5 E-Sport Profis die beim Betrügen erwischt wurden

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Sowohl im E-Sport als auch im traditionellen Sport geht es darum, der Beste zu sein. Doch während die meisten Spieler unermüdlich für ihren Erfolg trainieren, gibt es solche, welche nicht davor zurückschrecken, auf schäbigere Methoden zurückgreifen, um so den Sieg auf eine unfaire Art zu erzwingen. Auch für eSport Profis steht die Tür der Versuchung weit offen, denn es geht bei den digitalen Wettkämpfen nicht nur um Ruhm und Prestige, sondern auch um sehr viel Geld. Das Spielen von Video Games, hat sich über die Jahre von einer Freizeitbeschäftigung zu einem Millionengeschäft entwickelt. Doch fast überall wo Geld im Spiel ist, gibt es auch Betrügereien. Und so möchten wir euch in diesem Beitrag 5 Spieler vorstellen, die es tatsächlich gewagt haben, sich mit betrügerischen Mitteln einen Vorteil zu verschaffen.

Name: Forsaken

Game: Counter-StrikeGlobal Offensive

Der Schock in den Gesichtern der einzelnen E-Sport-Athleten des Counter-Strike: Global Offensive Team, OpTic India, war ihnen deutlich anzusehen, als sie erfahren mussten, dass ihr eigener Teamkollege und Counter-Strike Profi Nikhil ‚Forsaken‘ Kumawat während der eXTREMESLAND 2018 Asia Finals beim Cheaten erwischt wurde. Der Spieler habe sich während des Spielens einen unerlaubten Vorteil verschafft, indem er von der Zielhilfe „Auto-Aim“ Gebrauch gemacht hat, welche das Zielen „Aimin“ in einem Shooting-Game deutlich vereinfacht. Es folgte die Disqualifizierung. Außerdem haben anschließende Ermittlungen ergeben, dass Forsaken bereits beim „ESL India Premiership 2018 Fall Turnier“ betrogen habe.

Das Fiasko erschütterte die indische Counter-Strike: Global Offensive Community bis ins Mark, denn OpTic India galt in der internationalen Szene als ein aufstrebendes Team, das mit ihrem Potenzial hohe Wellen schlagen kann. Doch nun ist erst einmal Schluss mit dem Segeln.

„Wir möchten uns bei allen anderen beteiligten Teams und Organisationen entschuldigen“, sagte Jesal Parekh, Direktor bei OpTic India, gegenüber der eSport-Nachrichtenseite HLTV. „Es ist alle Beteiligten schockierend. Wir möchten uns auch bei unserem Land und bei den Fans entschuldigen, die uns unterstützt haben. Das ist ein großer Rückschlag für das Land und auch sehr bedauerlich, dass ein Profispieler zu einer solch unsportlichen Tat in der Lage ist.“ Parekh betonte auch, dass die anderen vier Spieler im Team nichts von Kumawats Betrug wussten.

Wenige Stunden später veröffentlichte OpTic India eine offizielle Erklärung, in der bestätigt wurde, dass Kumawats Vertrag hiermit „beendet“ ist.

Name: Tom60299

Game: Hearthstone

Bei einem Match, das scheinbar zu gut gespielt wurde, um wahr zu sein, stellte sich nach einer angeordneten Untersuchung heraus, dass die Vermutungen richtig lagen. Nach fünf Hin-und-her-Spielen besiegte der Hearthstone World Champion von 2017 Chen Wei „Tom60229“ Lin seinen Kontrahenten aus Singapur Samuel „Sequinox“ Chan und wurde 2018 erneut zum Sieger erklärt. Doch es sollte sich später herausstellen, dass der Spieler vom chinesischen Team „Taipei“ mit unfairen Mitteln gewonnen hat, indem er eine Richtlinie missachtete, die es Spielern untersagt, Videos des eigenen Spiels hochzuladen, um so Informationen über die Moves ihrer Gegner zu erhalten, auch bekannt als „Stream-Sniping“. Darauf hin wurde er und sein Teamkollege Reall“, „Roger“, „Shaxy“ vom Turnier suspendiert und ihm wurde der Meistertitel aberkannt.

Stream-Sniping ist im E-Sport kein seltenes Vergehen, doch das diese illegale Handlung ausgerechnet in einem der größten eSport-Turniere passieren musste und auch noch von einem Weltmeister, ist für Spieler, Team und Sport sehr bedauerlich.

Name: Sado

Game: Overwatch

Philadelphia Fusion hat sich in vergangener Zeit zu einem der erfolgreicheren Teams in der Overwatch League (OWL) entwickelt. Während das multinationale Team in der ersten regulären Saison der OWL nur den 6. Platz belegen konnte, übertrafen sie mit einem überwältigenden Lauf in den Playoffs alle Erwartungen und verfehlten nur knapp die Meisterschaft, nachdem sie gegen London Spitfire im Finale verloren haben. Und obwohl die Saison am Ende so erfolgreich verlaufen ist, wurde der Beginn mit einem Skandal, bei dem einer ihrer Spieler involviert war, überschattet.

Das große Talent im Team von Philadelphia Fusion, Kim „Sado“ Su-Min, wurde bereits vor Beginn der Saison gesperrt, weil er laut Ermittlungsergebnissen Overwatch-Konten für Geld geboostet hat. Unter „Boosting“ versteht man den Handlungsakt, der es ermöglicht, in das Overwatch-Konto eines anderen Spielers einzugreifen, um dessen Ranking zu verfälschen. Laut dem Overwatch-Publisher Blizzard handelt es sich hierbei um ein illegales Vergehen, welches zu einer Suspendierung Sados für 30 reguläre Saisonspiele geführt hat – die bislang längste Sperrung in der Overwatch-Geschichte.

Die Umstände, welche Sado zu dieser Handlung motiviert haben, sind für den einen oder anderen vielleicht verständlich doch rechtfertigen sie nicht ein solches Vergehen. Obwohl Sado als ein talentierter Spieler gilt, sah er sich selber eher als einen mittelmäßigen Gegner, dem das nötige Potenzial fehlt, in einer so starken Liga als Profi zu überzeugen. Doch seine eigene Einschätzung hat sich später als falsch erwiesen. Denn nach Ablauf der Sperre durfte das koreanische Talent die Bühne wieder betreten und hat mit seiner guten Leistung in den letzten verbliebenen Partien zum grandiosen Erfolg der Philadelphia Fusion beitragen.

Name: Life

Game: Starcraft 2

Der südkoreanische E-Sportler Lee „Life“ Seung-Hyun galt als Starcraft 2 Hero. Er wurde im Jahre 2014 mit erst 18 Jahren Weltmeister und stand ein Jahr später das zweite Mal in Folge im Finale der Blizzcon – etwas, was so vorher noch keinem E-Sport Athleten gelungen ist.

Die grandiose Erfolgsserie wurde jedoch später von einem Skandal gebremmst. Die Staatsanwaltschaft in Changwon gab bekannt, dass gegen Lee „Life“ Seung-Hyun Ermittlungen wegen einem Betrugsversuch eingeleitet wurden. Er habe Geld für die Manipulation seiner Partien angenommen, hieß es im Bericht. Um genau zu sein: Die Starcraft 2 Legende hat bei zwei Spielen absichtlich verloren, um sich durch die Wettmanipulation, auch bekannt als Match-Fixing, zu bereichern.

Bei vielen Sport-Events, besonders im Fussball, ist Match-Fixing zu einem großen und ernst zu nehmenden Problem geworden. Und auch der E-Sport blieb in der Vergangenheit vor solchen betrügerischen Machenschaften nicht verschont. Bereits im Jahre 2010 wurden 11 Athleten von der KeSPA (Korean e-Sports Association) für ihre Unsportlichkeit auf Lebenszeit suspendiert.

Auch Lee Seung-Hyun wurde vom Gericht für die Manipulationen, welche ihn um ca. 61.500 US-Dollar reicher gemacht haben, schuldig gesprochen. Sollte er in den nächsten Jahren nochmals straffällig werden, droht ihm eine Haftstrafe von mindestens drei Jahren. Dieses Mal blieb es lediglich bei einer fälligen Strafzahlung, welche seinen Erträgen aus dem Wettbetrug entspricht.

Name: Solo

Game: Dota 2

Am 16. Juni 2013 erteilte „Star Ladder“, Veranstalter der Ligen in den E-Sport-Disziplinen Dota 2, Counter-Strike: Global Offensive, League of Legends, World of Tanks, Point Blank und Tanki Online, dem Dota 2 Profispieler Alexei “Solo” Berezin eine lebenslange Sperre wegen Betrugs. Der Spieler von RoX.KIS hat im Jahre 2013 gegen sein eigenes Team gewettet. Obwohl sein Team im Spiel gegen ihre Kontrahenten von zRage als klare Favoriten gewertet wurden, haben sie die Partie auf eine suspekte Weise verloren.

Das Match wurde später von StarLadder-Offiziellen untersucht und das Ergebnis bestätigte die Situation: Alexei „Solo“ Beresin habe absichtlich das Match gegen zRage verloren, nachdem er zuvor eine Wette gegen sein eigenes Team abgeschlossen hat.

Solo gab die platzierte Wette gegen seine eigene Mannschaft zu und entschuldigte sich öffentlich für seine Handlung. Am 21. Juni 2013 wurde die Mitgliedschaft von Solo bei RoX.KIS für beendet erklärt.

Obwohl StarLadder dem Spieler eine lebenslange Sperre für seine Tat auferlegt haben, reduzierten sie diese auf ein Jahr, nachdem Solo sich öffentlich für sein Vergehen entschuldigt hatte. Die Gewinnsumme aus der Wette betrug 322 US-Dollar. In der E-Sport Community wurde die Nummer 322 deswegen zu einer beliebten Meme. Jedes Mal, wenn ein Spieler so schlecht spielt, dass es fast schon verdächtig ist, erhält er den Titel 322.

Bildquelle:pixabay