Devil May Cry 5 bei uns im Test

0

Fans von Devil May Cry mussten sich schon Ewigkeiten auf frischen Content gedulden – so liegt der Release von Devil May Cry 4 stolze 11 (!) Jahre zurück, selbst die Neuauflage des ersten Teils DmC: Devil May Cry ist schon sechs Jahre her. Daher ist die Erwartungshaltung bei den Fans natürlich riesig. Kann der fünfte Teil der Serie diesen auch gerecht werden?

Nero geht wieder auf Dämonenjagd in Devil May Cry 5 – seid ihr dabei?

Alles bleibt so wie es ist

Devil May Cry steht seit nun mehr als 17 Jahren für feinstes Hack & Slay, in dem größter Wert auf das stylishe Erlegen von Gegnerhorden mit atemberaubenden Combos und einem vielseitigen Waffenarsenal gelegt wird. Und soviel vorweg: Devil May Cry 5 weicht hierbei nicht von seinen Wurzeln. Das Grundgerüst der Serie, welches die Fans so lieben, ist in Perfektion zurück. Doch es ist nicht alles so wie man es kennt, es wird auch den alteingesessenen Veteranen neues geboten. Aber kommen wir erstmal zur Story.

Ein Dämonenbaum ist plötzlich in der Stadt aufgetaucht.

Das Böse erwacht

Die Story spiel nach den Ereignissen des vierten Teils. In Red Grave City ist ein riesiger Dämonenbaum erschienen, der nichts als Chaos verursacht. Dante, Nero und der mysteriöse V machen sich nun auf in das Innere des Baums, um Urizen ausfindig zu machen – der Dämonenkönig, der für die ganze Situation verantwortlich zu sein scheint. Hier ist auch direkt die erste Besonderheit ausfindig zu machen: Es gibt drei spielbare Charaktere, die alle einen unterschiedlichen Spielstil mit sich bringen.

Nero kann jetzt verschiedenste Armprothesen benutzen – unter Anderem auch Mega Mans Blaster. Wo er den wohl her hat…

Abwechslung hoch drei

Dante greift wie gewohnt auf seinen Mix aus Nahkampf- und Fernkampfwaffen zurück, die er in unterschiedlichen Kampfstilen einsetzt. Nero hat im Rahmen der Handlung seinen rechten Arm verloren, und greift nun auf mehrere Armprothesen zurück, die ihm verschiedene Fähigkeiten verleihen. Der neue Charakter V, dessen Hintergrund sich erst im Laufe der Story offenbart, spielt sich deutlich anders als die beiden bekannten Protagonisten. Er ist nämlich recht schwächlich und kämpft zumeist gar nicht selbst, sondern lässt die drei Dämonen Griffon, Shadow und Nightmare für sich kämpfen. Griffon ist ein Vogel und für den Fernkampf zuständig, Shadow nimmt die Gestalt eines Pumas an und geht in die Offensive und Nightmare ist ein riesiger Koloss, der euch in brenzligen Situationen aus der Patsche hilft.

Während ihr hier nach einem Ausgang sucht, kämpfen eure Mitstreiter mit Sicherheit ganz wo anders gegen die Dämonen.

Verschachtelte Handlung

Bei manchen Missionen könnt ihr wählen, welchen Charakter ihr spielen wollt. Bei den meisten ist das aber vorgegeben, dies hat den Storyverlauf als Ursache: Die verläuft nämlich nicht komplett linear, sondern teilweise auch parallel. Dabei erklärt euch ein Zeitstrahl am Anfang jeder Mission, wo diese gerade zeitlich einzuordnen ist. Das sorgt für weniger Verwirrung und wird auch dann wichtiger, wenn ihr Ereignisse aus der Vergangenheit spielt. Anfangs werdet ihr ohne viel Erklärung in die Geschichte hineingeworfen, die sich aber nach und nach durch Rückblenden und Zwischensequenzen aufschlüsselt.  Meiner Meinung nach ist dies eine äußerst interessante Art der Geschichtenerzählung, die die Spannung konstant hoch hält, auch wenn Neueinsteiger anfangs ein wenig ratlos sind.

Im Auto-Modus bekämpft ihr eure Gegner mit Leichtigkeit – und mit Stil.

Es ist kein Meister vom Himmel gefallen

Apropos Neueinsteiger: An die hat Devil May Cry 5 nämlich auch gedacht. Für die gibt es die Handlung der Devil May Cry-Serie kurz und knackig in einem Video, die euch einen groben Überblick verschafft. Außerdem gibt es einige riesige Enzyklopädie, in der ihr auch noch Details zu den einzelnen Personen, aber auch zu Gegnern und Waffen nachlesen könnt. Auch in Sachen Gameplay wurde an die Neueinsteiger gedacht: Zum einen gibt es mehrere Schwierigkeitsgrade. Auf dem niedrigsten könnt ihr problemlos zwei drei Treffer einstecken, während ihr versucht herauszufinden, wie man möglichst stylisch eurem Gegenüber eins auf die Mütze haut, ohne in die Gefahr eines Bildschirmtodes zu kommen. Zum anderen gibt es aber auch einen Auto-Modus, der euch automatisch Combos ausführen lässt, ohne die nötigen Tastenkombinationen zu beherrschen. Dies gibt Anfängern einen guten Ausblick darauf, wie es aussieht, wenn ihr ein wirklicher Profi in Devil May Cry seid: Nahkampf- und Fernkampfmoves werden flüssig aneinandergereiht, während ihr euch von einem Gegner zum nächsten schnetzelt – Devil May Cry zeigt dabei sein wahres Ich, was Flow und Style in den Kämpfen angeht, jedoch dauert es einige Zeit, bis ihr in der Form ohne Auto-Modus spielen könnt. Die Option ist trotzdem klasse.

Was darfs sein? Zahlreiche Moves und Combos sind freischaltbar, im Tausch gegen ein wenig Ingame-Währung.

Gewohnte Mechaniken

Alles weitere ist relativ schnell erklärt: Ihr arbeitet euch in schlauchartigen Levels von Areal zu Areal vor, in denen ihr immer erst alle Gegner besiegen müsst, bevor ihr weiter könnt – vorher versperrt euch nämlich eine Barriere den Weg. Zwischendrin haltet ihr Ausschau nach Sammelbaren oder Geheimmissionen, bei denen euch nach einer kleinen Challenge eine zusätzliche Belohnung winkt. Die gesammelten Punkte tauscht ihr hauptsächlich für neue Moves ein, aber auch z.B. für weitere Armprothesen für Nero. Am Ende jeder Mission wartet meist ein Boss auf euch, die oftmals ein Highlight und eine gelungene Abwechslung von der ab und zu doch sehr monotonen Schnetzelei der kleineren Widersacher darstellt.

Der legendäre Dämonenjäger Dante hat immer einen flotten Spruch parat.

Frage des Geschmacks

Zwischen den Missionen wird die Story in Zwischensequenzen erzählt. Diese überzeugen durch ein grafisch sehr hohes Niveau, jedoch kann ich mir vorstellen, dass die Dialoge nicht jedem gefallen werden. Diese sind zum Großteil sehr plump und oft wird schon gezwungenermaßen ein cooler Spruch nach den anderem losgelassen. Trotz alledem haben mich die Zwischensequenzen köstlich unterhalten, da dieser leicht trashige und oft völlig übertriebene Stil einfach wunderbar zum gesamten Spiel passt. Tiefgründige Monologe sucht ihr hier oftmals vergebens, meistens stehen hier Action und Humor im Vordergrund, und das ist meiner Meinung nach auch gut so! Devil May Cry 5 ist dahingehend relativ speziell und vielleicht auch nicht für die breite Masse gemacht, aber wenn ihr euch darauf einlasst, werdet ihr mit Sicherheit eine Menge Spaß haben.

 

83%

Devil May Cry 5 ist ein unglaublich gutes Devil May Cry. Es bleibt der Serie treu und liefert herausragendes Hack & Slay-Gameplay mit Flow und Style, die seinesgleichen sucht. Fans der Serie werden begeistert sein. Wenn ihr gerne mal ein Hack & Slay spielt und auf eine actionreiche und humorvolle Story steht, sei euch Devil May Cry 5 ans Herz gelegt.

  • Grafik 85%
  • Sound 90%
  • Story 80%
  • Steuerung 85%
  • Umfang 75%