Cities XL Platinum im Test

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Während der neue „Simcity“-Teil vielen Genrefans sauer aufstößt, weil er nur sehr begrenzte Areale zum Ausbau der eigenen Stadt bietet, weiß „Cities XL“ mit deutlich größeren Bauflächen auf 60 unterschiedlichen Karten zu überzeugen. Wahlweise dürfen wir sogar in Paris unsere eigene Stadt hochziehen, alternativ bebauen wir aber auch kleine Trauminseln oder Berglandschaften. Entwickler Monte Cristo verspricht über 1.000 Gebäude. Ob die allesamt auch sinnvoll in die Simulation eingebunden wurden und wie komfortabel sich die Stadtverwaltung bei dem Gewusel bedienen lässt, erklären wir euch im Test.

Um alle Steuerungskniffe der Simulation anwenden zu können, sollte vorher das erfreulich ausführliche Tutorial gespielt werden. Darin lernen wir die rudimentären Grundlagen des Spiels und schauen verdutzt aus der Wäsche, wenn die Texteinblendungen uns mit einem naiven Bürgermeister und dessen peinlichen Dialogen mit seinem kecken Assistenten konfrontieren. Nachdem wir in „Cities XL“ eine Region ausgewählt haben, dürfen wir zunächst einmal keine große Story erwarten. Es gibt keine richtige Kampagne, sondern lediglich Texteinblendungen, die uns wichtige Aufgaben nahe legen, damit unsere Stadt voran kommt.

Anfangs bauen wir noch Standardgebäude, die für die Grundversorgung nötig sind und die Grundbedürfnisse unserer Bewohner sicherstellen. Krankenhäuser, Wohngebiete, Arbeitsstätten und Einkaufsareale müssen her, damit wir überhaupt einen Zuwachs an Einwohnern bekommen. Die Bedienung fällt beim Häuserbau recht angenehm aus, da es zahlreiche verschiedene Optionen gibt, wie wir unsere Fläche bebauen möchten. Einzelne Häuser oder gleich ganze Flächen? Gerade oder kurvige Straßen? Alles kein Problem. Allerdings nerven kleine Macken im Test, die dazu führen, dass wir Gebäude in bestimmten Einstellungen teilweise in frickeliger Kleinstarbeit in den Boden stampfen müssen. Die viel zu kleine Schrift unter und über den Bauteilen im Menü ist darüber hinaus ein Witz.

Dank der vielen zuschaltbaren Filter lassen sich zahlreiche Statistiken aufrufen, welche uns verraten, wie es wirklich um unsere Stadt steht und wo noch Handlungsbedarf besteht. Zum Beispiel zeigen diese Filter an, an welchen Stellen in der Stadt Verkehrsstaus herrschen oder in welchen Gegenden Arbeiternehmer gesucht werden. So können wir schnell dagegen vorgehen, wenn wir denn die Filter richtig interpretiert und entsprechend korrekte Gegenmaßnahmen eingeleitet haben.

Fehlen uns zwingend notwendige Resourcen, so dürfen wir mit anderen Städten handeln, was relativ komfortabel über ein übersichtliches Menü passiert. Somit erlaubt uns das Spiel unsere Stadt immer weiter zu verbessern, wozu jedoch stellenweise Levelaufstiege benötigt werden. Mit denen schalten wir weitere Gebäude oder Transportmittel wie U-Bahnen frei. Diese machen die Bewohner bei richtigem Einsatz grundsätzlich zufriedener, sind aber auch teilweise schweineteuer, sodass wir abwägen müssen, welche Verbesserungen auf Dauer Sinn machen und profitabel bleiben.

Unsere Stadt wächst und wächst mit der Zeit. Anders als im aktuellen Simcity ist die Karte aber nicht so sehr begrenzt, sondern bietet Platz für teils riesige Metropolen, in denen die meisten der über 1.000 Gebäude Platz finden. Das sieht durch die solide, aber nicht bildschöne Grafik ganz okay aus, insbesondere bei größeren Städten, zehrt der Titel aber ordentlich an der Performance. Schon eine kompakte Großstadt bringt das Spiel zum Ruckeln – hier besteht Nachbesserungsbedarf.

Fazit:

Die Simulation bringt streckenweise großen Spaß, nämlich dann, wenn wir einmal Fahrt aufgenommen haben und unsere Stadt beim Wachseln und Florieren zuschauen. Doch offenbart es nach und nach einige Marotten, die einfach nerven. Seien es die Komfortmacken (zu kleine Schrift, teils fummelig), die fehlende Kampagne oder die ruckelnde Grafikengine. Für große Tüftler lohnt sich trotzdem ein Kauf, denn wenn man sich erstmal eingefuchst hat, dann kommt so schnell keine Langeweile auf. Alle anderen greifen dann eher zum Simcity-Neustart von EA.

Wertung: befriedigend