Fortnite – Tanz-Sammelklage gegen Epic Games fallen gelassen

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Ein Spiel war 2018 im Hype wie kein anderes: Fortnite. Die berühmten Tanz-Emotes sorgten dabei für viel Aufregung. Da einige Promis ihre Moves wiedererkannten, verklagten sie Epic Games – Ohne Erfolg.


Der aktuellste Fall

Alfonso Ribeiro, der Schauspieler, der Carlton Banks in The Fresh Prince Of Bel-Air spielte, verklagt Epic Games, die Schöpfer des überaus beliebten Fortnite. Die Klage bezieht sich auf Ribeiros berühmten Tanz „The Carlton“, den Epic Games als Mikrotransaktion in Fortnite angeboten hat.

Ribeiro geht in der Klage auch direkt mal gegen Take Two Interactive, den Publisher der NBA 2K-Reihe vor. Das beliebte Basketball-Game bedient sich nämlich auch an „The Carlton“. In NBA 2K19 heißt der Tanz „So Fresh“ und in Fortnite „Fresh“ – man kann also davon ausgehen, dass hier ganz bewusst auf den „Fresh Prince of Bel-Air“ angespielt wurde. Ribeiro ist bestrebt, den Verkauf o des Tanzes in beiden Spielen zu verhindern, da er weder gefragt wurde ob sie den Tanz benutzen durften, noch er einen Teil des verdienten Geldes abbekommt. Sicherheit und Auswahl spielt auch in der Welt der Online Casinos eine große Rolle.

Siebenundzwanzig Jahre später bleibt The Dance unverwechselbar, sofort erkennbar und untrennbar mit Ribeiros Identität, Berühmtheit und Ähnlichkeit verbunden.

Einmal der Tanz in Spiel und in echt zum Vergleich:

Ribeiro seinerseits sagt, dass Epic Games und Take Two „unfairerweise davon profitiert haben“, sein Abbild und seinen „geschützten kreativen Ausdruck“ zu verwenden. Es besteht kein Zweifel, dass die Tanzbewegung untrennbar mit Ribeiro als Schauspieler verbunden ist, aber es ist nicht so, dass Tanzbewegungen im Gegensatz zu aufwändigeren Choreographien urheberrechtlich geschützt werden können und/oder müssen.

Es ist auch unklar, ob Ribeiro den Tanz beanspruchen kann, obwohl er ihn bekannt gemacht hat. Er hat in der Vergangenheit gesagt, dass es sowohl von Bruce Springsteens Tanz in „Born To Run“ als auch von Eddie Murphys „White People can’t Dance“ inspiriert wurde.

Allein die Beeinflussung durch Vorgänger bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass ein Werk nicht original sein kann. „Einfach weil ein Choreograf von Vorgängern beeinflusst wurde (wie im Tanz und in anderen Kunstformen üblich), schließt dies nicht aus, dass die Originalität für den Urheberrechtsschutz ausreichend ist“, schreibt Julie Van Camp in ihrer Arbeit Copyright of Choreographic Works.

Bereits im Februar wurde der Fall daraufhin untersucht, ob der Schauspieler überhaupt der Erfinder des Carlton-Tanzes war und sich diesen, rein rechtlich, schützen lassen könne. Dort stellte eine Prüfung fest, dass der Tanz von dem Schauspieler einfach nicht zu schützen sei. Drei Tanzschritte geben keinem Menschen das Recht diese irgendwie zu schützen, dafür sei der Tanz einfach zu simpel.

Nun, im Anschluss daran, ist bekannt geworden, dass Alfonso Ribeiro seine Klage fallen gelassen hat. Er will also nichts mehr von Fortnite und belässt das Ganze beim aktuellen Stand – Wäre diese Einsicht doch nur mal etwas früher gekommen..

Er war aber nicht der Erste…

Obwohl sich die meisten unter euch wohl schon jetzt denken „wieso versucht jemand wegen so etwas eine Firma zu verklagen?“ *ein hoch auf murica*, war der gute Carlton leider nicht der erste der das versucht hat.

Die Klage folgt anderen sehr ähnlichen Klagen. „Jeder hat mir gesagt, Alter, dein Move ist in dem Game“, sagte 2 Milly im Interview mit dem US-Fernsehsender CBS, „und als ich merkte, dass sie ihn verkaufen, dachte ich, das kann so nicht weitergehen“. Dabei ging es, zumindest laut seiner eigenen Aussage, nicht um seinen  Profit, sondern lediglich darum das zu schützen was ihm „gehört“. Lange Rede, kurzer Sinn: 2 Milly verklagte Epic Games tatsächlich, doch auch er zog seine Klage relativ zügig wieder zurück.  Er will dennoch, dass zukünftig zumindest nachgefragt wird, bevor Epic Games, oder auch andere Entwickler, Emotes oder ähnliches in ihr Spiel einbauen.

Die positiven Beispiele

Zum Glück sieht nicht jeder Promi die Sache mit Fortnite und den Emotes so eng. Auch die Moves von Russel Horning a.k.a. „Backpack Kid“, Schauspieler Donald Faison (besser bekannt als Turk aus der Erfolgsserie „Scrubs“), Tänzerin Gabby J. David und Rapper BlocBoy JB haben es unter anderem ins Spiel geschafft. Doch alle eben genannten Personen sind nicht an einer Klage interessiert, sondern freuen sich über die Promo und wollen allerhächstens ein bisschen „Credit“ von Epic Games. Zumindest im Fall von Donald Faison wurde vorher auch nachgefragt, ob man den Move benutzen darf. Hier ein paar Zitate:

„Ich habe einen weltweit bekannten Tanz erschaffen, und Fortnite hat seinen Teil dazu beigetragen“ – so das Backpack Kid.

„Sie haben den Scheiß geklaut“ – so Donald Faison augenzwinkernd mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

 „Es ist immer noch verrückt, ein Emote in einem Videospiel zu sein <3“ – so Gabby J. David.

„Jeder hat mir gesagt, Alter, dein Move ist in dem Game“ – so BlocBoy, auch wenn er nicht glücklich darüber ist, dass Fortnite ihm nicht die nötige Aufmerksamkeit für den Tanz zukommen lässt.

Warum der Schutz des Copyright dennoch wichtig ist

Auch wenn die hier genannten Fälle doch etwas dubios sind, ist es prinzipiell sehr wichtig, dass Unternehmen und Künstler ihr eigenes geistiges Eigentum schützen. Stellt euch vor ihr seid ein kleiner Singer and Songwriter und schreibt mit viel Mühe einen Text der wirklich Potenzial hat – jemand anderes hört diesen und vermarktet ihn als sein Werk.. schon weitaus mehr als nur ärgerlich. In allen medialen Bereichen spielt dies eine Rolle.

Prinzipiell gilt also: Geistiges Eigentum muss geschützt werden, aber in einem vernünftige Rahmen (Ja wir schauen auf dich Artikel 13).