Goosebumps: Terror in Little Creek im Test – Gänsehaut gibt es hier nur beim Rätseln

Manchmal möchte man einfach kein großes AAA-Spiel erleben oder sich mit einem langwierigen RPG die Zeit vertreiben. Es reicht dann auch ein kleines Spiel, das man schnell beendet und das ansonsten nicht zu anspruchsvoll ist. Mit diesem Gedanken bin ich an den Titel Goosebumps: Terror in Little Creek herangegangen, als wir einen Key zum Testen erhalten haben. Es wirkt wie ein Spiel für Kinder und ist auch ganz klar an diese Zielgruppe gerichtet. Die Entwickler von PHL Collective haben uns das beim Erhalt des Keys ebenfalls deutlich gesagt. Wir sollten das Spiel daraufhin testen, ob es auch für eine jüngere Zielgruppe geeignet ist. Das wollte ich auch tun, aber dass es so ablaufen würde, habe ich nicht erwartet.

Gänsehaut, wie in den Büchern

Starten wir ganz vorne, nämlich mit der Geschichte: Wir spielen die junge Sloane Spencer, die mit ihren Freunden in Little Creek unterwegs ist, nachdem dort eine Ausgangssperre für alle verhängt wurde. Sie wollen herausfinden, warum diese in Kraft gesetzt wurde und wer dafür verantwortlich ist. Auf ihrer Suche nach Antworten warten jedoch nicht nur viele Geheimnisse auf die Kinder, sondern auch echte Monster, vor denen sie sich in Acht nehmen müssen. Eine Gänsehaut-Geschichte, wie man sie aus den Büchern kennt, nur dass es sich hierbei tatsächlich um eine originelle Handlung handelt.

Ich finde, man hat es toll geschafft, die Atmosphäre der Bücher und deren Charme einzufangen. Das sage ich, weil ich viele der Bücher gelesen habe und ein großer Fan davon bin. Natürlich auch der Filme, aber die spielen hier gerade keine Rolle. Man merkt sofort die große Stärke des Spiels: Die Entwickler verstehen die Vorlage und schaffen eine tolle Geschichte, die vor allem für kleine Horrorfans spannend ist und gleichzeitig den Büchern gerecht wird.

Echte Gänsehaut kommt nicht durch Horror

Goosebumps: Terror in Little Creek gibt es ab sofort für PS5, Xbox X|S, Nintendo Switch und PC. Jeder Fan der Bücher sollte es sich zumindest wegen der Geschichte unbedingt ansehen. Gameplay und Rätsel sind hier jedoch der wahre Grund für die Gänsehaut, und das ist nicht als Lob gemeint. Die Rätsel schwanken extrem zwischen zu einfach und viel zu schwer sowie undurchsichtig. Ich hatte oft Probleme herauszufinden, wie es weitergeht, und frage mich wirklich, wie ein jüngerer Spieler das schaffen soll. Außerdem wird viel zu wenig kommuniziert, wohin man gehen muss. Man bekommt grobe Richtungen, aber selbst die Tipps helfen kaum, das Ziel zu finden. Für Erwachsene ist das schon nervig, für Kinder ein echtes Problem.

Auch das Gameplay ist leider nicht wirklich ausgereift. Versteht mich nicht falsch: Auf technischer Seite bin ich keinen Fehlern begegnet, und auch sonst wirkt alles sehr polished. Das Gameplay selbst leidet aber unter schwachem Feedback und unnötigen Zusätzen, die nicht ausgereizt werden. Es gibt zum Beispiel eine Schleuder, mit der man Gegner bekämpfen kann. Diese wird aber wirklich nur zum Kämpfen genutzt. Kugeln zum Ablenken habe ich nie verwendet, da sie generell kaum einen Zweck erfüllen. Auch das Stealth-Element ist nicht wirklich fordernd und lässt sich durch simples Wegrennen komplett umgehen. Da gruselt es mich eher bei dem Gedanken, das Spiel nach dem Durchspielen noch einmal zu starten. Und für 39,99 € nur die Story zu genießen… ich weiß ja nicht.

Fazit zu Goosebumps: Terror in Little Creek:

Goosebumps: Terror in Little Creek hat eine klare Stärke, und die liegt in seiner Geschichte. Wer die Bücher kennt und liebt, wird sich in dieser Welt sofort wohlfühlen. Die Atmosphäre fängt den typischen Charme der Vorlage hervorragend ein und sorgt dafür, dass sich Fans wie zu Hause fühlen. Für Kinder, die sich an ihre ersten Gruselabenteuer wagen, ist die Story ein echter Pluspunkt. Sie ist spannend, originell und hält die Gänsehaut-Marke am Leben.

Doch leider hört das Lob an dieser Stelle fast schon auf. Gameplay und Rätsel sind ein zweischneidiges Schwert. Was zunächst wie ein simples Abenteuer wirkt, entpuppt sich schnell als frustrierend. Die Balance der Rätsel passt nicht: Mal zu leicht, mal unfair schwer, oft ohne klare Hinweise. Für Erwachsene mag das nur nervig sein, aber für die eigentliche Zielgruppe – Kinder – kann das zum echten Hindernis werden.

Technisch gibt es kaum etwas zu bemängeln, das Spiel läuft sauber und wirkt ordentlich umgesetzt. Doch die spielerische Tiefe fehlt. Features wie die Schleuder oder Stealth-Mechaniken sind nett gemeint, fühlen sich aber unfertig an. Es fehlt einfach der Feinschliff, der aus einer guten Idee ein rundes Spielerlebnis macht.

Unterm Strich bleibt Goosebumps: Terror in Little Creek ein Titel, den man wegen seiner Geschichte und Atmosphäre mögen kann – aber nicht wegen seines Gameplays. Für Hardcore-Fans der Bücher lohnt sich vielleicht ein Blick, alle anderen sollten den Preis von 39,99 € gut überlegen. Wer einfach nur ein kindgerechtes Gruselabenteuer sucht, könnte hier trotz guter Ansätze eher enttäuscht werden.

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