Anthem bei uns im Test

Verdient der Loot-Shooter die Prügel?

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Mit Anthem möchten Electronic Arts und Bioware in den heiß umkämpften Markt der „Loot-Shooter“ eindringen und sich ein Stück vom Kuchen schnappen. Dort warten allerdings die Platzhirsche Destiny 2 und The Division 2 – zudem gibt es mit Warframe eine ordentliche Free2Play-Alternative.

Ob Anthem eine Chance gegen seine mächtigen Widersacher hat? Ob das Ding Spaß macht? Wie es mit den Bugs und Updates aussieht? All das und mehr lest ihr in unserem Test.

Für die Menschheit

Faye ist neben unserem Protagonisten eine der Hauptdarstellerinnen.

Ähnlich wie Destiny spielt Anthem in einem Sci-Fi-Universum. Von unserer Heimatstadt Fort Tarsis aus, welche ebenfalls als Basis dient, starten wir unsere Abenteuer. Im Fort nehmen wir neue Quests an, unterhalten uns mit verschiedenen Charakteren und passen unseren Javelin an.

Als Hauptbösewicht dient der Monitor mit seinen Dominion-Schergen aber natürlich warten auch weitere Gegner wie die Skar oder gewaltige Titanen auf uns. In der rund 20 Stunden dauernden Kampagne erleben wir eine klassische „Gut gegen Böse“-Story.

Die einzelnen NPCs wissen ebenfalls meist zu gefallen aber sind unserer Meinung nach viel zu gut gelaunt im Angesicht des drohenden Weltuntergangs.

Hier kämpfen wir gerade gegen einen gepanzerten Skar.

Die vier Javelins

In Anthem heißen unsere Charaktere Javelins die uns optisch etwas an Iron Man erinnern. Insgesamt werden vier Varianten geboten welche die Klassen Tank, Magier, Allrounder und Schurke darstellen. Wir passen unseren verwendeten Javelin in Form von Ausrüstungsgegenständen unseren Gameplay-Vorstellungen an – natürlich können wir ihn auch via Schmiede und bei unterschiedlichen Händlern in der Optik anpassen.

Dazu gesellen sich noch unterschiedliche Emotes und Siegesposen, diese werden mit dem erspielten In-Game-Gold gekauft – alternativ kann man aber auch zu Echtgeld greifen was wir aber nicht als nötig erachten.

Wer hat was drauf?

Zu Beginn von Anthem müssen wir uns auf eine Klasse festlegen, doch im weiteren Spielverlauf schalten wir mühelos die anderen drei Javelins frei. Der Colossus ist der Tank der Runde welcher aber auch als absoluter Damage Dealer dient. Der Dickling verfügt über die fetteste Panzerung und die dickste Lebensleiste. Außerdem können wir noch ein Schild als Blocker verwenden aber wir können damit auch angreifen.

Der Colossus führt schweres Kriegsgerät in die Schlacht beispielsweise Automatikkanonen und Granatwerfer – diese sollten wir auch unbedingt ausnutzen. Alternativ verwenden wir Schrottflinten oder LMGs. Als ultimativer Angriff verfügt er noch über einen Raketenwerfer.

Bossgegner verfügen über unterschiedliche Angriffsmuster, hier gilt es hellwach zu sein.

Der Storm genannte Javelin dient als Magier, somit sollte er sich etwas weiter vom direkten Kampfgeschehen aufhalten. Deshalb sollten wir ihn bevorzugt mit Sturm- oder Präzisionsgewehren steuern. Als Angriff verwendet er unterschiedliche Elementarangriffe wie Feuer oder Eis, bevorzugt auf große Flächen. Durch sein schnelles Movement können wir uns fix Nahkampfangriffen entziehen. Als ultimativen Angriff entfesseln wir einen Elementarsturm.

Immer wieder stoßen wir auf kleinere Rätsel die aber kein großes Hindernis darstellen und somit den Spielfluss nicht bremsen.

Der Inceptor ist der Späher beziehungsweise Schurke der Runde. Als schnellster aber zeitgleich fragilster Charakter müssen wir mit ihm permanent in Bewegung sein. Durch seine Movementoptionen gelingt das meist auch tadellos. Als Hauptwaffen sollten wir Maschinenpistolen oder Sturmgewehre verwenden. Als ultimativen Angriff führen wir Assassinenklingen in den Kampf.

Abgeschlossen wird die lustige Runde mit dem Ranger, welches quasi der „Alleskönner“ also den Allrounder darstellt. Er kann im Nah- als auch im Fernkampf gespielt werden. Als typischer Mischlingscharakter macht er nichts wirklich schlecht aber auch nichts besonders gut – er dient vor allem als Einstiegsklasse.

I believe I can fly
I believe I can touch the sky…

Grundsätzlich sieht das eigentlich nach vielen Optionen aus die euch Anthem bei den Charakteren bietet, spätestens aber im Endgame bleibt davon nicht mehr viel übrig da sich nur wenige Kombinationen wirkungsvoll spielen lassen, was wir unheimlich schade finden, da hier enormes Potenzial verschenkt wird.

Purer Grind?

Mit dem Abschluss der Story-Kampagne können wir die drei Festungen bereisen und legendäre Aufträge meistern. Somit steigern wir unser Charakterlevel und können letztlich den Schwierigkeitsgrad nach oben drehen der besseren Loot verspricht. Das komplette Spiel kann sowohl allein als auch im 4er-Koop oder via Online-Modus mit zufälligen Mitspielern gezockt werden.

Hat man Charakterlevel 30 erreicht startet also das Endgame. Diesem fehlt es aber enorm an Abwechslung was leider aktuell auf puren Grind hinausläuft. Wir farmen die Daily Quests ab, machen einen legendären Auftrag, fetzen durch Festungen und beginnen dann wieder von vorne. Jetzt sind Bioware und Electronic Arts gefordert, das Grundgerüst von Anthem steht – es macht auch viel Spaß, wenn man mit Freunden gemeinsam spielt, aber nun muss Content kommen und das schnell.

Da nun The Division 2 veröffentlicht wird könnte das genau die Pause sein die der Titel benötigt um Nachschub bereit zu stellen, versäumt man dies wird Anthem langsam aber sicher sterben.

Launch-Trailer:


Anthem ist für den PC, XBox One und PS4 verfügbar – Bei Kaufinteresse verweisen wir auf Amazon

80%

Mittlerweile wurden drei Patches für den Loot-Shooter Anthem veröffentlicht welche die größten Probleme wie Verbindungsabbrüche, Soundausfälle sowie das extreme Heißlaufen der CPU in den Griff bekommen haben.

Grundsätzlich macht das Spiel auch viel Spaß und beeindruckt vor allem auf der optischen Ebene sowie mit den vier spielbaren Charakteren [Javelins]. Auf der anderen Seite nerven die geringe Lootvielfalt und das fehlende Endgame. Gefühlte einhundert Mal durch die gleichen drei Festungen zu rushen verspricht halt nicht unbedingt viel Abwechslung.

Neuer Content wurde vom Entwickler bereits angekündigt, wir hoffen das sie Wort halten, nur so können sie gegen die Genregrößen Destiny 2 und The Division 2 bestehen.

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