Geocaching – ein analoges Abenteuer

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Geocaching hat sich weltweit etabliert und stellt für immer mehr Schatzsucher eine ernstzunehmende Freizeitbeschäftigung dar. Es vereint zeitgemäße Technik mit einer klassischen Schnitzeljagd, bei der sich Teilnehmer über elektronische Hilfsmittel zu Verstecken navigieren. Wir haben uns angesehen, was das Hobby auszeichnet, welche Ausrüstung erforderlich ist und ob Eltern mit Gefahren rechnen müssen.

Der Begriff Geocaching gibt die Marschroute vor. „Geo“ lässt sich grob als Erde übersetzen, während „Cache“ für ein geheimes Versteck steht. Exakt darum geht es: Schatzsucher begeben sich auf eine spannende Abenteuerreise, in der sie schlussendlich auf ein kleines Lager stoßen. In der Regel werden sie durch Koordinaten zu einem kleinen Rätsel gelotst, das sie mit etwas Knobelei, teilweise in verschiedene Stationen aufgeteilt, auf das Ziel aufmerksam macht. Dabei handelt es sich oftmals um ein kleines Logbuch, häufig garniert mit einer Belohnung.

Diese Ausrüstung wird benötigt

Für die Suche nach dem Schatz ist ein GPS-fähiges Mobilgerät notwendig. Klar: Auf diese Weise ist es einfach möglich, die Koordinaten einzusehen, den Weg zu planen – und, ganz nebenbei, nicht verloren zu gehen! Spezielle Apps helfen dabei, die Reise zu vereinfachen. Während es hilfreich sein kann, auf spezielle und teure GPS-Empfänger zurückzugreifen, genügen in der Regel gängige Smartphones, um den eigenen Standort anhand von Satelliten-Signalen zu orten.

Hinsichtlich der Ausrüstung entscheiden, darüber hinaus, der eigene Geschmack und der individuelle Aufenthaltsort. Viele Schatzsucher schnappen sich das Smartphone, einen Rucksack mit Wasserflasche sowie Proviant. Andere hingegen planen ihren Ausflug minutiös und haben ein ganzes Arsenal an Marschgepäck dabei. Wichtig: Unter Geocachern ist es ein ungeschriebenes Gesetz, ein kleines Präsent zu hinterlassen. Außerdem tragen sie sich in das Logbuch ein, gern mit einem persönlichen Geocaching Stempel oder einem Bleistift beziehungsweise Kugelschreiber.

Vor der Reise ist es ratsam, die Cachebeschreibung zu studieren. Handelt es sich etwa um einen Fundort, der Kletterausrüstung oder festes Schuhwerk benötigt, darf in der Regel mit näheren Hinweisen gerechnet werden. Davon abgesehen lohnt es sich, den Wetterbericht im Auge zu behalten. Bei schönem Wetter sucht es sich besonders gut!

Die besten Apps für die analoge Schatzsuche

  • c:geo ist ein echter Klassiker unter den Geocaching-Apps und lässt sich unkompliziert mit der Website geocaching.com verbinden. Die Open-Source-Anwendung teilt Funde mit Twitter und Co., verfügt über eine Live-Karte und einen Kompass für die Verwaltung von Wegpunkten und Strecken.
  • GCTools präsentiert sich als Allrounder für jeden Geocaching-Bedarf. Die App hält viele Hilfsmittel parat, die dabei unterstützen, verschlüsselte Koordinaten ausfindig zu machen und Rätsel zu knacken. Ob Morsecode, Chiffre oder Zahlensysteme: Es wird nichts ausgelassen!
  • Geocaching ist eine App von Groundspeak, die sich primär an Profis und Experten richtet. So können mit einem Premium-Zugang Funde eingetragen, Beschreibungen und Fotos geteilt werden. Mit einer erweiterten Suchfunktion lassen sich die jeweiligen Ausflüge noch besser planen.

Ist Geocaching gefährlich?

Während Erwachsene die Gefahren eigenhändig abschätzen können, fehlt Kindern das Gespür für Risiko und Sicherheit. Deshalb ist es für Mama und Papa wichtig, dass sich der Nachwuchs auf Terrain begibt, das so ungefährlich wie möglich ist. Geocaching ist ein Hobby für jedermann – doch die interessanten Schnitzeljagden finden nicht etwa in der Großstadt, sondern in Wäldern oder der Nähe von Brücken und Seen statt. Wer auf der Suche nach dem Versteck zu sehr in Gedanken versinkt, kann durchaus auf Unannehmlichkeiten stoßen, die den Spaß vermiesen.

Doch grundsätzlich handelt es sich beim Geocaching keineswegs um eine gefährliche Freizeitbeschäftigung. Ganz im Gegenteil lernen Jung und Alt, sich mit Koordinaten, Längen- und Breitengraden zu beschäftigen. Mag das Smartphone auch eine Hilfestellung bieten: Am Ende des Tages befinden sich die Schatzjäger immer noch in der Natur, fernab von Spielkonsole und anderer Technik. Zudem geben die Daten nur einen Radius vor. Sie nehmen die Suche nicht ab! Für Spannung und Nervenkitzel ist dementsprechend garantiert.

Ein Hobby für Gamer

Die Parallelen zum modernen Gaming sind offensichtlich. Nicht zuletzt haben bereits mobile Abenteuer wie Pokémon Go das Prinzip vom Geocaching aufgegriffen. Doch dabei hören die Gemeinsamkeiten längst nicht auf. Die Schatzsucherei empfiehlt sich für jeden Interessierten, der diszipliniert ans Ziel gelangen und mitdenken möchte. Dass hier und da ein falscher Weg eingeschlagen wird oder der Fund nicht gleich beim ersten Anlauf gelingt, ist obligatorisch – und trägt in vielen Fällen dazu bei, den Erfolgsmoment zu vergrößern. Ganz wie vor PC oder Konsole, wenn der finale Boss einen zweiten, dritten oder gar zehnten Versuch benötigt, ehe er in das Pixelnirvana verbannt wird.

Und wie das so ist: Für Außenstehende mag das Hobby durchaus seltsam scheinen. Deshalb bemühen sich Geocacher darum, so wenig Aufmerksamkeit wie möglich zu erwecken, wenn sie auf Reisen gehen oder eigenhändig neue Schätze vergraben. Schließlich sollen die sogenannten „Muggel“, in den Harry-Potter-Büchern eine Bezeichnung für gewöhnliche Menschen, die Caches weder absichtlich noch versehentlich zerstören.