Frozen Synapse im Test

Indie-Spiele boomen momentan, sodass fast jeden Monat eine neue Perle die Spielewelt beglückt. Momentan steht Frozen Synapse von Entwickler Mode 7 hoch im Kurs, bei Presse sowie Spielerschaft gleichermaßen. Mit einer simplen, aber cleveren Idee, einer sterilen, aber einzigartigen Optik und zahlreichen fordernden Missionen hat das kleine Entwicklerstudio, das zugleich auch der Publisher des Taktikspiels ist, einen interessanten Indie-Titel zusammen gebastelt. 

Es sieht ein bisschen aus wie eine Draufsicht-Variante von Tron, nur ohne die berüchtigten Leuchtanzüge, ist aber etwas ganz anderes. Frozen Synapse begrüßt uns mit einer futuristischen Optik und einer Mischung aus treibenden Dubstep und Drum and Bass-Stücken. Bevor wir die Kampagne starten, die storytechnisch belanglos bleibt (in der nahen Zukunft muss die Welt mal wieder vom Bösen befreit werden), uns aber jeder Menge kniffliger Missionen aussetzt, suchen wir vorerst nach erklärenden Worten zur Spielmechanik. In den Tutorials merken wir, dass der Titel nicht zu Unrecht den Namen Frozen Synapse trägt. Denn im Indiewerk geht es ziemlich taktisch zu. Das Spielprinzip klingt erstmal nicht weiter innovativ: Wir geben unseren Soldaten Befehle, drücken auf die Play-Taste und starten die Runde mit der Hoffnung, alles richtig gemacht zu haben und die Kontrahenten rechtzeitig aus den Latschen zu schießen, bevor dieser es mit uns tun. Doch schnell wird klar, dass das noch lange nicht alles ist.

Wie in einem Strategiespiel sehen wir unsere Mannen nur von oben, mit dem feinen Unterschied, dass wir die Kamera lediglich näher ans Geschehen ranzoomen können, kippen dürfen wir sie nicht. Dennoch lässt sich so ein guter Überblick bewahren, der wichtig ist, um alle Risikofaktoren im Auge zu behalten. Wir geben durch Mausklicks die Route vor, markieren den Zielradius und entscheiden, wie sich unser Recke bzw. unsere Recken in einer Gefechtssituation verhalten sollen. Sollen sie nach Blickkontakt direkt schießen oder lieber ausharren, um eine noch bessere Position zu erreichen oder einem feindlichen Sniper nicht ins Schussfeld zu geraten? All das sind Fragen, die Frozen Synapse vom Spieler beantwortet haben möchte. Wer zu unbedarft vorgeht, der segnet schnell das Zeitliche.

Im Laufe der Kampagne geraten wir in immer prekärere sowie komplexere Situationen. Oft müssen wir einen Vorgang immer wieder wiederholen, bis uns schließlich die passende Taktik einfällt. Doch genau das macht Frozen Synapse zu einem einzigartigen Spielerlebnis, das gleichzeitig stets fair bleibt, weil man Runden dank Rückspülfunktion erneut angehen kann. Brillant: die Runde unseres Gegners findet simultan mit unserer statt. So bleibt es in jeder Partie spannend.

Anfangs hatten wir mit der Steuerung so unsere Probleme, da diese nicht gleich schlüssig erscheint, sondern ein wenig umständlich geraten ist. Nach den ersten Partien haben wir aber endlich den Überblick behalten und konnten uns ganz auf die Dezimierung der feindlichen Truppen konzentrieren. Technisch kommt Frozen Synapse sehr schlicht, dennoch aber sehr stimmig daher. Die Optik und der famose Soundtrack, der uns so einige Ohrwürmer beschert hat, passen jedenfalls perfekt zur futuristischen Stimmung des Spiels.

Fazit:

Dank einer spannenden und innovativen Idee, die Runden von mir und meinem Kontrahenten gleichzeitig laufen zu lassen, wenn ich auf Play drücke, bietet Frozen Synapse unvorhersehbare Gefechte, die in der Kampagne immer kniffliger werden oder im Multiplayer-Modus immer neue Erfahrungen mit sich bringen. Wer einmal den Kniff der Steuerung raus hat und Taktikfan ist, der wird mit Frozen Synapse glücklich.

Bewertung:

Gut