Evolve bei uns in der Preview

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Die Big Alpha von Evolve ist vorbei und wir haben uns tagelang durch den Titel gezockt. Evolve wird groß, es wird eine Evolution für das Koop-Shooter-Genre darstellen. Es punktet mit einem fantastischen 4 on 1 Spielprinzip, geiler Grafik, satten Sound und originellem Gameplay. Aber alles der Reihe nach. Wir spielen übrigens am PC, außerdem wird für Evolve ein Steam-Konto benötigt.

Left4Monster?

evolve_big_alpha (8)Sag mir wo du herkommst und ich sag dir wer du bist lautet eine alte Weisheit. Im Falle von Evolve trifft diese zu. Entwickelt wird Evolve von den Turtlerock Studios. Das ist der legendäre Entwickler dem wir Left4Dead verdanken und ihm allein ist es zuzutrauen das Genre auf die nächste Stufe zu heben. Als Publisher fungiert 2K Games, dieser mausert sich immer weiter zum nächsten Big Player neben EA und Ubisoft.

Ein Match dauert im Schnitt 15 bis 20 Minuten. Die Dauer des Matches ist aber sehr stark abhängig vom Fähigkeitslevel des Spielers, welcher das Monster steuert. So ist es mitunter auch vorgekommen das ein Match schon nach zwei Minuten vorbei war. Da hat der Wahnsinnige sein Level 1 Monster offensichtlich weit überschätzt. Wenn sich Kontrahenten auf Augenhöhe treffen kann es 30 Minuten oder etwas länger dauern.

Die Big Alpha, ein technisches Desaster?

Zuerst einmal beruhigt euch, es ist eine Alpha und das war ein Stresstest und kein Release. Das dort ein paar Probleme auftauchen ist gut und wichtig und sollte für einen geschmeidigen Release sorgen. Kurz nach dem Start der Evolve Big Alpha gab es Matchmakingprobleme. Es war nicht möglich bzw. dauerte es knapp 30 Minuten bis eine Lobby gefüllt war. Entwickler Turtlerock gab aber alles und konnte nach knapp einer Stunde, einen 20MB großen Patch präsentieren. Mit diesem Patch waren die Probleme gelöst und Evolve lief einwandfrei. Es gab keine Disconnects oder Lags, der Titel lief butterweich. Das ist Support, hier können sich andere Hersteller eine Scheibe abschneiden. Zudem war die Kommunikation nach außen sehr gut, man wurde über Facebook, Twitter und die Evolve-Homepage am laufenden gehalten.

Wer ist hier der Jäger?

Das Spielprinzip von Evolve basiert auf einem 4 gegen 1 Prinzip. Vier evolve_big_alpha (23)Jäger bekämpfen ein herzloses, gewaltiges Monster. Es ist ein Katz und Maus Spiel in Perfektion. Zu Matchbeginn sind die Jäger eindeutig stärker und das ist auch so gewollt. Das Monster befindet sich die ersten Spielminuten durchgehend auf der Flucht. Es muss Tiere reisen und diese dann verspeisen. Damit füllt sich nach und nach der Evolutionskreis. Ist dieser voll kann sich das Monster auf Stufe 2 transformieren. Ab Stufe 2 ist es ein relativ offener Kampf. Trefft ihr mit dem Monster auf die Jäger könnt ihr euch schon gut verteidigen. Geübte Spieler können den Kampf sogar schon auf Stufe 2 für sich entscheiden. Grundlegend bewegen sich hier die Jäger uns das Monster auf Augenhöhe.

Ab Stufe 3 wandelt sich das komplette Spiel. Die Jäger werden zum gejagten. Das Monster ist nun äußerst mächtig und im Normalfall gewinnt es das Match. Natürlich haben die Jäger auch jetzt noch eine Chance das Monster zu Boden zu zwingen. Diese ist aber sehr gering, das ist nur mit perfekten Teamwork möglich. Wir freuen uns schon auf Matches in Monsterhaut gegen eingespielte Teams. Da wird euch Evolve alles abverlangen.

Gewonnen haben die Jäger wenn das Monster leblos am Boden liegt. Das gilt auch umgekehrt für das Monster, liegen alle vier Jäger tot am Boden fährt es den Sieg ein. Ab Stufe 3 bekommt das Monster jedoch noch eine zusätzliche Option spendiert. Auf jeder Karte ist ein Reaktor platziert. Sobald das Monster die dritte Stufe erreicht hat, kann er diesen attackieren. Wenn die LE (Lebenseinheiten) des Reaktors auf null sind siegt ebenfalls die Bestie.

evolve_big_alpha (27)Sobald der Reaktor aktiviert ist, fährt Evolve ganz großes Kino auf. Wir saßen auf dem Reaktorkern und warteten auf den finalen Showdown. Man hörte die Schreie vom Biest in der Ferne. Seine Schritte werden immer lauter. Bäume krachen am Horizont zu Boden. Es kommt! Die Musik dröhnt aus dem Headset, der Puls steigt, die Hände beginnen zu schwitzen. Das Adrenalin schießt durch unseren Körper. Eine Feuerfontäne schießt in unsere Richtung. Showdown! Unser Trupp aktiviert das Schild, Fallen werden ausgelegt, der Damage Dealer hält volles Rohr auf das Biest und wird vom Support mit einem Schild beschützt. Die Heilerin versucht im feuerdurchzogenen und explosiven Chaos die Übersicht zu behalten. Niemand darf fallen, sonst ist es vorbei. Und da passiert es … der Bildschirm wird Feuerrot und dann dunkel, verloren. Gegen ein Monster auf Stufe 3 keine Schande, los geht`s Revanche, nächstes Match. So zieht euch Evolve stundenlang durch sein Gameplay und die Zeit verfliegt. Gefühlte Minuten später auf die Uhr geguckt, es ist vier Uhr früh – fantastisch.

Die Klassen und Perks von Evolve

Es gibt vier Jägerklassen und zwei spielbare Monster in der Big Alpha. Diese passen sich quasi automatisch eurem Spielstil an. Es gibt etliche Perks die sich pro Charakter freispielen lassen. Die vier Jägerklassen in Evolve sind der Assault, Sani, Support und der Trapper.

Der Assault wird vom Soldaten Markov verkörpert. Er ist immer mittendrin im Geschehen und dient als Damage Dealer sowie als Tank. Der Assault besitzt eine Lightning Gun, mit dieser müsst ihr ganz nah ran an den Feind. Erst dann könnt ihr eure Gegner zerbröseln. Als Zweitwaffe führt er ein Maschinengewehr mit in dem Kampf, mit diesem führt ihr Angriffe aus der Ferne aus. Ebenfalls im Gepäck hat er eine Mine. Diese ist mit einem Zeitzünder ausgestattet und explodiert somit erst nach einem kurzen Countdown. Ihr müsst also erahnen wohin sich das Biest bewegen wird. Zu guter Letzt kann er noch ein Schild aktivieren das ihm kurzfristig unzerstörbar macht.

Der Sanitäter wird von einer Frau namens Val verkörpert. Der Sani sollte evolve_big_alpha (22)von einem fähigen Spieler gezockt werden, den ist dieser tot hat man so gut wie verloren. Hier gilt es auch im größten Getümmel die Übersicht zu behalten. Dazu hat der Sani eine Med-Gun ausgerüstet mit der er Teamkameraden heilt. Er muss nicht direkt neben dem Verletzten stehen, sondern kann auch aus der Ferne heilen. Zusätzlich kann der Sani eine Heilaura heraufbeschwören, diese heilt alle Verbündeten die sich darin befinden. Als äußerst nützlich hat sich die Betäubungspistole herausgestellt. Diese verlangsamt das Monster erheblich und so kann es leichter gefangen werden. Als letzte Waffe führt der Sani noch eine Snipe mit. Diese dient aber nicht als Schadensverursacher. Mit der Snipe markiert ihr Punkte auf dem Monster. Wenn euer Trupp diese Punkte dann anvisiert gibt es einen Schadensbonus. Der Sani ist also dem Team komplett unterstellt und hat die wichtigste Aufgabe von allen, der Rest muss überleben.

Der Supporter namens Hank sieht aus wie ein typischer Rocker. Langer Bart, Zigarre im Mund, sehr stylisch. Er ist äußerst flexibel in seiner Spielweise und kann sich fast jeder Situation anpassen. Er ist ähnlich wichtig wie der Sani, es gilt reaktionsschnell die richtigen Entscheidungen zu treffen. Hank besitzt eine Shield-Gun die ähnlich funktioniert wie die Med-Gun des Sanis. Wie es der Name bereits verratet, heilt die Shield-Gun nicht sondern baut ein Schild um den anvisierten Mitspieler. Er versucht also den Jäger zu schützen der gerade attackiert wird. Der Supporter kann außerdem einen Luftschlag durchführen lassen. Es hagelt tonnenweise Bomben vom Himmel und das Biest bekommt gehörig Damage. Zudem besitzt Hank einen Lasercutter. Mit dem Lasercutter verursacht ihr ordentlich Damage aus der Ferne. Seine Fähigkeiten werden durch ein Tarnfeld komplettiert. In brenzligen Situationen kann das Tarnfeld den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen. Wenn zum Beispiel der ganze Jägertrupp bereits down ist, aktiviert Hank sein Tarnfeld und wird somit unsichtbar. Dadurch kann er sich aus dem Staub machen und warten bis die anderen Jäger wieder spawnen. Es gibt einen Respawn für die Jäger, dieser dauert recht lang und so werden das äußerst intensive Sekunden.

evolve_big_alpha (15)Den Abschluss bildet Maggie und sie ist die Fallenstellerin des Teams. Maggie ist dafür verantwortlich das Monster schnellstmöglich aufzuspüren. Dazu hat sie ein Pet an ihrer Seite. Der „Hund“ hört auf den Namen Daisy. Daisy ist aber nicht nur ein guter Fährtenleser sondern kann sogar gefallene Jäger wiederbeleben. Das macht den „Hund“ zu einem mächtigen und wichtigen Begleiter. Damit sich Maggie auch zur Wehr setzen kann, hat sie ein kleines Maschinengewehr ausgerüstet. Das macht jetzt nicht den ultimativen Schaden aber es reicht um Wildtiere oder Pflanzen zu erledigen. Das wichtigste Utensil ist aber ihre mobile Arena. Diese kann Maggie im ganzen Level in den Boden setzen. Ein blaues kugelförmiges Netz umspannt das Gebiet. Wenn die Bestie darin gefangen ist, kommt sie auch nicht mehr raus. Den Abschluss bildet die Harpune. Die Waffe wird in den Boden abgefeuert. Sobald das Biest daran vorbei läuft bohrt sich ein Enterhaken in das Vieh. Der Haken hängt an einem Seil, welches wiederum im Boden verankert ist. Das Biest kann sich also nur noch eingeschränkt bewegen.

Jeder Jäger kann auch ein Perk mit in das Match nehmen. Es gibt hier verschiedene Möglichkeiten. Ihr könnt auf mehr Angriffskraft bauen, mehr Verteidigung ausrüsten oder mehr Treibstoff für eurer Jetpak einpacken.

Goliath und der Kraken

Die heimlichen Stars von Evolve sind die Monster. In der Big Alpha war der Goliath und der Kraken spielbar. Der mächtige Goliath sieht Godzilla ähnlich, die Optik wird mit einer Spur Alien vermengt. Er ist am Boden beheimatet und man fürchtet seine verheerenden Nahkampfangriffe. Für die mittlere Distanz hat er einen Feuerstoß in Verwendung. Der Angriff erinnert an einen feuerspeienden Drachen. Im Nahkampf macht dem Goliath niemand etwas vor, ist ein Jäger in Schlagweite liegt er recht schnell am Boden. Sehr fies: Der Goliath versteckt sich auf einem Berggipfel und attackiert dann mit einem Sprungangriff, mitten in die Jägerbande. Den Kampf eröffnet der Goliath meist mit seiner Steinattacke. Ein sehr gelungener Fernangriff. Hier reißt der Goliath einfach einen fetten Stein aus der Erde und wirft ihn auf die Jägerbande. Sein Rammbockangriff komplettiert sein Repertoire.

Der Kraken hingegen bewegt sich weit über dem Boden. Er ist ein Luftwesenevolve_big_alpha (11) und so fliegt ihr über die Jäger hinweg und attackiert sie von oben. Optisch erinnert mich der Kraken an ein unglaublich hässliches Riesen-Calamari. Ihr habt Angriffe wie Energiekugeln oder lasst Blitze gen Erde donnern. So lange sich der Kraken in der Luft befindet, ist er quasi unmöglich zu töten. Wenn er aber erst auf den Boden der Tatsachen zurück geholt wurde, geht es sehr schnell. Der Kraken hat am Boden keine Chance.

Das einzigartige Gameplay

Evolve wird eine Solokampagne bieten aber die darf als Aufwärmübung angesehen werden. Verabschiedet euch von dem typischen Shooterdenken. Wer kurz und bündig in Massenschlachten zocken will ist bei Battlefield 4 besser bedient. Evolve fördert Teamplay, es erzwingt Teamplay, den ohne Teamplay habt ihr keine Chance das Monster zu besiegen. Wer allein auf der Karte herum läuft bringt sich und sein Team um den Sieg. Den sobald ein Jäger gestorben ist, wird Evolve unheimlich schwierig. Zu dritt das Monster in seine Einzelteile zu zerlegen, fast unmöglich. Zu zweit hilft nur noch die Flucht und das abwarten des Respawns der Verbündeten.

Mit jedem gespielten Match zieht euch Evolve immer mehr in seine Welt. Erfreulich komplex und doch Einsteigerfreundlich. Es ist eine Evolution des Koop-Shooter-Genres, die gilt es anzunehmen und sich von alten eingetretenen Pfaden zu verabschieden. Wer das nicht kann, ist hier fehl am Platz.

evolve_big_alpha (3)Die Grafik, die Geräuschkulisse, der Sound, die Steuerung alles erste Sahne und das in einer Alpha-Version. Das Spiel selbst ist schnell und chaotisch aber es folgt seinen selbst auferlegten Regeln. Es ist immer nachzuvollziehen warum ihr gerade verloren oder gewonnen habt. Mit welcher Klasse ihr ins Match startet könnt ihr beeinflussen, ist aber nicht in Stein gemeißelt. Ihr könnt eine Reihung der fünf Klassen (4 Jäger oder Monster) erstellen. Evolve versucht euch dann einem offenen Spiel zuzuweisen, in welchem diese Position noch nicht vergeben ist. Wir empfehlen die Einstellung „No Preferences“, hier erfolgt die Auswahl per Zufall. Ihr könnt so alle fünf Klassen abwechselnd zocken und jede einzelne davon ist es Wert gezockt zu werden.

Fazit:

Das Potenzial von Evolve ist schier unendlich. Gelingt es Turtlerock die Balance zu wahren wäre das ein erster immens wichtiger Schritt. Wenn die Karten noch sehr gut werden, steht einem Hit nichts mehr im Weg. Mit jedem Match, egal ob ich verliere oder gewinne, steigert sich die Freude auf den Release. Das an sich ist schon ein Kunststück. Ich warne euch aber auch vor dem Hype, ein enttäuschter Zocker mutiert schnell zum Troll und diese können ein Spiel töten, bevor es richtig angekommen ist. Lasst euch nicht hypen, hier kommt nicht die Revolution des Shooter-Genres. Evolve ist kein dumpfer Shooter, es ist viel mehr als das. Es ist der logische nächste Schritt in der Evolution der Koop-Shooter. Das 4on1 Spielprinzip ist so einfach, genial und passend, das man sich fragen muss warum das vorher niemanden in den Sinn kam? Behaltet Evolve im Auge, das wird wahrscheinlich das Next Big Thing.