Mit diesen 5 Tipps wird dein erster Ausflug an den Pokertisch kein Reinfall

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Pokern ist seit schon seit vielen Jahren eines der beliebtesten Spiele in Casinos, im Internet und in heimischen Runden. Sei es um richtiges Geld in der Spielbank oder vor allem um die Ehre im Freundeskreis – das Pokerspiel ist eine Mischung aus Glücksspiel und strategischem Können.

In Deutschland wird Poker seit über 20 Jahren begeistert gespielt und die Zahl der Spieler nimmt stetig zu. Dazu hat dieses Jahr ein deutscher Spieler die Pokerweltmeisterschaft in Las Vegas gewonnen und ganze 10 Millionen Dollar Preisgeld abgeräumt. Wir wollen in diesem Artikel ein paar Tipps geben, wie Dein Ausflug an den Pokertisch kein Reinfall wird. Dafür zeigen wir die 5 häufigsten Anfängerfehler auf und erklären, wie man diese vermeidet.

Ein häufiges Anfänger-Pokerleiden – und einer der Gründe, warum alle abgebrühten Profis so gerne gegen Anfänger spielen – ist die Tendenz von Poker-Anfängern, in viel zu vielen Situationen all ihre Chips zu verlieren. Ein Anfänger in einem Spiel wie No-Limit-Texas-Hold’em zu sein, ist sehr aufregend, kann aber auch schnell eine teure Erfahrung sein. Die Profis am Tisch warten nur auf einen Fehler und nehmen den Anfänger im Handumdrehen aus.

Dies sind die häufigsten Anfängerfehler, die man schnell und leicht vermeiden kann (wir gehen davon aus, dass Dir die Regeln von Texas Hold’em bekannt sind):

1. Die eigene Hand falsch lesen

Tatsächlich ist einer der größten Fehler, den Anfänger machen, das Board (die Gemeinschaftskarten) oder die eigene Hand falsch zu lesen. Es gibt nichts Demoralisierenderes, als alle Chips in der Mitte zu haben und zu denken, man hat eine Straße, nur um dann festzustellen, dass man doch nur 4 Karten zu einer Straße hat.

Ebenso häufig passiert es, dass Anfänger gar nicht erst erkennen, dass sie eine Straße oder einen Flush haben. Wenn Du online spielst, kann man Flushes und Flush-Draws sehr viel einfacher erkennen, wenn man auf ein 4-farbiges Deck umstellt, dann kann man Karo und Herz, sowie Kreuz und Pik immer sofort unterscheiden.

Insbesondere als Anfänger sollte man lieber einmal mehr seine Hand überprüfen, um sicherzugehen, dass man genau weiß, was man hat, bevor man viele Chips investiert. Es ist lange nicht so schlimm, etwas unsicher zu wirken, als völlig unbedacht alle Chips zu verlieren, nur weil man seine Hand nicht richtig gelesen hatte.

2. Völlig unsinnige Bluffs machen

Es gibt beim Poker etwas, das nennt man „Bluffs im Dunkeln“. Das sind Bluffs, die fast immer von Anfängern (und manchmal von frustrierten Spielern) gemacht werden. Ein normaler Bluff wird gemacht, wenn man eine schwache Hand hält, aber zuversichtlich ist, dass der Gegner selbst nicht sonderlich stark ist. Setzt man einen hinreichend großen Betrag, wird der Gegner schon glauben, dass man eine bessere Hand hat und seine Hand aufgeben.

Bei einem „Bluff im Dunkeln“ weiß der Spieler zwar, dass er nur eine sehr schlechte Hand hat, aber er denkt nicht darüber nach, was der Gegner haben könnte. Der Spieler blufft nur, weil er weiß, dass er anders nicht gewinnen kann. Zahlt der Gegner den Bluff und dreht eine bärenstarke Hand um, sieht der Bluffer ziemlich alt aus.

Für einen Anfänger ist es ohnehin schwierig, einzuschätzen, was die Mitspieler für Hände haben könnten – dafür braucht es ein wenig Praxis und Erfahrung. Deswegen ist es nicht verkehrt, in den ersten Partien auf große Bluffs weitestgehend zu verzichten. Man kann beim Poker auch ohne Bluffs gewinnen und riskiert so nicht, einen Großteil seiner Chips in einer völlig hoffnungslosen Situation zu verlieren.

3. Sich selbst ausspielen

Ein Fehler, den viele Spieler – nicht nur Anfänger – immer wieder mal machen, ist, dass sie sich selbst mit einem Zug ausspielen. Hier geben wir am besten ein Beispiel, dass wir so schon einmal am Tisch gesehen haben:

Ein Spieler hatte Dame-Bube und bezahlte damit eine Erhöhung vor dem Flop. Die Gemeinschaftskarten brachten Zehn-Neun-5 und der Gegner setzte. Der Spieler hatte einen Draw zu einer Straße und zahlte. Auf dem Turn kam noch eine Fünf, wieder setzte der Gegner und wieder zahlte der Spieler. Auf dem River kam eine unbedeutende Zwei und abermals setzte der Gegner.

Nun rief der Spieler aus, „Du bluffst!“ und zahlte auch den letzten Einsatz. Und siehe da, der Spieler hatte Recht, sein Gegner hatte geblufft. Allerdings hielt der Gegner König-Dame. Der Bluff des Gegners war mit König-hoch immer noch besser als die Hand des Spielers, der nur Dame-hoch vorweisen konnte.

Der Spieler hatte zum Schluss nur soweit gedacht, dass er den Bluff des Gegners erkannte, aber nicht eingesehen, dass seine Hand selbst gegen einen Bluff zu schwach war.

Solche Fehler lassen sich vermeiden, wenn man über jeden Spielzug in Ruhe nachdenkt, bevor man voreilig schießt. Denn es braucht nicht lange, um einzusehen, dass Dame-hoch auch gegen einen Bluff keine Hand ist, mit der man gewinnen kann.

4. Im falschen Casino spielen

Der vierte Fehler, den wir hier auflisten ist etwas anderer Natur. Er setzt nämlich bei der Auswahl der Spielumgebung an. Das Spiel im lokalen Casino oder auch im Internet kann erstaunlich teuer sein. Nicht nur hat man mit Gegenspielern zu kämpfen und muss diese schlagen, dazu hat man auch noch das Casino, das aus jedem gespielten Pot einen kleinen Anteil für sich abzwackt. Insbesondere Spielbanken und Live-Casinos können ziemlich teuer werden und Abgaben von über 10 Euro pro Pot sind in Deutschland keine Seltenheit.

Will man an einem klassischen Pokertisch spielen, hat man meistens keine große Wahl, wenn es um das örtliche Casino geht. Man muss mit der Abgabe leben oder versuchen, nur im Freundeskreis zu spielen. Spielt man jedoch online, hat man eine große Auswahl an verschiedenen Pokerseiten . Diese sind, was die Abgabe pro Pot angeht, wesentlich günstiger (in der Regel auf maximal drei Euro beschränkt) und viele Seiten bieten für Anfänger und Neuspieler sogar einen spürbaren Bonus an. Dafür sind die Mitspieler im Internet aber auch wesentlich stärker als im lokalen Casino und es ist schwieriger, diese zu schlagen. Hier empfiehlt es sich, auf den niedrigsten Limits zu beginnen, um Erfahrung zu sammeln.

5. Eine Hand nicht aufgeben können

Der letzte große Fehler, den wir immer wieder bei Anfängern sehen ist der teuerste. Für viele Anfänger ist es extrem schwierig, eine starke Starthand aufzugeben.

Eine Starthand wie Könige bekommt man im Schnitt nur alle 221 Hände und sieht ein Anfänger erst einmal diese beiden Könige, wird bei ihm im Kopf ein Schalter umgelegt und er kann nur noch daran denken, dass er eine enorm starke Hand hält. Dies hält in der Regel auch an, wenn die Gemeinschaftskarten ganz offensichtlich eine Straße oder einen Flush ermöglichen oder wenn ein Ass fällt.

Viel zu oft schon haben wir gesehen, dass ein Spieler all seine Chips mit Königen nach dem Flop verblasen hat, obwohl auf dem Flop schon ein Ass war. Die Reaktion war am Ende immer dieselbe: Schulterzucken und ein Hinweis darauf, dass er eine so starke Hand wie Könige ja nicht aufgeben konnte. Das ist jedoch fatal. Man muss seine Hand nach jeder neuen Karte und nach jeder gegnerischen Aktion neu evaluieren. Fällt ein Ass auf dem Flop muss der Schalter im Kopf wieder umgelegt werden. Die Könige sind dann keine starke Hand mehr, sondern bestenfalls noch mittelmäßig.

Schafft man es, diesen mentalen Switch am Pokertisch zu vollziehen, hat man gute Chancen, auch als Anfänger zu bestehen. Schafft man es nicht, läuft man Gefahr, viel zu schnell viel zu viel Geld zu verlieren.