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Der Mars. Etwa 100 Jahre nach der apokalyptischen Katastrophe, es herrscht Chaos. Als kostbarste Ressource steht das Verlangen aller nach Wasser mehr als nur im Mittelpunkt. Von profitgierigen Konzernen werden erbarmungslose Kämpfe und das Marktmonopol ausgefochten. Das Schicksal der auf dem Roten Planeten beheimateten Kolonien liegt ganz klar in unseren Händen. Als Roy Temperance halten wir uns zu Spielanfang in einem Kriegsgefangenenlager der Abundance auf, aus welchem es zu entkommen gilt. Wer will schon auf Ewigkeit in einem Kriegsgefangenenlager vor sich hin vegetieren?

Doch mit diesem Gedanken spielen nicht nur wir, auch der junge – noch unerfahrene – Innocence Smith sieht nicht wirklich einen Sinn darin, sein Leben weiterhin an diesem trostlosen Ort zu fristen. Aber eine Flucht will sorgfältig geplant sein: Um an Waffen und einen dezenten Vorrat an Erfrischungsgetränken zu gelangen, bewegen wir uns quer durch das Gelände des Kriegsgefangenenlagers und erfüllen Aufgaben für andere Gefangene, suchen scheinbar verschwundene Utensilien eines Mechanikers, kümmern uns um tollwütige Hunde – die mich persönlich sehr an den in „Fallout 3“ oder bringen ganz spezielle Werkzeuge zum Mutantengehege. Derlei Quests mögen so manchen Spieler an von Bethesda Softworks entwickelte Titel wie die „The Elder Scrolls“-Reihe erinnern, sind jedoch für die Absicherung des weiteren Spielverlaufs nicht unbedingt unvorteilhaft.

Für jede erfüllte Aufgabe erhaltet ihr einen satten Haufen an Erfahrungspunkten als auch Charakter- und Fähigkeitenpunkte, welche sich nach Belieben verteilen lassen. Die Erledigung von Nebenaufgaben sollte keineswegs außer acht gelassen werden, da Roy ansonsten nicht allzu lange überleben wird. Inwiefern die Verbesserung eurer Fähigkeit abläuft, liegt ganz bei euch. Entweder ihr spezialisiert euch im Skillbaum auf einen bestimmten Bereich wie bspw. Kampf oder Technomant (entsprechende Techniken erlangt Mr. Temperance nach einer erfolgreichen Flucht) oder aber ihr verteilt eure Punkte gleichmäßig, dafür dann eben nur nach und nach. Letzteres ist keineswegs zu verachten, vielmehr zu empfehlen.

Wer einen Gegner besiegt hat, kann diesen nach Herzenslust ausplündern und gelangt so an Metallschrott, Hardware, Stoff oder auch mal ein Stück Leder. Hiermit lassen sich Rüstung und Waffen aufrüsten, ihr könnt euer gesammeltes Metall aber auch gegen Ausrüstungsgegenstände wie Munition für eine Nagelpistole oder Heilspritzen eintauschen. Besiegte Gegner lassen sich auch mittels einer Art Pistole ihrer verbleibenden Lebenskraft berauben, was Roy aber nicht unbedingt gut dastehen lässt. Berüchtigt zu sein kann bei gewissen Spielabschnitten helfen, doch nicht jeder mag böse Menschen.

Grafisch kann sich das Abenteuer auf dem Mars sehen lassen. Die Umgebung wurde im Cyberpunk-Stil gehalten, wie schon Bethesda Softworks es mit Fallout 3 gehalten, und lässt ein gewisses Gefühl einer Atmosphäre von heruntergekommenen Slums und Altbauten nicht missen. In großem und ganzen kann man sich einfach nur – soweit möglich – richtig wohl fühlen. Das auf das Kriegsgefangenenlager folgende Gebiet Shadowlair, in welches man den kleinen Innocence begleitet, erinnert an ein verfallenes altes Städtchen verschlafener alteingesessener Minenarbeiter. Der Soundtrack des Titels ist größtenteils aus Stücken der Genre Easy Listening und Ambient gehalten, welche nur noch mehr Atmosphäre mit sich bringen, absolut passend gewählt.

Fazit:

Ein post-apokalyptisches Rollenspiel mit ausgereifter Story, sympathischen Charakteren – Innocence Smith lässt sich auch prima durch frei wählbare Gesprächsoptionen nach eurem Willen beeinflussen – sowie einem ausgezeichneten Gameplay. Wer sich nicht gefühlte 30 verschiedene Tastenfunktionen ins Kleinhirn gravieren will, kann sich auch per Xbox360-Controller über den Mars bewegen. Als einziges kleines Manko, das sich aber nicht großartig auf’s Spielgeschehen auswirkt, zeigen sich beim Installieren des Titels ein erforderlicher (kostenloser) Account auf der Download-Plattform Steam sowie eine aktivierte Internetverbindung zur Spielregistrierung. Bei einem Preis von 19,99€ kann man absolut nicht „Nein.“ sagen. Bei Gefallen von Rollenspielen und Interesse an Endzeit-Szenarien kann bedenkenlos zugegriffen werden.

Wertung:

Sehr Gut

(c) Steffen Neumann

About author

Markus

Chefredakteur, Inhaber MB Verlag, erster Ansprechpartner und Gründer von Games-Mag

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