Voll ins Schwarze im Test

Oft ergibt sich folgende Situation im heutigen Alltag: Wir meinen zwar viel zu wissen, aber oft lässt die Genauigkeit zu Wünschen übrig, wenn es um Details und exakte Auskünfte geht. Genau diesem Problem sehen wir uns auch bei „Voll ins Schwarze“ konfrontiert. In dem Brettspiel von „Huch & Friends“ müssen wir uns um möglichst genaue Antworten bemühen, denn wer am dichtesten an der Lösung dran ist steht als Gewinner da. Ob das Spielprinzip auch der Praxis standhält überprüfen wir im nachfolgenden Test.

„Voll ins Schwarze“ kann mit bis zu 2-7 Spielern ab einem empfohlenen Alter von 8 Jahren gespielt werden. Vor dem Spielbeginn wählen wir 4 der insgesamt 6 Kategorien aus, mit denen wir spielen möchten und die uns am meisten zusagen. Zur Wahl stehen: Geografie, Geschichte, Unterhaltung, Technik, Sport und Dies & Das. Damit dürfte für jeden etwas dabei sein. Pro Kategorie gibt es 132 Fragen – ausreichend für regelmäßige Spieler. Die zwei abgewählten Kategorien werden für die aktuelle Partie aus dem Spiel genommen.

Des Weiteren werden Zahlenkarten ausgegeben. Diese sind dafür da, um später die Werte 1-99 anzugeben, wenn es darum geht eine Wissensfrage zu beantworten. Dazu erhalten wir insgesamt 7 Karten von drei unterschiedlichen Stapeln: 3 Karten mit Werten von 1-9, 2 mit den Werten von 10-20 sowie 2 mit den Werten von 30-80. Während die Karten des ersten Stapels alle Zahlen von 1-9 umfassen, wird der Abstand der beiden anderen größer: Der Stapel „10-20“ verläuft in 5er-Schritten (10, 15, 20), der Stapel „30-80“ (30, 40, 50 usw.) in 10er-Schritten.

Nun werden die ersten Fragen gestellt, etwa wie viel Prozent der weltweiten Wasservorräte in der Landwirtschaft verbraucht werden. Jeder Spieler darf nun raten, wie viel Prozent es wohl sein mögen. Also wird ein Wert von 1-99 mit den verfügbaren Zahlenkarten bestimmt. Wer beispielsweise glaubt, die richtige Antwort sei 55 Prozent, der legt die Karten mit den Werten 50 + 5. Oder aber 50 + 2 + 3. Wie viel Zahlenkarten gelegt werden ist egal, doch sollte man bemüht sein mit seinen Karten hauszuhalten.

Kommt man nämlich am nächsten an die richtige Antwort heran, hat man die Runde gewonnen und darf auf dem Spielfeld mit seiner Spielfigur ein Feld weiter ziehen. Allerdings muss man gleichzeitig auch die gelegten Karten abgeben. Soll heißen: Wenn ich viele Karten benötige, um einen Wunschwert anzugeben, ziehe ich zwar ein Feld weiter gen Sieg, muss aber auch damit rechnen in der nächsten Runde weniger Karten und somit weniger Möglichkeiten zu haben, um meinen nächsten Tipp anzugeben. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Trifft man genau ins Schwarze, erzielt also genau den richtigen Wert, dann darf man seine Spielkarten behalten. Letzteres tut man übrigens auch, wenn man die falsche Antwort abgegeben hat, darf aber logischerweise kein Feld vorrücken.

Wer einmal nicht weiter weiß, der hat noch die Möglichkeit die Pausenkarte zu legen. Damit blufft man in der aktuellen Runde und darf drei neue Zahlenkarten ziehen. Mangelnd es einmal an Zahlenkarten, ist dies die beste Gelegenheit, um neue Karten zu erhalten. Die aktuelle Runde setzt man damit jedoch aus und hat keine Aussicht auf ein Weiterziehen der eigenen Spielfigur. Die Pausenkarte behält man auf der Hand, sodass sie stets wie ein immer aktiver Joker funktioniert.

Gespielt wird auf einer Art Zielscheibe, auf der 4 Kategorie-Steine im Spielverlauf immer weiter in die Mitte ziehen. Sind drei der 4 Steine in einem bestimmten farblich markierten Bereich angekommen, so ist die letzte Runde eingeläutet. Danach gewinnt der Spieler, der am äußersten Rand die meisten Felder mit seiner Spielfigur weiter gezogen ist. In der Praxis bringt die normale Spielvariante jede Menge Spaß, vor allem mit 7 Spielern gleichzeitig. Das Aufdecken bringt oft jede Menge Lacher, wenn bei einer Frage plötzlich die unterschiedlichsten Antworten genannt werden. Oder aber es kommt (Schaden-)freude auf, sobald wir einmal ins Schwarze getroffen haben.

Eine zweite Spielvariante bringt nochmal frischen Wind ins Spiel: Wir bekommen in der Variation am Anfang zwei Kategorie-Karten, die wir verdeckt halten.
Diese Kategorien gilt es jetzt im Spielverlauf besonders anzugehen und Fragen zu jener möglichst richtig zu beantworten, denn am Spielende dürfen wir pro gewonnener Runde unserer Kategorie noch einmal ein Feld vorgehen. Da die anderen aber nicht wissen, welche wir haben und gegebenenfalls die selbe haben, ist diese Variante eine spannende Abwechslung.

An der Verarbeitungsqualität der Karten sowie des Spielfeldes haben wir fast nichts auszusetzen. Alleine das Aufbewahrungsbehältnis des Spielmaterials, das wir auch zum Spielen benötigen, um die Karten einzustecken, hielt dem Belastungstest lediglich gerade so stand. Hier hätten wir uns etwas mehr Wertigkeit gewünscht.

Fazit:

Das Brettspiel macht im Test also einen guten Eindruck. Sei es das gewitzte Spielprinzip, das immer wieder aufs neue herausfordert und Spaß bereitet. Oder sei es die Schadenfreude, die aufkommt, wenn wir einmal mehr richtig liegen in einer Runde. Einige Fragen jedoch warfen ihrerseits wieder Fragen auf und waren recht verwirrend gestellt. Im Großen und Ganzen fanden wir aber Gefallen an den abwechslungsreichen und interessanten Fragen.

Wertung:

Gut

(C) Yan

Markus

Markus

Chefredakteur bei Markus Biering Verlag
Chefredakteur, Inhaber MB Verlag, erster Ansprechpartner und Gründer von Games-Mag
Markus

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