Close to the Sun bei uns im Test

Ein gelungener Horror-Trip

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Storm in a Teacup und Wired Productions schicken uns mit Close to the Sun in ein atmosphärisches Horrorabenteuer. Die Geschichte selbst spielt auf einem gigantischen Schiff in einer alternativen Zeitlinie im Jahr 1897 und könnte unserer Meinung nach auch hervorragend als Film funktionieren.

Spielerisch erinnert uns das Machwerk an Soma oder Amnesia. Unser Review klärt den Angst- bzw. Spaßfaktor des Titels.

Eine verhängnisvolle Landung

In Close to the Sun verkörpern wir die Journalistin Rose Archer. Wir befinden uns auf der Suche nach unserer jungen Schwester Ada. Zu Spielbeginn haben wir von ihr einen merkwürdigen Brief erhalten der uns auf die Helios lockt. Die Helios selbst ist ein Schiff welches sich auf hoher See befindet und einen Zufluchtsort für allerhand Wissenschaftler wie beispielsweise Nikola Tesla darstellt.

Als wir an der Helios andocken überkommt uns ein merkwürdiges Gefühl, die ganze Szenerie wird unbelebt, wo sind bloß die ganzen Menschen hin? Nachdem wir durch den pompösen Eingang schlendern und das Wort Quarantäne auf der Tür lesen ist eines klar, die Forscher sind ganz sicher nicht alle zusammen auf einen Schlummertrank gegangen.

Paranoia auf dem Schiff, scheint kein Fremdwort zu sein.

Kontakt mit der Crew

Zur Auflockerung des Horrors warten immer wieder leichtere Rätsel auf uns.

Die Geschichte selbst wird in zehn Kapiteln erzählt, damit sind wir gut fünf bis sechs Spielstunden lang beschäftigt. Die Szenerie, die Optik und der Sound sorgen für eine unheilvolle Atmosphäre – zum Glück finden wir, zu Beginn unseres Abenteuers, eine Art Funkgerät. Just als wir uns dieses merkwürdige Gerät ansehen werden wir von unserer Schwester Ada angefunkt.

Eine epochale Katastrophe sei auf dem Schiff ausgelöst worden. Wir müssen ihr helfen das alles wieder gerade zu biegen. Wir sollen in ihr Apartment kommen, dort werden wir dann genaueres erfahren.

Als wir massenweise zerstückelte Leichen entdecken schwant uns das unser Besuch auf der Helios keine gute Idee war. Zu allem Überfluss treffen wir auch noch auf Ludwig, seines Zeichens wahnsinniger Mörder der uns ebenfalls nach dem Leben trachtet.

Hier beobachten wir einen Mord. Ludwig wird uns ab diesem Moment verfolgen – Flucht ist die einzige Möglichkeit zu entkommen.

Zeitexperimente

Im Laufe der Geschichte erfahren wir, um was sich Close to the Sun eigentlich dreht. Auf dem Schiff wurden Zeitexperimente durchgeführt und diese sind ordentlich in die Hose gegangen. Ein unheimlicher blauer Dunst breitet sich überall auf der Helios aus. Dieser wird Exo genannt und hat eine verdammt miese Eigenschaft:

Zeitmonster sind eine „unangenehme Nebenerscheinung“ des blauen Dunstes.

Zum Glück bekommen wir Hilfe von unserer Schwester Ada und dem wohl bekanntesten Forscher auf der Helion, nämlich Nikola Tesla. Außerdem hilft uns ein Unbekannter namens Aubrey. Dieser nette Kollege hat uns ein paar Mal das Leben gerettet.

Hier sehen wir das Exo in Aktion.

Anfänglich befinden sich unsere Protagonistin und er noch im Streit. Unglaublich schwarzhumorige aber witzige Gespräche später, fangen wir an ihm zu vertrauen. Ob das wohl eine gute Idee ist?

Close to the Sun spielt gekonnt mit unserer Erwartungshaltung. Ist Ludwig wirklich wahnsinnig oder der einzige mit klarem Verstand? Ist Tesla der Bösewicht, wurde er wahnsinnig aufgrund seiner Überheblichkeit? Können wir Aubrey trauen? Er hat zwar unser Leben gerettet aber eigentlich kennen wir ihn nicht. Die einzige Konstante scheint unsere Schwester Ada zu sein.

Diese Geister aus der Vergangenheit oder Zukunft scheinen uns zu führen.

Das Gameplay

The ground, the ground, the ground is on fire…

Spielmechanisch erwartet uns in Close to the Sun eine Mischung aus Adventure, Horror, Rätseln und Flucht. Wir können gegen unsere Gegner nicht kämpfen, wer stehen bleibt verliert. Es gilt die Beine in die Hand zu nehmen und zu Rennen. Tun wir das nicht, sehen wir unseren virtuellen Tod. Ganz so schlimm ist das letztlich nicht, die Speicherpunkte sind nämlich sehr fair verteilt.

Die Spielgeschwindigkeit ist äußerst geschmeidig, das ist vor allem den relativ einfachen Rätseln zu verdanken. Laufen wir mit offenen Augen durch die einzelnen Level, hängt unsere Spielerfahrung quasi nie.

Die düstere Atmosphäre sorgt für eine angenehme Gespanntheit vor dem Monitor. Jumpscares sind zwar auch vorhanden aber uns kamen diese relativ sanft vor, das fanden wir richtig angenehm.

Launch-Trailer:

 

80.2%

Was darf die Wissenschaft und wie weit darf sie dabei gehen? Diese moralische Frage stellt Close to the Sun. Abgeschottet auf dem einsamen Schiff versuchen wir die Wahrheit dahinter zu erforschen und irgendwie zu überleben.

Wem können wir trauen? Können wir das Exo und die damit emporkommenden Monster wieder verschließen?

Durchatmen: Ein Blatt hinein, eine Dorne hinaus … ein Blatt hinein, eine Dorne hinaus … Aufstehen, weitermachen, wir haben etwas versprochen, unsere Heldin Rose muss so einiges durchmachen und das wird uns trotz kleinerer Probleme lange in Erinnerung bleiben.

  • Grafik 83%
  • Sound 83%
  • Atmosphäre 84%
  • Steuerung 79%
  • Umfang 72%