Airheart: Tales of Broken Wings bei uns im Test

Fliegender Grind

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Airheart: Tales of Broken Wings ist ab sofort für den PC und die PS4 erhältlich. Umsetzungen für die XBox One und Nintendo Switch werden demnächst folgen. Es ist also der perfekte Zeitpunkt um das Machwerk der Blindflug Studios einem Test zu unterziehen, da die Early-Access-Phase nun offiziell beendet wurde.

Wir steuern die junge Pilotin Amelia welche in der Wolkenstadt Granaria lebt. Sie musste von der Erde flüchten da diese dem Untergang geweiht war. Ihr Vater hat die kleine Amelia via Flugzeug nach Granaria geschickt, dies war zeitgleich auch der letzte Kontakt mit ihrem alten Herren. Die Geschichte wird in schönen Standbildern mit Texten erzählt. Unsere kleine Heldin benötigt eine Fluglizenz um Fische angeln zu können. Ziel ist es genügend Geld zu sammeln um die oberen Ebenen der Spielwelt zu erreichen. Ganz oben soll der legendäre Himmelwal verweilen, diesen möchte sie fangen um reich zu werden den das hat sich bestimmt ihr Vater für sie gewünscht.

Aller Anfang ist schwer

Bevor unser Abenteuer startet steht das kurze Tutorial an. Dort lernen wir die grundlegenden Mechaniken des Flugzeugs kennen. Wir sammeln Wolkenfische, umfliegen Hindernisse, verwenden unsere Harpune sowie unsere Waffen. Zuerst versuchen wir Airheart noch mit Maus und Tastatur zu steuern, nach wenigen Minuten geben wir aber auf. Zu schwammig und ungenau funktioniert die Lenkung. Flugs schließen wir ein Gamepad an unseren PC und schon läuft Airheart um etliches Geschmeidiger von der Hand, ein Controller ist also Pflicht.

Nun gilt es von unserem Hangar aus in die Wolkenwelt zu starten. Zu Beginn steht uns ein langsames und spärlich bewaffnetes Flugzeug zur Verfügung. Um dieses aufrüsten zu können, gilt es die verschiedenen Ebenen von Granaria zu erkunden. Ebene 1 und 2 können getrost ignoriert werden, das heißt fast, ein paar Ölfässer können wir aus schwarzen Steinen heraus schießen und direkt einsammeln. Es heißt also die oberen Ebenen zu erkunden. Auf Ebene 3 zieht der Schwierigkeitsgrad auch direkt an. Es gilt Piraten auszuweichen oder sie vom Himmel zu holen. Geschütztürme feuern aus allen Rohren sobald sie uns sehen. Je weiter wir gen Himmel fliegen desto schwieriger werden die einzelnen Ebenen. Auf Ebene 5 angekommen erleben wir direkt unseren ersten Bosskampf, ein dicker Zeppelin der mit Piraten vollgestopft ist.

Eigentlich sind wir gegen ihn noch chancenlos als wir ein kleines Transportschiff der Piraten entdecken. Herrlich! Diese haben meist Waffen geladen, also holen wir den kleinen Bastard direkt vom Himmel. Anschließend können wir die transportierte Kiste aufsammeln und siehe da, wir erhalten eine enorm starke Waffe, die uns aber nur für eine kurze Zeit zur Verfügung steht. Wir fliegen zum Zeppelin und machen ihn dem Erdboden gleich. Doch Obacht, Größenwahn kommt vor dem Fall:

Wir sind getroffen, unser Flugzeug stürzt ab.

Frust baut sich auf

Neue und somit stärkere Waffen kosten ordentlich „Kleingeld“.

Durch den Absturz verlieren wir nicht nur die gesammelten Fische, was gleichbedeutend mit Geld ist, sondern auch Bauteile unseres mühevoll hochgezüchteten Flugzeuges. Es ist also eine Gradwanderung die Airheart hier beschreitet und unserer Meinung nach noch nicht ganz die richtige Balance gefunden hat. Riskiert man zu viel startet man etliche Male wieder bei null. Riskiert man wenig spielt sich der Titel einfach langweilig, es erinnert an ein Grinding-Fest. Man könnte sich also nur auf den unteren Ebenen von Granaria bewegen das macht aber nicht wirklich viel Spaß.

Damit unser Flugzeug mehr austeilt sowie mehr Schaden einstecken kann benötigen wir neue Teile. Diese können wir uns im Geschäft gegen hart verdientes Geld kaufen. Die ersten Teile sind relativ schnell erspielt. Bald lächelt eine Maschinenpistole oder ein Sturmgewehr von unserem Dach. Außerdem können wir den Rumpf, den Motor sowie die Flügel austauschen. Die richtig guten Teile sind äußerst teuer, wir müssen uns also mühevoll hocharbeiten. Mit oder ohne Risiko dürfen wir selbst entscheiden.

Hier sehen wir ein mittelklassiges Flugzeug.

Crafting als Rettung

Insgesamt stehen uns über vierzig unterschiedliche Bauteile in Airheart zur Verfügung. Haben wir das Bauteil zumindest einmal gekauft können wir es via Crafting nachbauen. Dies geschieht in unserer Werkstatt. Die benötigten Materialien zum Craften sammeln wir ebenfalls auf den einzelnen Ebenen indem wir beispielsweise Piraten vom Himmel schießen. Wir sammeln etliche Bauteile wie Schrott oder Rohre und können diese dann zu einzelnen groben Teilen, beispielsweise Munition oder Kisten, weiterverarbeiten. Diese groben Teile wiederum benötigen wir um die einzelnen Flugzeug-Bauteile zusammen zu stellen.

Die Rezepte dazu müssen wir ebenfalls in der Werkstatt unter der Rubrik Erfindungen erst erlernen. Dazu platzieren wir die einzelnen Ressourcen in fünf verfügbare Plätze. Je komplexer das benötigte Bauteil desto mehr und schwieriger zu farmende Ressourcen benötigen wir. Ist eine Ressource richtig platziert sehen wir das in einer Anzeige am unteren Bildschirmrand. Die falschen Ressourcen werden mit einem roten X durchgestrichen. Wir ändern also so oft die Positionen bis etwas Brauchbares dabei herauskommt. Dieser Vorgang kostet ebenfalls Geld, also heißt es brav Wolkenfische zu Grinden. Haben wir ein Rezept entschlüsselt können wir es aber jederzeit einsehen und nachbauen.

Trailer:


Airheart: Tales of Broken Wings findet ihr für den PC via Steam sowie auf der PS4

72%

Auf der einen Seite kann Airheart: Tales of Broken Wings viel Spaß machen. Erfolgreiche Ausflüge auf hohe Ebenen lassen unser Blut in Wallung kommen. Sollen wir noch riskieren oder lieber den Landeanflug starten? Meist entscheiden wir uns für die langweiligere Flucht da es unglaublich schmerzt gute Bauteile zu verlieren und das Grinding mir persönlich einfach keinen Spaß macht. Für uns wackelt die Balance noch sehr. Hier könnten beispielsweise unterschiedliche Schwierigkeitsgrade Abhilfe schaffen. Der Entwickler ist nun gefordert das Erlebnis rund zu gestalten. Die Balance zwischen Risiko und Sicherheit besser herzustellen. Man darf gespannt sein wohin die Reise mit den kommenden Patches für den Indie-Action-Titel gehen wird. Aktuell kann ich das Spiel nur Leuten ans Herz legen die eine Hohe Frustschwelle mitbringen.

  • Grafik 75%
  • Sound 75%
  • Atmosphäre 70%
  • Steuerung 70%
  • Umfang 70%