte besitzen. Da man reichlich Schriftrollen für eigentlich alles bekommt, was man tut, und diese nicht durch Echtgeld zu kaufen sind, ist dieses Lootboxen-System noch relativ angemessen und fair.

Bei Tenten könnt ihr eure Schriftrollen taxieren lassen, um so an deren Inhalt zu kommen.

Was uns jedoch nicht sonderlich geschmeckt hat, war die Ankündigung von DLCs bereits wenige Wochen nach Release, wo das Spiel noch mit einigen Fehlern wie Verbindungsabbrüchen zu kämpfen hatte. Games wie Witcher oder Dark Souls haben bewiesen, dass DLCs durchaus richtig gut sein können. Bei Naruto to Boruto: Shinobi Striker enthalten die DLC doch kaum wirklich neuen Content, sondern lediglich neue Mentoren, mit denen ihr Zugang zu neuen Jutsus erhaltet. Das hinterlässt bei uns einen Beigeschmack von stumpfer Geldmacherei, da Content wie dieser auch problemlos im Hauptspiel hätte enthalten sein können. Wollt ihr also alle Fähigkeiten im Spiel haben, werdet ihr wohl am Ende gut 90 Euro für das Spiel bezahlen müssen. Das hätte man unserer Meinung nach durchaus kluger lösen können.

 

79%

Naruto to Boruto: Shinobi Striker bringt euch frisches und authentisches Multiplayer-Gameplay im Naruto-Universum. Kompetitive Spieler werden viel Spaß an den äußerst taktischen und hektischen Kämpfen haben, für Solospieler ist das ganze jedoch eher nichts. Fans der Serie sind durch die unzähligen Moves und Outfits an Freischaltbaren mehr als bedient, an konkretem Inhalt könnte aber noch nachgebessert werden. Für den ersten Teil aber durchaus ein solider Grundstein.

  • Grafik 80%
  • Sound 85%
  • Story / Atmosphäre 80%
  • Steuerung 80%
  • Umfang 70%