Drawful 2 – Schwingt den Pinsel für den Sieg

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Drawful 2 ist bereits 2016 erschienen und seit 2018 auch für die Switch erhältlich, dennoch konnten wir es einfach nicht lassen und haben den Titel für euch genauer unter die Lupe genommen. Ob der künstlerische Zeitvertreib für die Switch euch wie auf selbstgemalten Wolken durch die Zeiten der Pandemie fliegen lassen kann, erfahrt ihr hier bei uns im Test.

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Versammelt eure Freunde in der Lobby.

Wer den Entwickler Jackbox Games und seine Partyspiele kennt, wird sicherlich schon von Drawful 2 gehört haben. Zum Spielen benötigt ihr neben dem Spiel selbst auch noch je Spieler ein Handy oder Tablet, welches als Aktionsinterface und Zeichenfläche dient. Im Grunde genommen kann der Spielspaß dann auch schon losgehen.

Jeder Spieler bekommt einen Begriff zugelost, welcher dann gemalt werden muss. Dafür habt ihr nicht nur begrenzt Zeit, sondern auch nur sehr übersichtliche Mittel, um ein passables Kunstwerk zu erschaffen. Sind alle Mitspieler damit fertig, werden die gemalten Bilder der Reihe nach präsentiert und es müssen passende Beschreibungen erdacht werden, die das Gemalte möglichst akkurat widerspiegeln. Danach werden euch diese ebenfalls angezeigt und ihr müsst wählen, was davon wohl der richtige Ursprung des Bildes gewesen ist. Ratet ihr richtig, bekommt ihr und der Künstler Punkte. Liegt ihr falsch, bekommt derjenige, der euch mit seiner Bildbeschreibung hinters Licht führen konnte, die Belohnung. Wer an die Spitze kommen will, muss also nicht nur ein Händchen fürs Malen, sondern auch ein Talent für das Erkennen und Beschreiben von abstrakten Zeichnungen haben.

Viel Kunst, wenig Werkzeug

Das Talent zum Malen wurde euch nicht in die Wiege gelegt? Kein Grund zur Sorge! Da Drawful 2 euch pro Spieler lediglich zwei Farben und einen Finger als Zeichenwerkzeug zur Verfügung stellt, dürfte auch der beste Picasso unter euch an seine Grenzen stoßen. Radiergummi, Strichstärken und Farbwahl sind Tools, die ihr in diesem Spiel nicht finden werdet – außer als Begriff zum Zeichnen natürlich. Allerdings möchten wir an dieser Stelle anmerken, dass eben dieser Minimalismus an einigen Stellen eher ungünstig ist und den Spaßfaktor auch deutlich einschränken kann. Ist der Begriff beispielsweise „Sektglas“ und eure Farben sind zwei verschiedene Rottöne, werden eure Mitspieler wohl tendenziell eher an Wein denken.

Andererseits fordert das Spiel maximale Kreativität von euch. Begriffe wie „explodierende Ananas“  oder „tinderzimmer“ können beim Künstler zwar für eine Kriese sorgen, aber im Nachhinein den Spaß der Gruppe fördern, weil die lustigsten Dinge erkannt wurden.

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Cheers!

Niemals endende Worte

Irgendwann ist es leider immer so, dass ein Spiel an seine Grenzen stößt. Wer viel und ausgiebig spielt, wird nach einiger Zeit Begriffe bekommen, die es schon gab. So ärgerlich das auch ist, es ist nichts, weswegen man Drawful 2 gleich in die nächste Schublade schmeißen sollte. Es kommen immer wieder Updates mit neuen Begriffen und Verbesserungen. Wer keine Lust hat, darauf zu warten, kann aber auch seine eigenen Episoden erstellen oder im Netz nach bereits erstellten suchen. Lasst eurer Kreativität freien Lauf, erfindet die absurdesten Worte und ärgert eure Mitspieler.

Für jede Episode müsst ihr einen Namen vergeben. Wir haben uns beispielsweise verschiedene Themen gesucht und uns dazu Begriffe überlegt, die dazu passen. Ob es nun etwas wie „Spaß mit Flaggen“ oder  „Dämliche Tiere und andere Wesen“  wird, liegt dabei an euch. Falls ihr lieber Worte in anderen Sprachen künstlerisch umsetzen wollt, ist das Erstellen eigener Episoden ebenfalls sehr sinnvoll. Die Audio des Spiels bleibt allerdings in der Sprache, die ihr zuvor eingestellt habt.

Die Musik macht’s

Begleitet werdet ihr das ganze Spiel über von einer freundlichen weiblichen Stimme, welche euch in das Spielprinzip einweist. Mit Humor und Witzeleien werdet ihr auf die immer knapper werdende Zeit in den Runden hingewiesen. Auch einen Kommentar zur Anzahl der Spieler kann sie sich am Beginn eines Spiels nicht verkneifen.

Zusätzlich gibt es noch den fröhlich-lockeren Soundtrack und diverse lustige Soundeffekte, die im Spiel immer wieder vorkommen. Pupsgeräusche. Ein leises Rülpsen, während die Zeit abläuft. Der klassische Applaus, wenn man etwas richtig gemacht hat. Das bringt Abwechslung und vielleicht ein wenig Verwirrung, wenn eure Freunde im Chat auf einmal „Schulz“ sagen.

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Große Schritte, große Worte.

Spielspaß mit Bedingungen

Ihr habt Lust auf Drawful 2 bekommen? Wenn ihr nun zusammen mit euren Freunden ein paar Runden spielen wollt, haben wir schlechte Nachrichten für euch. Zwar mag das Spiel genial für einen Abend voller Kreativität und Ratespaß sein, jedoch zeigt sich hier der große Nachteil der Switch. Während ihr vom PC aus ganz einfach jedes Spiel über YouTube, Twitch oder Discord streamen könnt, hängt Nintendos Hybridkonsole in dieser Hinsicht weit hinterher. Ihr seid also darauf angewiesen, lokal mit Freunden oder Familie zu spielen, was gerade in den aktuellen Zeiten nicht immer möglich ist.

Wenn ihr technisch Affin seid und das Geld zusätzlich ausgeben wollt, könnt ihr mit einer Capture Card Abhilfe schaffen. Diese überträgt das Bild von der Switch auf die Plattform eurer Wahl und ermöglicht es weit entfernten Genossen, mitzuspielen. Dazu sei gesagt, dass neben der Capture Card auch ein passabler PC, ein Programm und einige Einstellungen nötig sind, um das Ganze zum Laufen zu kriegen.

Wir finden, dass diese Umstände der Version für die Switch leider etwas den Sinn nehmen. Da macht es mehr Spaß, direkt über den PC zu spielen und sich diese zusätzlichen Anschaffungen zu sparen, wenn nicht genug Leute im selben Haushalt wohnen.

Mehr Spieler, mehr Spaß

Um euch in eine chaotische Runde voller Malerei und Ratefrust zu stürzen, benötigt ihr mindestens drei Personen. Spielt ihr zu dritt, wird bei den Vorschlägen, mit denen die Gemälde der anderen Spieler beschrieben werden müssen, durch einen automatischen Vorschlag ergänzt, damit es immer vier sind. Manchmal ist es dann ziemlich eindeutig, welche der Antworten nicht von euch oder euren Mitstreitern kommt. Deshalb finden wir es am besten, mit mindestens vier bis fünf Spielern zu spielen, da so der Spaßfaktor am höchsten ist und die Runden länger dauern.

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Die Sprache macht das Ganze nicht immer einfacher.

Sprachliche Barrieren überwunden

Seit dem neuesten Update vom 06. Mai gibt es Drawful 2 auch in Deutsch. Nicht nur sämtliche Texte, sondern auch die Audio sind in der Sprache anpassbar und geben somit mehr Spielern die Chance, das Game im vollen Umfang zu erleben. Zusätzlich gibt es mehr Optionen und vor dem Start einer Runde kann der VIP der Lobby auch vorgegebene oder bereits gespeicherte Episoden auswählen. Die vorgegeben sind dabei in der Sprache, die man zuvor festgelegt hat.


Drawful 2 ist seit 2018 für die Switch erhältlich und ihr könnt den Titel  im Nintendo E-Shop erwerben.

Der Test sowie alle Screenshots basieren auf unserer Testversion von Drawful 2, die uns freundlicherweise vom Publisher zur Verfügung gestellt wurde.


 

66%

Spaßiges Erlebnis mit Bedingungen

Alles in allem ist Drawful 2 ein gutes Spiel für diejenigen, die sich zusammen auf die Couch lümmeln und etwas Kreatives mit Humor spielen wollen. Mit Spaß und etwas Ideenreichtum könnt ihr so schöne Abende mit der Familie oder den Mitbewohnern verbringen und den wahren Künstler in euch entdecken.

Etwas weniger gut macht sich der Titel allerdings für jeden, der Online mit Freunden spielen möchte, ohne gleich in Streaming-Equipment investieren zu müssen. Dies ist leider ein großes Manko der Version für die Switch und macht sie für viele vielleicht überflüssig. In diesen Fällen empfiehlt es sich, auf die PC-Fassung zurückzugreifen oder sich nach Alternativen umzusehen - beispielsweise "Gartic Phone" oder "skribbel.io", die beide kostenfrei spielbar sind.

  • Grafik
  • Sound
  • Story/Atmosphäre
  • Steuerung
  • Spielspaß
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