Exklusiv: Preview und Interview zu Clandestine

0

Games-Mag kennt nur ein Gas und das ist Vollgas! So können wir euch exklusiv ein Preview, sowie ein Interview zu Clandestine präsentieren. Clandestine ist gerade frisch in das Early Access Programm von Steam eingetreten. Dabei handelt es sich um einen Stealth-Koop-Shooter bei dem auch das Hacken groß geschrieben wird. Wie es sich spielt und was der Entwickler Logic Artists zu sagen hat klären wir in den folgenden Zeilen.

Die Basics

Clandestine verwendet keine eigene Engine sondern wird auf der Unity-Engine entwickelt. Das diese wunderschön aussehen kann hat Divinity: Original Sin bewiesen. Es gibt aber auch genug Beispiele wo sie hässlich portiert wurde. Absehbar ist bereits das Clandestine keine optische Granate wird aber grundsolide. Typisch für Early Access ist das Spiel nur in englischem Ton und Sprache verfügbar.

So spielt es sich

Clandestine wird aus der 3rd-Person-Perspektive gesteuert. Es setzt vollkommen auf den Koop-Modus bietet aber auch einen Singleplayer und einen Storymodus. Einen PVP-Modus wird es nicht geben und hat es unserer Meinung nach auch gar nicht nötig. Zum Beginn von Clandestine gibt es ein gutes Tutorial das euch den Titel näher bringt. Das Tutorial ist in die Spielwelt integriert und erinnert mit dieser Ausführung an Deadcore. Im ausführlichen Tutorial lernt ihr die Umgebung für euch zu nutzen, schleicht durch die Welt und schaltet die ersten Gegner aus.

Überhaupt sind die Gegner äußerst Treffsicher. Sobald sie euch entdeckt haben, ist das meist gleich bedeutend mit dem Bildschirmtod eures Charakters. Hin und wieder hat die K.I. zwar noch Aussetzer aber wir sprechen hier von Early Access und der Versionsnummer 0.01. So hoffen wir das daran bis zum Release noch gearbeitet wird. Ein kleines Beispiel: Vor uns befinden sich zehn Gegner. Auf lautlose Art und Weise erledigen wir den ersten Gegner. Die Patrouille entdeckt die Leiche und inspiziert sie. Zack schlagen wir nochmals zu und jetzt liegen dort schon drei Leichen am Boden. Dieses Spielchen lässt sich ein paar mal Wiederholen, bis wir ein Massengrab herangezüchtet haben. Als wir dann von 3 Seiten zeitgleich umzingelt werden ist das Spielchen mit dem Feuer endgültig vorbei und wir gehen zu Boden. Ja treffsicherclandestine (4) sind sie wirklich und euer Charakter hält auch nicht besonders viel aus. Das ist durchaus so beabsichtigt und soll das Zusammenspiel sowie die Schleichelemente in den Vordergrund rücken. Wer einen auf Rambo macht ist sofort tot, in einem Infight ist die Chance zu überleben gleich null.

Wenn ich groß bin werde ich Hacker

Clandestine spielt in den 1990er Jahren und das Hacken wurde in dieser Zeit vom Randphänomen zum Mainstreamprodukt. Das Hacken an sich findet auf einem separaten Bildschirm statt. Dieser Screen wird in vier Zonen unterteilt. In jeder dieser Zonen könnt ihr andere Sachen hacken und behaltet so den Überblick. Zu Beginn ist das Hacken ein Kinderspiel aber das ändert sich mit der Zeit und wird so angenehm komplex. Aktuell könnt ihr Türen, PC`s, Kameras und Sicherheitssysteme hacken. Ein absichtlich gehackter Alarm auf der anderen Seite des Levels verschafft euch so freie Bahn.

Aktuell bietet Clandestine vier Maps und drei Spielmodi. Eine Kampagne sowie eine Story und weitere Level sind bereits in der Entwicklung. Mit einem Blick in unsere Screenshotgalerie seht ihr genau was wir meinen. Die drei Spielmodi bieten aktuell:

  • Töte alles um das Level zu beenden. (Cleaner)
  • Flüchten, egal wie. Ihr müsst einen bestimmten Punkt auf der Karte erreichen um das Level siegreich zu beenden. Dieser Spielmodus verlangt euch alles ab. Massen von Gegner warten nur auf das kleinste Geräusch und attackieren sofort. (Exfil)
  • Alle Intel aufsammeln um das Level erfolgreich zu beenden. (Smash & Grab)

Exklusivinterview mit den Clandestine Entwicklern:

Fehler können bei Übersetzungen immer passieren aber sehr nahe an der Perfektion. Deshalb könnt ihr hier zusätzlich das englische Originalinterview als PDF downloaden. Wir wünschen viel Spaß bei unserem Interview:

Q: Warum habt ihr euch für die 90iger Jahre entschieden?

A: Dabei spielten etliche Faktoren eine wichtige Rolle. Wir sind Fans von Spionagefilmen die in den 90igern erschienen sind. Darunter Mission Impossible, Sneakers, Spy Game. Sie waren ein Teil unserer Inspiration und natürlich die Tom Clancy Bücher. Viele unserer Mitarbeiter verbinden mit diesen Produkten nostalgische Gefühle. Ziel war es einen Spionage-Thriller als Spiel umzusetzen. Es sind außerdem zwei Charaktere spielbar nämlich der Hacker und der Spion. Das Thema Hacking war in den 90igern allgegenwärtig. Das Internet kam auf, die Heim-PC`s waren sehr weit verbreitet und das World Wide Web entwickelt sich langsam zu dem wie wir es heute kennen.

Wir fühlten einfach das dieses Spiel perfekt in das 90iger Szenario passt. Heute ist die Technik überall zu finden, wir gingen diesen Schritt extra zurück. In den 90igern gab es Handys, Autotelefone und Pager aber das ist mit der aktuellen Zeit und den Smartphones nicht mehr vergleichbar. Es gab keine drahtlosen unsichtbaren Netzwerke, alles musste mit festen Kabeln verbunden werden. Das ist genau das was wir in Clandestine haben wollen, es ist einfach besser umzusetzen.

Q: Welche Engine verwendet ihr für Clandestine? Ist es eine Eigenentwicklung?

A: Clandestine verwendet die Unity-Engine.

Q: Wie hoch wird die grafische Qualität in der fertigen Fassung? Was ist euer Ziel?

A: Der visuelle Stil und die vorhandenen Details entsprechen in etwa der fertigen Fassung. Wir haben aber noch ein paar kleinere Glitches die natürlich noch ausgebügelt werden. Außerdem wird die Grafik noch verfeinert und um Details ergänzt. Erwartet aber keine Quantensprünge mehr.

Q: Das die KI-Soldaten außerordentlich gut zielen und schießen haben wir am eigenen Leib erfahren. Ab und an wirken sie aber noch etwas unkoordiniert. Was wollt ihr machen damit die KI noch „menschlicher“ wird?

A: Als ein kleines Indie-Team ist die KI von Clandestine eine besondere Herausforderung der wir uns permanent stellen. Die Entwicklung der KI begleitet uns während des gesamten Entwicklungszykluses. Die KI ist so ausgelegt das sie auf Handlungen des Spielers reagiert. Das Fundament konntet ihr bereits jetzt schon spielen, dieses wird aber beständig ausgebaut und verbessert. So soll die visuelle und akustische Rückmeldung an die KI weiter verfeinert werden. Das Ziel ist es sie „menschlich“ wirken zu lassen, sie soll eine Herausforderung an die Zocker darstellen.

Q: Wird es auch einen PVP-Modus geben oder konzentriert ihr euch komplett auf den Koop- und Schleichaspekt?

A: In Clandestine wird es kein PVP geben. Wir setzten all unsere Ressourcen in den Koopmodus und das Stealthgameplay.

Q: Mit was für einer Spielzeit kann man bei der Kampagne rechnen? Wollt ihr uns ein paar Details dazu verraten?

A: Um den Storymodus abzuschließen könnt ihr mit zehn Spielstunden rechnen. Clandestine ist ein Spionage-Thriller. Zu den einzelnen Handlungssträngen werden wir nichts sagen um Spoiler zu vermeiden. Aber wir geben euch ein paar Grundinformationen zur Geschichte:

Es ist das Jahr 1996. Unter mysteriösen Umständen kommen einige NOC´s (Non-Official Cover) Agenten zu Tode. Da es keine Spuren gibt treffen sich die Chefs der CIA und des FSB um geheime Informationen auszutauschen. Eigentlich sind die zwei Parteien Feinde. Trotz allem wird bei dieser Sitzung eine Task Force namens Kingbridge Executive gegründet. Diese Übereinkunft wird natürlich auch geheim gehalten da sich die CIA und der FSB offiziell gegen eine Zusammenarbeit aussprechen. Also müssen austauschbare, überflüssige Menschen herhalten welche für die Task Force ausgebildet werden. Und genau da kommt der Spieler zum Zug.

Ein paar Details hätten wir noch für euch. In den Storymissionen könnt ihr Spuren untersuchen aber auch hinterlassen. Es ist egal ob diese in der Spielwelt zu finden sind oder digital. Außerdem können forensische Beweise gesichert werden. Diese können digital weiterverarbeitet und ebenfalls untersucht werden. Wer die Kampagne mit dem Spion absolviert kann Kugeln, zerbrochene Objekte, Leichen und etlichen weiteren Kram untersuchen. Sogar die Befragung von Augenzeugen ist möglich. Quasi alles das physisch greifbar ist wird durch den Spion ausgeführt. Der Hacker erlebt den Storymodus aus einem anderen Blickwinkel er erlebt ein anderes Spieldesign aber die Story teilt ihr euch natürlich mit eurem Koop-Partner. In seiner Welt dreht sich fast alles um digitale Spielereien und um das Hacken. Die Geschichte wird euch rund um den Globus führen. Je weiter ihr in der Story voranschreitet desto mehr Informationen bekommt auch euer Gegner über euch. Über den Spieler selbst und die Kingbridge Executive. Der Gegner des Spielers wird sich auf euren Spielstil einstellen und wird euch sogar Hinterhalte und Fallen stellen. Das heißt im Klartext wer sich still und heimlich durch die Spielwelt bewegt wird weniger angreifbar für die Gegner und seine Schergen.

Q: Clandestine wird gerade via Steam im Early Access Programm angeboten. Es trägt die Versionsnummer 0.1. Warum sollten unsere Leser euer Spiel kaufen und euch somit unterstützen?

A: Jeder der Stealth-Spiele mag kommt um Clandestine nicht herum. Wir bieten einen wirklich asymmetrischen Zwei-Spieler-Koop-Modus an. Ein Spieler steuert den Spion aus der klassischen 3rd-Person-Perspektive und der zweite Spieler steuert den Hacker auf einer 2D-Oberfläche. Der Hacker ist quasi die Stimme im Kopf des Spions. Es ist ein Spiel für den Core-Markt und bietet ein einzigartiges und vor allem tiefes Koop-Erlebnis. Bei vielen Titeln ist der Koop-Modus mehr Schein als Sein. Unser Ziel ist es die Spieler miteinander das Spiel erleben zu lassen. Auch mal zu diskutieren und zu verhandeln wie die Spielsituation gelöst werden soll.

Trotz der niedrigen Versionsnummer 0.1 arbeiten wir bereits seit eineinhalb Jahren an Clandestine. Wir gehen davon aus das wir es bis Sommer 2015 komplett fertiggestellt haben. Die Steamversionsnummer hat mit der internen Nummerierung nichts zu tun. Diese wurde absichtlich so gewählt um es für den Support klar ersichtlich zu machen, welche Version beim Spieler installiert ist.

Ihr solltet das Spiel kaufen weil es eine einzigartige Spielerfahrung bietet. Ihr unterstützt damit unsere Entwicklung und helft uns so Clandestine noch besser zu machen. Außerdem erhebt ihr eure Stimme dafür das neue Spielkonzepte und Spieldesigns erfolgreich sein können. Ihr hebt die Hand für alle Stealth-Liebhaber und Spionagefans. Zusätzlich werdet ihr eine Menge Spaß haben beim zocken.

Q: Clandestine wird in erster Linie ein Koop-Game was bietet es für Solisten? Kann man das Spiel überhaupt alleine beenden?

A: In der Tat ist das Hauptelement der Koop-Modus. Im Singleplayer machen wir das Spiel etwas einfacher und ihr könnt Shortcuts bei den Hackerelementen einsetzen. Tatsache ist aber das es für Solisten trotzdem sehr schwierig sein wird. Ihr müsst immer wieder in die Hackeransicht wechseln und seid dann euren Feinden wehrlos ausgeliefert. Es fehlen euch natürlich auch die Informationen die euch euer Koop-Partner sonst direkt liefern kann. Im Singleplayer spielt man den Spion und muss zusätzlich die Aufgaben des Hackers erledigen. Die Essenz des Spieles ist es das der Agent in der Spielwelt (Spion) nur so gut sein kann wie sein Koop-Partner, der Hacker, der ihn supportet. Das Solospiel ist etwas für die ganz harten Zocker unter euch. Es verstärkt dann natürlich die Stealth-Elemente und ihr müsst euch ein ruhiges Plätzchen suchen um das Hacken zu erledigen.

Q: Der Spielmodus Survivor und Overwatch ist noch nicht spielbar. Könnt ihr uns sagen was sich dahinter verbirgt?

A: Die Spielmodi die wir bis jetzt veröffentlicht haben dienen dazu um einen ersten Eindruck von Clandestine zu bekommen. Davon gibt es bislang drei. Survivor und Overwatch werden noch dazustoßen um die Langlebigkeit und den Wiederspielwert zu steigern. Der Survivor-Modus ist der klassische Wellenangriff. Ist eine Welle besiegt folgt die nächte und jede drauf folgende Welle wird natürlich schwieriger. In Overwatch müsst ihr bestimme Personen/Ziele ausschalten. Der Hacker bekommt in diesem Spielmodus eine ferngesteuertes Snipergewehr zur Verwendung. Er erledigt seine Hackeraufgaben und unterstützt den Spion direkt mit dem Snipergewehr.

Vielen Dank für das Gespräch es war äußerst aufschlussreich und interessant.

Unser Ersteindruck:

Wer Koop-Games mag sollte Clandestine im Auge behalten. Wir empfehlen euch dringend den Titel zu zweit anzugehen. Wir haben es Solo versucht und es klappt tatsächlich wird aber in den höheren Levels Bockschwer. Solisten stellen den Schwierigkeitsgrad runter aber am besten genießt ihr den Titel mit eurem besten Kumpel.

Screenshots aus der Early Access Version von Clandestine:

Als Abschluss zeigen wir euch noch den offiziellen Trailer zu Clandestine: