Angeschaut: Painted Skin 2

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„Painted Skin 2“ ist ein schwierig einzuschätzender Film. Er ist sehr auf den asiatischen Markt und dessen Vorlieben angepasst, was sich in der Dramaturgie, Kitschigkeit und Langatmigkeit widerspiegelt. Ob die Geschichte auch auf dem europäischen Markt ihre Anhänger findet, klären wir für euch in dieser Review.

In „Painted Skins 2“ bekommen wir eine verworrene Story aufgetischt, die es uns nicht einfach macht ihr zu folgen. Hier geht es um Dämonen, die durch das blutige Ausnehmen eines Menschenherzens zu menschlichem Dasein finden wollen. Dafür muss das Herz allerdings freiwillig geopfert werden. Was im Film folgt sind 127 lange Minuten, in denen wir Xiaoweis (Zhou Xun) Taten mitverfolgen. Xiaoweis ist ein solcher Dämon. Durch den regelmäßigen Verzehr von menschlichen Herzen ist ihr ewige Schönheit gewiss. Ihr nächstes Opfer: Hauptmann Xin, der zu Beginn mit der entstellten Prinzessin Jin (gespielt von Wei Zhao) anbändelt.

Durch eine Heirat wollen die beiden den drohenden Krieg mit dem Nachbarreich verhindern, um so den Frieden wieder herzustellen. All das ruft schließlich Komplikationen auf den Plan, sodass Jing mit Xiaowei kooperiert, um ihre Schönheit wiederzuerlangen. So führt eins zum anderen, ein vertrackter und dialoglastiger Plot ist geboren.

Wer die Vorschau zum Film noch im Kopf hat, der könnte vermuten, „Painted Skins 2“ wartet mit vielen epischen Kampfszenen auf. Allerdings trifft dieser Fakt nur zum Teil zu. Zwar präsentiert uns der Streifen zeitweise wirklich grandios inszenierte Action (Pfeilhagel!) und dazu eine tolle Soundkulisse, andererseits kommen die Schlachtsequenzen viel zu kurz und werden meist von wahrlich kitschigen und dramatisch in Szene gesetzten Dialogen ersetzt. Für das asiatische Publikum sind die Gespräche voller Liebe, Hass und Komplexität sicher genau das Richtige, für viele andere hingegen kann die Langatmigkeit und Schwülstigkeit schnell zu Augenrollen führen. Die Qualität der Produktion schwankt indessen gewaltig: während die Kampfszenen in den größeren Schlachtsequenzen noch brillant umgesetzt wurden, muten die Actionszenen gegen Ende eher lapidar und austauschbar an. Außerdem sehen manche Spezialeffekte wirklich hanebüchen aus, andere hingegen gefallen wiederum sehr.

In Sachen Kostümarbeit, Kameraführung und Bildqualität wurde ein guter Job gemacht. Hier merkt man den Aufwand hinter dem Projekt, der in vielen Szenen zur Geltung kommt und sich besonders in Blu-Ray-Qualität voll auszahlt. Wirklich schade, dass viele Szenen nicht greifbar sind und den europäischen Zuschauer eher verwirren als begeistern. So bleibt der Film eher etwas für hartgesottene Asia-Fans, die vor einem langatmigen, dialogbetonten Machwerk nicht zu zurückschrecken.