Chameleon Run Deluxe Edition (Nintendo Switch) bei uns im Test

Fliegender (Farb-)Wechsel – Chameleon Run landet auf der Nintendo Switch.

Ursprünglich als kleiner Zeitvertreib für Smartphone-Besitzer gedacht, erscheint der mittlerweile recht erfolgreiche Autorunner Chameleon Run nun auch auf der Nintendo Switch und verspricht in der Deluxe Edition mehr Inhalte bei gleich hohem Spielspaß.

Die Idee hinter Chameleon Run könnte nicht simpler sein. Wir rennen automatisch von links nach rechts und weichen dabei Hindernissen und Abgründen mit zeitlich gut abgepassten Sprüngen aus. Der besondere Clou dabei, und übrigens auch der Grund, warum sich der Titel bereits auf Smartphones von seinen eher angestaubten Autorunner-Kollegen weit absetzen konnte, ist jedoch das ziemlich einzigartige Farbwechsel-Feature.

Passen wir die Farbe unserer furios-flotten Spielfigur nicht der des Untergrunds an, heißt es Game Over und wir starten die ohnehin kurzen Level erneut. Zu Beginn gestaltet sich das noch äußerst einfach, was vor allem an der präzisen Steuerung und einem gut funktionierenden Schema aus lediglich zwei Tasten liegt. Für den Farbwechsel betätigen wir die rechte Richtungstaste des linken Joy Con-Controllers, mit B wird gesprungen. Halten wir die Taste länger gedrückt, überwinden wir größere Distanzen, ein kurzes Antippen führt hingegen zu einem kleinen Hüpfer. Auch Doppelsprünge sind mit von der Partie, mit denen wir zielsicher auf gelben oder pinken Objekten landen.

Zwei Tasten, zwei Farben – das klingt ja alles total einfach, doch schon bald entfaltet das durchaus clevere Leveldesign von Chameleon Run sein volles Potential und stellt unser Reaktionsvermögen auf eine harte Probe. Plattformen fangen an sich zu bewegen, Ventilatoren katapultieren uns in luftige Höhen und wer sich nicht gewagt fallen lassen kann, kommt auch in hier nicht sonderlich weit.

Das Zusammenspiel herkömmlicher Plattformer-Elemente und dem ständigen Wechsel der eigenen Farbe, entpuppt sich dabei als extrem herausfordernd, denn oft ist es genau diese Reizüberflutung der Sinneseindrücke, die unsere grauen Zellen zum Glühen und somit auch irgendwann die Spielfigur zum Absturz bringt. Dabei liegt die größte Herausforderung von Chameleon Run nicht einmal im bloßen Beenden der optisch eher schlicht gehaltenen Welten.

Jedes Level verfügt über drei zusätzliche Herausforderungen. Die Aufgaben bleiben größtenteils optional, ein paar von ihnen müssen wir aber schon abhaken, um weitere Abschnitte freizuschalten. So sammeln wir fleißig Kugeln, Rauch-Kristalle oder sind damit beschäftigt, den kompletten Level über nicht ein einziges mal die Farbe zu wechseln. Es bleibt wohl außer Frage, dass das Erledigen der Challenges einen wirklich motivierenden Anreiz bietet, bereits beendete Spielwelten erneut aufzusuchen.

Den Begriff Mehrwert schreibt der Titel ohnehin groß. Das Aufspüren von Sammelgegenständen bringt uns oft auf alternative, bisher unbekannte Pfade im Level und gerade der Verzicht auf das Wechseln der Farbe rückt das eigentlich so hektische Geschehen in Chameleon Run in ein völlig neues Licht. Dann wird es fast schon taktisch und wir prägen uns gewisse Routen genau ein, um unbeschadet das Ziel zu erreichen.

Die Lernkurve fällt dabei überraschend angenehm aus, irgendwann haben wir den Dreh einfach raus und rasen und hopsen nur so durch die Gebiete. Doch dann ist der Spaß noch lange nicht dabei, immerhin stehen noch die zu schlagenden Bestzeiten auf dem Programm. Hierfür reicht ein fehlerfreier Lauf längst nicht aus, wir müssen auch spezielle Boosts einsammeln oder unsere Sprünge so timen, dass wir einen automatischen Geschwindigkeitsschub bei der Landung erhalten.

In Sachen Präsentation bleibt es eher schlicht, der minimalistische Stil ist aber durchaus so gewollt. Die leicht schräge Seitenansicht sieht nicht nur hübsch aus, sie sorgt auch für genügend Überblick in den vorwiegend kubisch gehaltenen Spielwelten von Chameleon Run. Zusammen mit einem passend eingesetzten Tiefenschärfe-Effekt, der polierten Optik und einem tollen Elektro-Soundtrack, bietet sich uns ein äußerst stimmungsvolles Gesamtbild, in das wir gerne für eine Weile eintauchen.

Länger als drei Stunden braucht es nämlich nicht, um Chameleon Run zu beenden, dafür sind die Ursprünge des Titels im oft eher kurzweiligen Smartphone-Segment zu deutlich. Trotzdem, oder sogar gerade deswegen, eignet sich das Spiel hervorragend, um zwischendurch immer mal wieder einen kleinen Lauf zu starten. Sei es zum Überbieten der eigenen Leistung oder zum Mitmischen in den Online-Bestenlisten.

Als Portierung für die Nintendo Switch schlägt sich Chameleon Run übrigens ziemlich gut. Technisch einwandfrei, genießen wir den Titel auf dem großen Bildschirm oder wahlweise auch unterwegs im Handheld-Modus. Im direkten Vergleich mit den Smartphone-Versionen fällt die Verwendung von richtigen Tasten für unsere Befehle durchaus positiv ins Auge. Da der Titel hier als Chameleon Run Deluxe Edition erscheint, freuen wir uns auch über exklusive Features, wie etwa sechs brandneue Level oder zusätzliche Herausforderungen, die wir aber erst im Endgame zu Gesicht bekommen.


Chameleon Run Deluxe Edition ist seit dem 14. Juni 2018 für die Nintendo Switch erhältlich. Für 5,99 € könnt ihr den Titel ausschließlich digital im Nintendo eShop erwerben.

Der Test basiert auf unserer Testversion von Chameleon Run Deluxe Edition, die uns freundlicherweise vom Publisher Cinemax zur Verfügung gestellt wurde. Screenshots stammen diesmal aus dem offiziellen Press-Kit.

80%

Gut gesprungen...

Chameleon Run Deluxe Edition macht im Rahmen seiner Möglichkeiten alles richtig. Mit einzigartigem Farbwechsel-Feature und cleverem Leveldesign, setzt der Titel seinen längst überholten Autorunner-Kollegen einiges entgegen und sorgt so für jede Menge Spielspaß – auch auf der Nintendo Switch. Klar, seinen Ursprung kann Chameleon Run nicht ganz verbergen, was sich vorwiegend im Umfang widerspiegelt, für den relativ kleinen Preis erhält man jedoch einen überraschend komplexen Plattformer, der zwar automatisch läuft, dem Spieler aber noch einiges abverlangt.

  • Grafik
  • Sound
  • Umfang
  • Story/Atmosphäre
  • Steuerung

Games-Magger Dennis findet gerne mal die Nadel im Heuhaufen und legt sie dann auf die Goldwaage. Wahre Liebe darf auch kritisieren. Heimisch auf Xbox One und Nintendo 3DS.