Call of Duty: Modern Warfare bei uns im Test

Die Rückkehr des Champions?

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Der Hype war gewaltig und die Verkaufszahlen sogar noch gigantischer, somit ist Call of Duty: Modern Warfare ein wirtschaftlicher Erfolg.

Doch wie schlägt sich der Shooter abseits des Hypes? Kann die Kampagne überzeugen? Bietet sie eine Anti-Kriegs-Geschichte oder ist alles gewollt pervers ausgerichtet? Was bietet der Multiplayer und was hat sich verändert? Ist der Koop-Modus mehr als eine nette Dreingabe?

All das und etliches mehr klärt unser Test.

Eine Kampagne für Erwachsene

Im Gegensatz zum Vorgänger Black Ops 4 bietet Call of Duty: Modern Warfare wieder eine Story-Kampagne für Solozocker. Für die Story benötigen wir zwischen fünf und sieben Spielstunden. Die Kampagne selbst wartet mit etlichen bitterbösen Entscheidungen und Szenen auf und richtet sich somit an erwachsene Spieler.

Dank aktiviertem Raytracing sieht das neue COD wahnsinnig gut aus.

Wir schlüpfen in die Rolle eines Agenten einer Spezialeinheit, wie üblich spielen wir unterschiedliche Charaktere im Verlauf der Geschichte. Veteranen freuen sich zudem über die Rückkehr des legendären Captain Price, dieser stellt den Dreh- und Angelpunkte der Story dar. Da wir gegen Terroristen kämpfen, spielen viele Missionen im Nahen Osten aber auch Einsätze in Europa, beispielsweise in London, warten auf uns.

Das Gameplay selbst hat sich jedenfalls wesentlich geändert. Im Gegensatz zur üblichen COD-Kampagne wird in Modern Warfare die Geschwindigkeit deutlich heruntergefahren. Das Ganze spielt sich taktischer, was zum Thema Spezialeinheit, wesentlich besser passt. Wir infiltrieren im Schutz der Dunkelheit beispielsweise feindlichen Basen oder stürmen auf leisen Sohlen unterschiedliche Gebäude.

Die Nachtmissionen spielen sich sehr taktisch und spannend.

Mit etlichen denkwürdigen Momenten bleibt uns die Kampagne im Gedächtnis haften. Krieg ist nun mal kein Kindergeburtstag, harte Gespräche und noch härtere Szenen runden die Kampagne ab. Klar man könnte dem Entwickler Effekthascherei vorwerfen, als mündiger Spieler hingegen, begrüßen wir diese Art der Szenen. Besonders die Folterszene [Waterboarding] und der Überlebenskampf, als wir als Kind durch die zerbombte Stadt schleichen, bleiben hängen und lassen uns grübelnd zurück. Diese Dinge passieren tagtäglich in unserer kranken realen Welt, ein mulmiges Gefühl bleibt definitiv in der Magengrube hängen.

Höllisch schwere Koop-Einsätze

Nachdem wir die Kampagne abgeschlossen haben können wir uns beispielsweise mit dem Koop-Modus von Call of Duty: Modern Warfare beschäftigen. Dieser Spielmodus bietet aktuell vier Einsätze welche im 4er-Trupp angegangen werden wollen. Der Schwierigkeitsgrad ist nicht gerade niedrig angesetzt, deshalb empfehlen wir eine eingespielte Mannschaft.

Bei dieser Mission heißt es die Füße still zu halten. Gegen die feindliche Übermacht hätten wir keine Chance.

Fehlende Spieler werden via Matchmaking gesucht und in den Trupp geworfen. Natürlich kann man die Einsätze auch mit zufälligen Mitspielern bestreiten, hier ist man natürlich vom Glück abhängig ob man fähige Mitspieler bekommt oder eben nicht. Alleingänge sind in diesem Modus tabu, man sollte sich mindestens in 2er-Teams durch die Level bewegen. Im idealen Fall verfügen wir in diesem Modus über bereits verbesserte Waffen als auch Perks, das rückt den Sieg deutlich näher.

In der ersten Koop-Mission springen wir aus einem Flugzeug ab.

Je nach Team und Fähigkeitslevel der Teilnehmer kann so eine Koop-Runde schon gut eine Stunde lang dauern. Die meisten Einsätze bieten unterschiedliche Aufgaben an, die in mehrere Teilbereiche unterteilt sind. Mal springen wir aus einem Flugzeug ins Schlachtfeld, dann gilt es wiederum mit einem Jeep oder Quad in die Nähe des Einsatzortes zu fahren. Die Einsätze selbst laufen chaotisch und actionreich ab. Ob wir nun eine Geisel eskortieren und ausfliegen oder ob wir einen Panzer durch eine besetzte Stadt begleiten, Ruhe kehrt in diesem Modus niemals ein.

Der Multiplayer – Die wahre Stärke dieses COD

Gerüchteweise hört man das zukünftig ein Battle Royale-Modus nachgereicht werden soll, ebenso ein Zombiemodus – aktuell ist beides jedoch nicht vorhanden, man besinnt sich auf einen klassischen Multiplayer und dieser hat es in sich. Der Multiplayer wird zudem permanent und vor allem kostenlos erweitert. Neue Karten und Modi [Abschuss bestätigt, Hardcore-Nachteinsätze] wurden bereits nachgereicht. Zudem wird es keine DLCs oder Kartenpacks geben, als zusätzliche finanzielle Einnahmequelle wird ein Batte Pass im Dezember starten – ähnlich also wie beispielsweise in Fortnite.

Für beide Seiten im Multiplayer-Modus gibt es verschiedene Operatoren.

Der Multiplayer in Call of Duty: Modern Warfare ist eine Augenweide und spielt sich wesentlich anders als bei den vorherigen Serienteilen. Das liegt vor allem am Movement, klassisch heißt es wieder „Boots on the Ground“. Das beliebte und schnelle „über den Boden rutschen“ bleibt erhalten. Auch hier wird eine Priese Taktik geboten, was zu einem etwas langsameren Spielablauf führt.

Die Waffen selbst können umfangreich angepasst werden.

Klar wie Kloßbrühe das das beliebte „Run and Gun“ aber trotzdem funktioniert. Dank Crossplay finden sich immer genügend Spieler, die Lobbys sind zum Bersten gefüllt. Spielt man beispielsweise, wie wir, vorwiegend auf dem PC ändert sich das Spielgefühl etwas, wenn Konsolenspieler mit in der Lobby sind. Gefühlsmäßig campen die Kollegen mehr als ihre PC-Konkurrenten, mutmaßlich liegt das wohl an der Eingabe die auf der Konsole meist via Controller erfolgt.

Der Multiplayer bietet insgesamt 22 Karten und passend dazu etliche, genauer gesagt 12 Spielmodi.

Stufenaufstiege en masse

Nicht nur unser Charakter bzw. unser verwendeter Operator steigt im Level auf, sondern auch alle Waffen die wir verwenden. Vorbei sind die Zeiten mit Spezialfähigkeiten wie in Black Ops 4. Die Operatoren unterscheiden sich letztlich nur in der Optik.

Mit jedem Levelaufstieg schalten wir uns neue Waffen, Killstreaks und ein Perk frei. Die Perks sind zwar vergleichbar mit den Spezialfähigkeiten aus BO4 aber wesentlich klassischer gehalten. Beispielsweise schalten wir uns Spezialmunition oder das Trophy-System frei. Diese Fähigkeit lässt sich nach einer bestimmten Zeit dann aktivieren.

Hier sehen wir den VTOL-Jet.

Legen wir eine Abschussserie hin kommen die Killstreaks ins Spiel. So ziemlich alles wird geboten was die Fans sich erwarten. Angefangen von einem persönlichen Radar, einem Radarflugzeug für unser ganzes Team, bis hin zu Vorräten oder dem beliebten VTOL-Kampfschiff ist alles mit dabei.

Haben wir unsere Lieblingswaffe(n) gefunden werden die ebenfalls in Stufen gelevelt. Durch Abschüsse erhält auch unser gewählter Meinungsverstärker Erfahrungspunkte. Dadurch schalten wir nützliche Gadgets aber auch optischen Firlefanz frei. Maximal können wir fünf unterschiedliche Aufsätze an unserer Waffe anbringen. Von neuen Visieren, bis hin zu Magazinerweiterungen, verschiedenen Schäften, einer lasergestützten Zielhilfe, Schalldämpfern und Co. können wir die Waffen an unsere persönlichen Vorlieben anpassen.

An dieser Leiche ist ein Sprengsatz befestigt, diesen gilt es zu entschärfen.

Durch die Level Ups erhalten wir außerdem Zugriff auf frische Skins für die Waffen. Je weiter wir die Waffe leveln desto mehr Möglichkeiten bekommen wir an die Hand. Letztlich lässt sich auch das Fadenkreuz anpassen, ein Spray anbringen oder ein Anhängsel ausrüsten.

Die Werkstatt bietet Herausforderungen

Zusätzlich können wir uns spezielle Ausführungen der Waffen erspielen. Etliche Herausforderungen warten darauf von uns erfüllt zu werden. Die meisten davon bieten sieben Stufen welche erspielt werden möchten.

Natürlich können wir unsere Identität wieder anpassen.

Die Herausforderungen sind äußerst abwechslungsreich, vor allem lernen wir hierbei mit vielen Waffen und Perks perfekt umzugehen. Angefangen bei einfachen Dingen wie „Gewinne 2 Spiele“, „Verteil 5 Headshots“, „30 Kills mit dem Scharfschützengewehr“ gibt es durchaus auch knifflige Aufgaben. Besonders die insgesamt 75 Kills mit der Pistole bleibt uns hier sicher länger im Gedächtnis. Ab und an müssen auch spezielle Perks wie „Hardliner“ verwendet werden.

Launch-Trailer:

 


Call of Duty: Modern Warfare gibt es auf dem PC, XBox One und PS4 bspw. via Amazon

 

89.4%

Seit etlichen Jahren lautet die Philosophie der COD-Serie zurück zum Ursprung. Der Entwickler Infinity Ward hat das bravourös mit Call of Duty: Modern Warfare geschafft. Der König ist auferstanden, er ist hier um zu bleiben und der Konkurrenz den Arsch aufzureißen. Ich verneige mich davor und feiere den besten Serienteil welcher in den letzten Jahren veröffentlicht wurde.

Lange ist es her, dass mich ein COD so begeistern konnte, es fühlt sich an wie früher. Man startet sein Zockergerät nach Wahl und ohne nachzudenken wird automatisch Modern Warfare gestartet. Die Kampagne war äußerst gelungen, der Koop-Modus bietet eine willkommene Abwechslung und der Multiplayer lädt zum Überwintern ein.

  • Grafik 90%
  • Sound 90%
  • Atmosphäre 89%
  • Steuerung 90%
  • Umfang 88%