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Wolfenstein 2: The New Colossus bei uns im Test

Mit Terror-Billy gegen das Regime

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Endlich geht die Reise mit B.J. Blazkowicz mit Wolfenstein 2: The New Colossus weiter. Wir befinden uns in einer alternativen Zeitlinie der 1960iger Jahre. Das Regime hat die USA übernommen, der kleine Adi und sein General Frau Engel haben quasi die ganze Welt unterjocht. Natürlich können wir das in der Haut von Terror-Billy nicht zulassen und bekämpfen das Regime um eine Revolution zu starten. Doch macht das überhaupt Spaß? Kann der neue Serienteil die immens hohen Erwartungen an ihn erfüllen? Unser Test klärt euch auf.

Das neue Böse erwacht

Der First-Person-Shooter startet mit einer Rückblende zu den Ereignissen aus dem ersten Teil. Somit erhalten wir eine kurze Auffrischung, neue Spieler werden damit ebenfalls auf den Stand der Dinge gebracht. General Totenkopf ist Geschichte, unser neues Ziel lautet General Engel. Ihres Zeichens eine sadistische Bestie die dem Wahnsinn verfallen ist. Selbst ihre eigene Tochter wird verstoßen. Bereits zu Beginn hassen wir diese Frau aus ganzem Herzen.

Im Verlauf der Kampagne, die euch 10 bis 20 Spielstunden lang beschäftigt, treffen wir auch das Oberhaupt des Regimes – den kleinen Adi. In den 60iger Jahren ist er sichtlich gealtert. Ein erbärmliches Stück Dreck das sich versucht auf zwei Beinen zu halten und sich nicht in die Hosen zu scheißen. Nichts desto trotz scheint sein Wahnsinn noch größer geworden zu sein. Vor unseren Augen setzt sein Gehirn aus, er erschießt drei unschuldige Schauspieler – sein verwirrtes Gehirn hat ihm dazu geraten.

Der kleine Adi bespricht mit seiner Regisseurin Hadelinde seinen Film „Das Ende alles Bösen“.

Was für eine Handlung

Zu Beginn verläuft Wolfenstein 2 noch etwas zäh, es kommt langsam in die Gänge. Was wir aber alles in der Kampagne erleben, dafür braucht manch anderer Titel fünf Serienteile. Logischerweise steht B.J. Blazkowicz im Mittelpunkt des Geschehens. Die Geschichte selbst ist sehr persönlich gehalten, wir lernen unseren Protagonisten sehr gut kennen. Neben der serientypischen Brutalität wird noch ein großartiger Humor und sogar viel Tiefgang geboten.

Des Öfteren unternehmen wir sogar eine Reise in die Vergangenheit mit unserem Helden, genauer gesagt in seine Kindheit. Wir erfahren von der Freundschaft zwischen ihm und dem schwarzen Nachbarsmädchen. Wir sehen seine ihn liebende Mutter und ein Arschloch von einem Vater. Auf den Erzeuger treffen wir in der Gegenwart dann noch einmal. Wir erfahren das er unsere Mutter gemeldet und sie dem Regime ausgeliefert hat. Schwer zu erraten das diese Konfrontation nicht gut ausgehen wird.

Unfassbar wer alles sterben muss in Wolfenstein 2 – unglaublich. Selbst B.J.! Wie das wohl ausgeht? Verraten wir natürlich nicht!

Die Situation in der Beziehung von B.J. und Anna ist zu Beginn auch ziemlich komplex. Befindet sich unser Held doch in einem Rollstuhl und kann sich nicht selbst auf den Beinen halten. Er ist ein Wrack, physisch wie psychisch. Ein grundsätzlich schönes Ereignis, seine Freundin ist schwanger, verkompliziert die ganze Sache zudem. In der Spielmitte bekommen wir dann den einzig wahren Terror-Billy an die Hand, was sichtlich seiner Flamme Anna auch gefällt:

Die Hammerfaust

ist ein U-Boot und dient uns in Wolfenstein 2 als mobile Basis. Dort werden die wichtigen Entscheidungen gefällt, von dort aus starten wir unsere Einsätze, hier werden die Pläne geschmiedet und die große Familie zusammengehalten. Auf einem Spielautomaten können wir sogar das Ur-Wolfenstein komplett durchzocken.

Bei gegnerischen Generälen findet wir sogenannte Enigma-Codes. Diese werden dann im U-Boot an der Enigma Maschine manuell entschlüsselt. Dadurch erhalten wir Meuchelmörder-Aufträge. An einer Tafel sehen wir schließlich welchen deutschen General wir entschlüsselt haben. Auf der direkt daneben befindlichen Weltkarte können wir diese Mission dann ansteuern um den Kollegen ins Nirwana zu befördern. In diesen optionalen Nebenmissionen warten dann dicke Gegner und reine Action auf uns.

Volles Pfund aufs Maul

Wie bereits bei Wolfenstein 1: The New Order und dem Stand-Alone-Add-On Old Blood verbinden sich Old-School-Shooter-Tugenden mit modernen Elementen. Das Waffengefühl ist actionlastig, geradlinig und macht einfach Spaß. Die Optik ist sehr gut, zur genialen Atmosphäre steuern der Soundtrack und die Waffensounds eine enorme Schippe bei. Wir können die unterschiedlichen Waffen auch in der Akimbo-Variante nutzen, was für mordsmäßigen Spaß sorgt.

Auf die ersten, richtig fetten Gegner, brauchen wir nicht lange warten.

Die unterschiedlichen Meinungsverstärker können wir unserem Spielstil entsprechend anpassen. Überall im Spiel können wir Verstärkungskits finden. Mit diesen speziellen Freunden können wir unsere Waffen aufwerten. Beispielsweise können wir unserem Sturmgewehr die Eigenschaft „Panzerbrechend“ hinzufügen, was sich besonders gut im Kampf gegen gut gerüstete Gegner eignet. Wer es lieber leise mag verbaut auf seiner MP einen Schalldämpfer und/oder auf dem Sturmgewehr ein Scharfschützenzielfernrohr.

Beide Spielstile werden also in einem Spiel vereint. Je nachdem wie ihr zocken möchtet solltet ihr also die Waffen spezialisieren und den Schwierigkeitsgrad wählen. Unserer Meinung nach eignen sich die untersten drei Grade um die pure Wolfenstein-DNA einzusaugen. Hier gibt es geradlinige, ehrliche Action vom allerfeinsten. Auf den höheren drei Schwierigkeitsgraden empfehlen wir die leisere Gangart.

Neben diversen Gebäudekomplexen, Abwasserkanälen, Flugzeugen besuchen wir die Oberwelt – sogar eine Reise zur Venus steht an.

Passive Perks gefällig?

Ebenfalls von der aktuellen Generation inspiriert, hat ein passives Perksystem in Wolfenstein 2 Einzug erhalten. An einem bestimmten Punkt in der Story müssen wir uns zwischen drei Alternativen entscheiden. Wählen können wir zwischen den Pythongurten, Donnerfäuste oder Schlachtenläufer. Jede dieser Fähigkeiten bringt euch vier unterschiedliche Boni.

Wir haben uns im ersten Anlauf für die Donnerfäuste entschieden. Mit diesen können wir beispielsweise durch dünne Wände oder Türen rennen. Zudem regeneriert sich unsere Rüstung. Mit dem Pythongurte können wir uns durch kleine Nischen quetschen und so still und leise vorankommen. Mit Schlachtenläufer können wir mechanische Beine ausfahren und so alternative Bereiche erreichen und uns taktische Vorteile sichern.

Wir haben gerade den letzten Gegner vor dem großen Finale erlegt.

Ganz nebenbei erspielen wir uns weiter Boni die unter dem Reiter „Vorteile“ zu finden sind. Hier wird quasi unser Spielstil in Form von diversen Boni dargestellt. Unterteilt wird die Geschichte in Heimlichkeit, Chaos und Taktik.

Allerhand sammelbares Zeug

Für Freunde mit Sammelleidenschaft bietet Wolfenstein 2 genau 150 Gegenstände die gefunden werden können. Darunter fallen beispielsweise Konzeptzeichnungen, Todeskarten und Schallplatten. Etliche Hintergrundinfos können aus diversen Zeitungen sowie Briefen In-Game gefunden und anschließend gelesen werden.


Wolfenstein 2: The New Colossus findet ihr im Handel sowie digital via Steam, XBox One und PS4

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88%

Ähnlich wie bei Old Blood fängt auch Wolfenstein 2 etwas zäh an. Liebe Leser halten Sie durch, es wird viel besser, es wird einfach fantastisch. Selten bis nie konnte ein Shooter mit so glaubhaften Charakteren und einer guten, teilweise sogar tiefsinnigen Geschichte aufwarten wie dieser. Das Gameplay selbst, das Aiming, der Sound, die Action ist ebenfalls erhaben. Der Entwickler verzichtet bewusst auf einen Multiplayer-Modus und das tut der Serie richtig gut. Ich freue mich schon auf Teil 3, da kann es nur noch ein Ziel geben...

  • Grafik 85%
  • Sound 90%
  • Umfang 85%
  • Story/Atmosphäre 92%
  • Steuerung 90%

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