ESport – vom Hobby zum Millionengeschäft

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Was ändern sich die Zeiten. Vor einigen Jahren galten ESportler noch als Hobby-Spieler und spielten bei kleinen Turnieren um Ruhm und Ehre. Doch diese Zeiten sind schon lange vorbei. Jetzt verdienen sie mittlerweile teilweise Millionen und zählen zu den ganz großen Stars in der Szene. Egal ob FIFA, League of Legends oder viele andere bekannte Online-Games.

ESport hat sich von einer Nischensportart zu einer Art Weltbewegung entwickelt. Turniere werden in Stadien vor 40.000 Zuschauern gespielt (zumindest vor der Corona Zeit) und die Begeisterung kennt keine Grenzen. In Sachen FIFA gibt es mittlerweile offizielle Bundesliga-Teams die um die virtuelle deutsche Meisterschaft spielen. Für einige Fans schon fast schön als das gute Original mit dem runden Ball und den 11 Spielern. Doch was macht ESport so faszinierend? Eine Frage die schwer beantwortet werden kann.

Es wird immer Leute geben die sich für diese Art von Sport einfach nicht interessen. Dafür gibt es andere die ESport sogar olympisch sehen wollen. Auch Fernsehsender nehmen den Hype mit und übertragen mittlerweile regelmäßig ESport Turniere und Spiele. Besonders Sport1 ist da ganz vorne mit dabei. Lange Zeit haben sich die Verantwortlichen von Bundesliga Vereinen aber auch gegen ESport gesträubt. So sagte Uli Hoeness damals sinngemäß, dass der FC Bayern sowas nicht brauche.

Das ist allerdings Geschwätz von gestern – denn die Bayern spielen auch mittlerweile in der ESport Liga mit, zwar nicht mit dem EA Ableger FIFA sondern mit PES 2020 von Konami. Dort gibt es exclusive Verträge und Lizenzen, mit denen ordentlich Geld gescheffelt wird. Schalke 04 ganz sich, im Gegenteil zur Realität, aktuell schon eine erfolgreiche ESport Truppe nennen. Es gibt regelmäßige Erfolge bei FIFA 20 oder League of Legends. Die Fans können Trikots ihrer ESport Spieler kaufen und auch originale Tastaturen, Mäuse oder Headsets. Alles natürlich mit dem Logo des FC Schalke 04. Auch hier rollt dann wieder der Rubel.

ESport ist eine Art Melkmaschine geworden, womit sich unglaublich viel Geld verdienen lässt. Ist man einmal drin in der Materie kann man dem Geld beim Wachsen zusehen. Doch den Schritt in die Tür zu bekommen ist nicht ganz so einfach, es gibt richtige Verträge und Stellenangebote. Das Gehalt ist dabei mittlerweile astronomisch hoch und lässt Unwissende nur den Kopf schütteln. „Wie kann man damit nur soviel Geld verdienen?“ ist die meist gestellte Frage.

Wir allen haben früher stundenlang gezockt, aber leider kein Geld damit verdient. Heute ist das anders. Kleine Kinder werden schon zum Zocker erzogen und sollten möglichst einen YouTube Kanal haben um damit auch noch Kohle zu verdienen. Aber man kann die Zeiten mit damals auch nicht wirklich vergleichen – heute gibt es einfach viel mehr Möglichkeiten und auch Unterstützer. Sponsoren stehen Schlange bei bekannten ESportlern und wollen ihren Namen auf den Trikots und beim Spiel sehen. Selbst dafür werden schon Millionen hingeblättert.

Und die Frage nach dem Sinn ESPort wirklich olympisch zu machen wird sich automatisch stellen. Und jetzt kommt wieder das, wovon wir hier schon die ganze Zeit schreiben: Es ist eine Gelddruckmaschine. Olympia zählt zu den größten Sportevents der Welt und ESport erfreut sich immer höherer Beliebtheit – es ist also nur eins und eins zusammenzählen. Am Ende profitieren beide Seiten davon. Doch ist es wirklich spannend ein League of Legends Spiel zu beobachten ? Das liegt immer im Sinne des Betrachters. Es gibt ja auch Leute die mögen kein Fussball oder Basketball, die würden sich das auch nicht freiwillig anschauen wollen.

ESport wird weiter seinen Erfolgsweg gehen und noch breiter aufgestellt werden. Auch wenn viele sagen das der Hype in ein paar Jahren vorbei sein könnte. Wir gehen eher vom Gegenteil aus. Wenn man überlegt das ein Verein wie Schalke 04 10 Millionen Euro in die ESports-Abteilung steckt , dann könnt ihr euch die Dimensionen ungefähr ausmalen. Und die Summen werden immer mehr werden. Mittlerweile ist es auch möglich ESport Spiele zu tippen, wie es zb. bei Unikrn möglich ist. Auch hier werden unglaubliche viele Gelder herumgereicht.

Doch ist ESport richtiger Sport? Kann man das wirklich miteinander vergleichen? Das ist schwer zu sagen. Ein E-Bike ist ja auch ein Fahrrad, allerdings mit Unterstützung. Es bleibt im Endeffekt immer noch ein Fahrrad. ESportler sind zwar nicht Bewegungsfanatiker, aber sie arbeiten mit ihrer Konzentration und Fingerfertigkeit. So wie manche Spieler mit dem Controller umgehen, würden sich andere die Finger brechen.

Wir selber hatten mal das Vergnügen und durften gegen einen ESport Profi FIFA spielen. Das Endergebnis war am Ende dann ein lässiges 0:15. Und wir waren froh wenn wir mal über 2 Sekunden den Ball unser Eigen nennen konnten. Sie haben es einfach drauf und spielen euch in Grund und Boden – ob das dann für den Laien noch Spaß macht muss man selbst entscheiden. Wir wollten danach keine Revanche mehr :).  Wir sind danach erstmal ins Trainingslager gegangen und haben versucht besser zu werden – mit ganz kleinen Schritten um irgendwann auch richtig Kohle damit zu verdienen. Wird wohl nie klappen – aber wir haben es versucht.