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Warum uns Online-Glücksspiel so stark anziehen kann

Auch wenn es nur ein Nischenbereich im Gaming ist, ist es dennoch vorhanden: das Online-Glücksspiel. Wir stellen uns dem Tabu-Thema und erklären euch warum es für manche Menschen so anziehend wirkt.

Nahezu kein Mensch kann sich davon freisprechen jemals Glücksspiel betrieben zu haben. Sei es als kleines Kind auf dem Rummel bei Entchen angeln und Tüten fischen oder als Erwachsener mit Münz-Schiebe-Automaten, Rubbellosen am Kiosk oder auch klassischem Casino. Nun ist es in der Spielebranche eben so, dass beinahe alles beliebte in Videospiele verfrachtet wird – das ist auch bei Glücksspiel der Fall. Aber warum wollen wir beziehungsweise manche Menschen so etwas überhaupt spielen?

Anziehungskraft von Glücksspiel in der Theorie

Zuvor möchte ich sagen, dass der folgende Text etwas in wissenschaftliche Soziologie abdriftet, aber keine Sorge es sollte verständlich sein. In der Soziologie wird das Phänomen „Glücksspiel“ schon seit langem beobachtet. Das Ergebnis dieser Beobachtung war, dass besonders Menschen die es sich eigentlich nicht übermäßig leisten können am häufigsten der Spielsucht verfallen. Das liegt nicht darum, dass diese Menschen „dumm“ sind, sondern, dass ihnen durch dieses Glücksspiel eine Perspektive auf Reichtum gegeben wird. Menschen spielen also weil sie mehr gewinnen wollen, das Problem dabei ist aber wir vergessen, dass die Wahrscheinlichkeit zu verlieren viel höher ist.

Insgesamt ist es aber ganz normal, dass Glücksspiele jeglicher Art im momentanen Zeitalter des „Kapitalismus und Konsums“ an Beliebtheit gewinnen. Der Wandel vom Homo sociologicus (Mensch der nach Werten und Normen handelt) zum Homo oeconomicus (Mensch der möglichst viel Gewinn mit möglichst wenig Aufwand erzielen will) ist im vollen Gange. So jetzt aber mal genug gefachblödelt, ich denke das reicht um zu erklären warum wir Glücksspiele im generellen so anziehend finden.

Warum ist Online-Glücksspiel besonders beliebt?

Ich erkläre mir diese Faszination an Online-Casinos und Online-Glücksspiel im generellen dadurch, das eben jeder, überall und zu jeder Zeit spielen kann. Es ist vollkommen egal welcher sozialen Schicht man angehört und man kann auch Poker und der gleichen spielen ohne im schicken Dress-Code im Casino zu stehen. Ein guter Punkt ist „Überall“: Online Glücksspiel muss nicht mehr nur am heimischen Rechner geschehen, sondern man kann tatsächlich mobil spielen mit Echtgeld wie es eines der beliebtesten Spiele des Genres „Book of Ra“ beweist. Bei Book of Ra handelt es sich um ein, auch im echten Leben, sehr beliebtes Automaten-Spiel mit dem Slot-Machine-Prinzip. Im Internet schlägt Book of Ra ein wie eine Bombe.

Ein weiterer Grund warum Online-Glücksspiel sich großer Beliebtheit erfreut ist eindeutig auch der Aspekt der Anonymität. Wer will schon, dass jemand weiß, dass er in Spielotheken geht oder sogar Geldprobleme hat? Genau, niemand. Daher ist Online-Glücksspiel eine gute Alternative, da man ganz ungestört per Pseudonym spielen kann, lediglich für das Erfreuliche, die Auszahlung des Gewinns, muss man seine Identität preisgeben und das auch nur den Mitarbeitern auf der anderen Seite des Bildschirms.

Noch ein Punkt ist ganz einfach die Ausnutzung des „Was ich nicht sehe existiert nicht“-Prinzips. Denn ein weiterer Unterschied zum echten Casino ist, dass wir kein Geld direkt in der Hand haben. Wir können nicht direkt sehen was wir verlieren, sondern sehen im ersten Moment nur was wir gewinnen können. Man ist sich zwar bewusst, dass man um Geld spielt, da man aber keine Chips oder Scheine direkt setzt ist die Hemmschwelle schon etwas abgeschwächt.

Ich hoffe ich konnte euch jetzt erklären warum Online-Glücksspiel nochmal einen Ticken anziehender als ganz gewöhnliches Glücksspiel ist.

Fazit

Hier gilt wie bei jeder Art des Glücksspiels: Man muss es nicht verteufeln. So lange man gewissenhaft mit seinem Geld umgeht und weiß wann Schluss ist, ist es in Ordnung mal ab und an zum Spaß und für den Nervenkitzel zu spielen. Auch ich kaufe mir gelegentlich ein Rubbellos am Kiosk für etwa zwei Euro und wenn ich gewinne freue ich mich, wenn nicht dann höre ich auf und habe eben „nur“ zwei Euro verloren. Im Endeffekt ist jeder selbst für sich verantwortlich und den Spielen darf eigentlich keine Schuld an der potenziellen Suchtgefahr gegeben werden.