DUCK: Dangerous Ultimate Cartridge Kidnapper im Test – WarioWare hat noch nichts zu befürchten

Eigentlich bin ich nicht der größte Fan von Vergleichen, trotzdem ist es relativ schwer, über DUCK: Dangerous Ultimate Cartridge Kidnapper zu schreiben, ohne einen direkten Vergleich zum Franchise WarioWare zu ziehen. Das Spiel möchte nämlich eine Minispielsammlung sein, mit Bossen und allem, was dazugehört. Hier muss man sich also an Genregrößen wie dem genannten WarioWare messen lassen.

Als Kind war ich riesiger Fan der WarioWare-Spiele. Besonders auf dem Game Boy Advance habe ich es rauf und runter gespielt. Leider hat meine Begeisterung über die Jahre nachgelassen und auch sonst habe ich eher selten Spiele gesehen, die versuchen, ein ähnliches Gameplay zu bieten. Umso mehr hat es mich gefreut, als wir einen Key für den Titel DUCK: Dangerous Ultimate Cartridge Kidnapper auf der PlayStation bekommen haben. Ob das Spiel aber mit seinem großen Vorbild mithalten kann oder bei dem Versuch kläglich scheitert, erfahrt ihr in diesem Test.

DuckWare

DUCK: Dangerous Ultimate Cartridge Kidnapper hat nicht wirklich eine Geschichte, dafür aber einen Rahmen, in dem die Minispiele stattfinden. Ein paar neugierige Entenküken stoßen auf ein mysteriöses 100-in-1-Cartridge, das mehr verbirgt als nur Retro-Games. Kaum haben sie es aktiviert, entweicht ein finsterer Geist, der sich D.U.C.K. nennt, und kündigt ein grausames Spiel an: Wenn die Küken nicht ihre ganzen Gamer-Skills beweisen, verwandelt er sie in pixelige Spielfiguren, verdammt zu endlosen Respawns in seinen tödlichen Welten. Zweidimensional gefangen, ohne Ausweg – das wäre ihr endgültiges Game Over!

Dieser Rahmen wird ganz süß mit tollen Bildern inszeniert, kann darüber hinaus aber nicht wirklich viel mehr bieten. Wo das Spiel allerdings glänzen kann, sind die unzähligen Minispiele, die alle verdammt abwechslungsreich sind und voller cooler Momente stecken. Egal ob als Astronaut Sterne sammeln, als Käfer Steine rollen oder im Ring boxen, hier wird man durchgehend gut unterhalten. Ein wirklich spannendes Sammelsurium, das für die ein oder andere Stunde Spielspaß sorgen kann.

Viel ist nicht immer gut

Trotz dieser lobenden Worte bleibe ich nach dem Testen doch etwas frustriert zurück. Ich mochte die Vielzahl an Minispielen und auch die süße Idee, das Ganze mit Enten zu verpacken. Leider sind die Minispiele alles andere als intuitiv und auch sonst fehlt es dem Gameplay an Geschwindigkeit. Viel zu oft habe ich Minispiele erst zu spät verstanden und außerdem nimmt die Frage nach jedem Game Over, ob man ein Leben verlieren möchte, komplett die Geschwindigkeit heraus. Hier hätte man sich gerne mehr am Vorbild WarioWare orientieren können, um ein runderes Gesamterlebnis zu bieten. So kann ich das Spiel nur für diejenigen empfehlen, die eine entsprechend hohe Frustgrenze haben.

An diesen Punkten hilft es leider auch nicht, dass es neben der Story mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden auch andere Modi wie den Endlos-Modus gibt. Die Minispiele sind zwar eine Menge Spaß, der Aufbau ist aber alles andere als motivierend für die Langzeit. Ob diese Sammlung also etwas für euch ist, müsst ihr selbst entscheiden. Für die derzeit 11,99 € im PlayStation Store ist es aber zumindest nicht allzu teuer.

Fazit zu DUCK: Dangerous Ultimate Cartridge Kidnapper:

DUCK: Dangerous Ultimate Cartridge Kidnapper ist ein charmantes, aber nicht fehlerfreies Experiment. Die Idee, eine bunte Minispielsammlung in einen humorvollen Enten-Rahmen zu packen, ist auf jeden Fall sympathisch und hebt sich von typischen Indie-Projekten ab. Die Präsentation mit liebevollen Illustrationen und dem verspielten Konzept sorgt für ein paar Schmunzler, auch wenn die Story selbst kaum über einen netten Vorwand hinauskommt.

Der größte Pluspunkt liegt zweifellos in der Vielfalt der Minispiele. Hier wird viel Kreativität gezeigt, und die Entwickler haben sich sichtlich Mühe gegeben, abwechslungsreiche Szenarien zu bieten. Wer gerne kleine, verrückte Aufgaben bewältigt, wird hier einige originelle Ideen entdecken. Leider fehlt es jedoch an einem entscheidenden Element: dem Spielfluss. Immer wieder reißen lange Übergänge, zusätzliche Bestätigungsfragen oder unklare Anweisungen den Spieler aus dem Rhythmus. Das sorgt für Frust, wo eigentlich schnelle Reaktionen und ein flüssiger Ablauf gefragt wären.

Auch die Lernkurve ist nicht optimal. Viele Minispiele erklären sich nicht von selbst, und das führt dazu, dass wertvolle Sekunden im Rätselraten verloren gehen. Zusammen mit der eher behäbigen Spielgeschwindigkeit entsteht so ein Gefühl von Ungleichgewicht – zu viele kreative Ansätze, die an einer besseren Umsetzung scheitern.

Unterm Strich ist DUCK: Dangerous Ultimate Cartridge Kidnapper also ein Titel für eine sehr spezifische Zielgruppe. Wer Minispielsammlungen liebt, über fehlende Perfektion hinwegsehen kann und bereit ist, ein paar Eigenheiten zu akzeptieren, findet hier ein sympathisches Projekt für zwischendurch. Für alle anderen bleibt es ein netter Versuch, der aber nicht an die großen Vorbilder heranreicht. Bei einem Preis von 11,99 € kann man es dennoch riskieren, vor allem, wenn man Lust auf ein kurzes, verrücktes Spielerlebnis mit Enten hat.

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