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Nach der Serie Loki und dem Filmspektakel Spider-Man: No Way Home standen die Türen zum Multiversum offener den je zuvor. Doctor Strange in the Multiverse of Madness soll nun der nächste Schritt in Kevin Feiges großem Plan sein, Marvel noch weiter auszubauen. Mit Sam Raimi (unter anderem Tanz der Teufel und Spider-Man) hat sich Marvel Studios auch einen vielversprechenden Regisseur für das Epos geholt. Reicht das aber, um einen guten Eventfilm in die Wege zu leiten? Wir haben den Film inzwischen in der ersten Woche im Kino gesehen und verraten euch in dieser Filmkritik unsere Eindrücke zum neuen Marvel-Abenteuer.


Bitte achtet darauf, dass wir davon absehen unsere Wertung in Zahlen niederzuschreiben. Weiterhin sei gesagt, dass dies hier zwar eine Filmkritik ist, jedoch eher einen persönlichen Eindruck wiedergibt und damit nicht zu tief in einzelne Elemente abtaucht.


Marvel kann auch anders

Träume sind Einblicke in andere Dimensionen des Multiversums. Auch Doctor Strange muss diese Tatsache lernen, nachdem er plötzlich von Christines Hochzeit verschwinden muss, um ein Tentakelmonster zu besiegen, welches droht Teile von New York zu zerstören. Während des Kampfes treffen er und Wong auf America Chavez, einem jungen Mädchen, welches behauptet durch das Multiversum springen zu können. Schnell kann sie das beweisen und spricht von einer großen Bedrohung. Geschockt von der Botschaft, sucht der Magier Doctor Strange die Hexe Wanda auf, welche immer noch von den Geschehnissen in WandaVision und damit auch Westview gezeichnet ist. Doch dann… Ups, da hätte ich euch doch fast gespoilert. Würden wir die Geschichte von hier weitererzählen, würde ein besonderes Ereignis das nächste jagen und diesen Teil solltet ihr am besten selbst herausfinden. Lasst euch aber gesagt sein, dass besonders tiefe Fans viele Easter Eggs und Events erkennen werden.

Von der Atmosphäre springt Doctor Strange in the Multiverse of Madness konstant zwischen Horror, Humor und Superheldenaction hin und her. Das klingt zwar so als solle es nicht funktionieren, Sam Raimi schafft es aber seine eigene Art der Filmkunst unglaublich gut in Szene zu setzen und dadurch Horrorpassagen gekonnt mit Witzen aufzulockern. Wobei ich zugeben muss, dass mich einige Jumpscares kalt erwischt haben. Trotzdem hat mich das Ganze sehr stark an „Tanz der Teufel“ (oder auch Evil Dead) erinnert, was meiner Meinung nach eine fantastische Horrorkomödie ist und damit für den Film spricht. Ich habe des Öfteren gelesen, dass der Film sich nicht entscheiden könne oder komische Bilder auf die Leinwand wirft. Dem kann ich zwar teilweise zustimmen, für mich ist aber wichtig, dass Marvel sich mal etwas Neues traut, wenn sich die Horrorelemente auch in Grenzen halten. Allein die unerwartete Brutalität des Films wurde kreativ umgesetzt und immer wieder kam der Film mit Momenten um die Ecke, welche ich so nicht hab kommen sehen.

Nur bedingt das erhoffte Meisterwerk

Trotz eines sehr positiven Eindruckes des Filmes, muss ich Doctor Strange in the Multiverse of Madness doch als nur bedingtes Meisterwerk betiteln. Warum, fragt ihr euch? Na ja – nur wenn ihr gewisse Bedingungen erfüllt, kann und wird der Film euch begeistern. Zum einen werden viele wohl wenig Emotionen mit den Cameos im Film hegen, was zwar teils der Umgebungen geschuldet ist, in welcher die Charaktere vorgestellt werden, aber auch damit zusammenhängt, wie tief man in der Marvel-Historie verankert ist. Wenn ihr zum Beispiel die Agents of S.H.I.E.L.D. und ihr unbeliebtes Spin-Off verschlafen habt, dann wird euch ein besonderer Charakter sicherlich nichts sagen. Auch wer die anderen Marvel Filme außerhalb des MCU nicht gesehen hat, wird wenig mit den anderen Figuren anfangen können. Keine Sorge, ich bleibe hier gerade absichtlich wage, um euch nicht allzu viel zu verraten. Ich selbst hab bei jedem Auftritt fast angefangen vor Freude zu schreien, ich bin mir aber auch sicher, dass diese viele Zuschauer enttäuschen wird.

Zum anderen wird der Film nur ein Meisterwerk für euch sein, je nachdem welche Erwartungshaltung ihr mitbringt. Habt ihr euch zum Beispiel in den vorangegangenen Diskussionen beteiligt, dann seid euch bewusst, dass ganz sicher nicht jeder Held auftreten wird, der von Fans erhofft wird. Auch werden viele Multiversen nur kurz gezeigt, wobei die Haupthandlung auf drei begrenzt ist. Natürlich nutzt Doctor Strange in the Multiverse of Madness hier nicht, was möglich wäre, hätte man aber mehr eingeführt, wäre es definitiv zu viel gewesen. Seid ihr euch aber dieser Bedingungen bewusst und ihr erfüllt sie auch, dann wünsch ich euch viel Spaß bei einem der besten Blockbuster Filmen des Jahres!

About author

Robin S.

Robin ist zwar mit Nintendo aufgewachsen, ist aber Zuhause auf der PlayStation und spielt, was ihm vor die Füße kommt. Auch sammelt er gerne physische Spiele und ist begeistert von wunderschönen Steelbooks.

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