Family Guy Online im Test

PC Review von Mario (www.game-kritik.net)

free2Play…  im Grunde…

Wir kennen das Spielchen von anderen Browsergames: Im Grunde ist das Spiel kostenlos und wir können losstarten, ohne einen einzigen Cent zu investieren. Wir müssen lediglich eine kurze Registrierung durchlaufen und schon können wir loslegen. Auch im späteren Spielverlauf werden wir nicht direkt gezwungen, unser hart erarbeitetes Geld in das Spiel zu stecken – allerdings gibt es unzählige Gegenstände, Klamotten und Fertigkeiten, die sich nur für bar Cash kaufen lassen. Wer also wirklich intensiv das Spiel und dessen Möglichkeiten nutzen will, wird früher oder später wieder einmal nicht darum herum kommen, tief in den Geldbeutel zu greifen.Doch das ist natürlich nichts Neues. Alle Browsergames basieren auf diesem System – ob nun das alte „Pennergame“ oder die neuen Pro-Sieben-Games bis hin zu dem großen Browsergame-Publisher BigPoint.

Dein eigener Held!

Bevor wir uns in das Rollenspiel von Family Guy stürzen können, müssen wir uns natürlich einen Charakter erstellen. Zu aller erst müssen wir einen Charaktertyp auswählen, und schon hierbei stoßen wir direkt auf die TV Serie: Wollen wir einen Peter-Verschnitt, also alt und fett, oder doch lieber einen Stewie-ähnlichen Charakter, sprich ein viel zu intelligentes Baby. In der Beta stehen uns leider noch nicht alle Charaktertypen zur Verfügung, doch die berühmte Quahog-Familie wird uns später als Vorlage für unseren Spielcharakter dienen. In einem der Fernsehserie unglaublich nahe stehendem Comic-Stil können wir unsern Charakter noch etwas modifizieren. Wir wählen also zwischen den uns am meisten ansprechenden Klamotten und optischen Eigenschaften aus. Die Auswahl ist hier zu Beginn wirklich ziemlich spartanisch – auch später wird diese nur langsam wachsen, wenn nicht doch der ein oder andere Euro in das Spiel fließt.

Quahog für alle!

Angesprochen werden in Family Guy Online natürlich in erster Linie Fans der Serie. Wir können durch die Stadt der Serie laufen und interagieren mit uns bekannten Charakteren. Von Peter über Quagmire bis hin zu Major West missen wir eigentlich keinen einzigen Charakter. Diese versorgen uns auch mit Quests und Aufgaben innerhalb der Stadt. Wer also schon immer einmal Chris´ Zimmer genauer unter die Lupe nehmen wollte, hat jetzt die Möglichkeit. Oder doch lieber das „Spielzimmer“ von Quagmire? Alle Orte und Häuser sind liebevoll und auch ebenso detailliert wie auch in der TV Serie dargestellt. Wiedererkennungswert ist also definitiv gegeben.

Die Quests selbst rufen Erinnerungen an die TV Serie wach. Nach dem Erfüllen einer Aufgabe wird ein kurzer Ausschnitt aus den ersten Staffeln eingeblendet. Wir nehmen also indirekt Teil an der Serie und es wird suggeriert, dass unter anderem wir mitverantwortlich für die Wendungen sind. Die kurzen Clips sind zum totlachen – vorausgesetzt man kann mit dem Humor der Serie etwas anfangen. Wer hier keinerlei Bezug hat, wird auch im Spiel nur selten einen Schmunzler über sein Gesicht huschen sehen. Der Humor ist hart, zum Teil schwach und baut sehr oft auf Wiederholungen und auch zu großen Teilen auf Insiderwissen aus der Serie.

MMORPG

Völlig unverändert wurden die Elemente aus MMORPGs übernommen. In einer Third-Person-Perspektive blicken wir auf unseren Charakter von einer erhöhten Rückenansicht. Gesteuert wird dieser über WASD und der Maus. Gängige Tastaturbelegungen sind für den Rest zuständig. Zum Beispiel liegen unsere Skills auf den Ziffern – sowohl Angriffs- als auch Sozialfertigkeiten. Selbstverständlich haben wir zu kämpfen und müssen Erfahrungspunkte gewinnen, um unseren Charakter eine Stufe höher zu bringen. Die Sozialskills dagegen sind für Interaktionen mit anderen Charakteren gedacht. Beispielsweise Rülpsen und Furzen. Nicht sonderlich einfallsreich, aber doch ab und an ganz unterhaltsam.

[signoff icon=“icon-star“]Fazit: Ehrlich gesagt habe ich mir deutlich mehr von diesem Browsergame erhofft. Ich stehe unheimlich auf die TV Serie und könnte mich wegwerfen, wenn Peter Ewigkeiten am Boden liegt und vor Schmerzen sein Knie hält. Oder Stewie dumm lacht. Oder der Alte Mann Chris anbaggert. Doch der Humor im Spiel ist nochmals einen Deut flacher. Auch schwindet die Spielmotivation ziemlich schnell: Anfangs ist das Erkunden von Quahog noch sehr witzig, doch schon bald verliert dies seinen Reiz. Abgesehen von andere Spielern, die von A nach B rennen, wirkt doch alles sehr statisch. Den Quests fehlt ebenfalls der gewisse Reiz. Wer auf Family Guy steht, wird sicherlich einige amüsante Spielstunden erleben. Wem allerdings die Serie schon nicht zusagt, wird überhaupt keinen Bezug finden. Schade, dass man den Kultfaktor der Serie nicht besser genutzt hat.

Wertung: Befriedigend[/signoff]