UFC 3 bei uns im Test

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Nach einer zweijährigen Pause ist die MMA-Simulation mit UFC 3 zurück im Oktagon! Fans des brutalen Kampfsports warten wahrscheinlich schon sehnsüchtig darauf, andere lässt das wohl eher kalt. MMA erfreut sich einer immer höheren Popularität, auch hier im europäischen Raum. Spätestens seit dem polarisierenden Fight mit Floyd Mayweather kennt wohl jeder Mensch den Namen Conor McGregor. Kann UFC auch Nicht-Fans überzeugen? Und bringt es nach zweijähriger Entwicklung genug frischen Wind mit sich, um echte UFC-Veteranen zufriedenzustellen? Das alles erfahrt ihr hier im Test.

Conor McGregor ist bereits zweifacher Champion und wohl der beste seiner Zeit. Könnt ihr ihn übertreffen?

Zwei Jahre Pause

In zwei Jahren passiert in der Sportwelt so einiges. Mittlerweile ist es fast schon ein ungeschriebenes Gesetz, dass EAs Sportspiele jährlich erscheinen, dabei jedoch nur selten sich etwas weltbewegendes verändert. Es ist eher von Jahr zu Jahr ein Rosterupdate plus kleinere Mechanikschraubereien. Deswegen war es zunächst verwunderlich, dass sich UFC nun zwei Jahre Zeit gelassen hat, um den dritten Titel auf Xbox One und PS4 zu veröffentlichen. An sich ist das eine gute Sache, Fifa hätte beispielsweise mal eine längere Entwicklung mit neuen Features dringend nötig. Und doch will man UFC 3 die längere Entwicklungszeit irgendwie nicht anmerken lassen.

Dana White, der Präsident der UFC, ist immer auf der Suche nach neuen Talenten

Werdet der Beste…so wie immer

Denn im Grunde hat sich nicht viel getan. Im großen und ganzen baut UFC 3 auf zwei primären Spielmodi auf, und einige kleinere drumherum. Der erste ist der Karrieremodus. Hier erstellt ihr euch ganz klassisch einen eigenen Charakter mit dem Ziel, der größte Kämpfer aller Zeiten zu werden. Nachdem ihr euren Kampfstil und die Gewichtsklasse, in der ihr antreten wollt, gewählt habt, könnt ihr auch schon starten. Ganz typisch fangt ihr klein an und arbeitet euch langsam hoch, nachdem euer Talent entdeckt wird. Kleinere Einspieler und Sequenzen sind dabei sehr authentisch umgesetzt und lassen das Drumherum wirklich realistisch erscheinen.

Nachdem ihr euren eigenen Kämpfer erstellt habt, startet ihr in der WFA, einer kleineren MMA-Organisation

Das Gameplay im Karrieremodus an sich ist dabei recht simpel: Wenn ihr ein Angebot erhalten habt, könnt ihr euch zwischen einem Kampf entscheiden. Danach beginnt die Vorbereitung, sobald ihr euch ein Gym ausgesucht habt. Ihr habt immer eine gesetzte Anzahl an Aktionspunkten pro Woche, die ihr einsetzt um bestimmte Aktionen zu tätigen. Unter Anderem habt ihr die Wahl zwischen dem Verbessern eurer Attribute durch Training, dem Erlernen neuer Fähigkeiten in Challenges, klassisches Sparring sowie diversen PR und Social-Media-Aktionen. Eure Fanbase muss selbstverständlich auch gepflegt werden, schließlich ist sie verantwortlich für euren Hype. Für gewonnene Kämpfe erhaltet ihr Geld, welches ihr benutzt, um Mitgliedschaft und Training in den verschiedenen Gyms zu finanzieren.

Im Sparring simuliert euer Trainingspartner den Kampfstil eures nächsten Gegners, um sich auf ihn vorbereiten zu können

Anfangs ist das auch recht spaßig, leider fehlt auf Dauer echte Entscheidungsfreiheit, um den Werdegang mitzubestimmen. Außer drei Dialogoptionen bei anspruchslosen Fragen ist da nicht viel drin. Fifa und Madden machen da mit The Journey bzw. Longshot definitiv einen besseren Job, in dem eine echte Geschichte in den Karrieremodus integriert wird. Ansonsten ist der Karrieremodus wieder eine solider Einzelspielermodus mit gelungener Präsentation, jedoch mangelt es hier an Innovation und verfällt schnell in ein fades Schema.

Um der Beste zu werden, müsst ihr euch jedem Gegner stellen. Dieser steht wohl so schnell nicht mehr auf

Ultimatives Sammelkartenspiel

Der andere große Spielmodus in UFC 3 ist Ultimate Team. Der Modus, der die Lootboxen quasi erfunden hat, und mittlerweile in jedem EA-Sportspiel seinen Platz hat, hat auch im neuesten Ableger der UFC-Serie seinen Einzug gefunden. Die Erfolgsformel aus der Sucht der Sammelkarten und dem Realitätsbezug durch wöchentliche Updates und Events sorgt weiterhin für Langzeitmotivation. Neu im Vergleich zum zweiten Teil ist hier, dass ihr nicht ausschließlich mit erstellten Kämpfern antreten müsst, sondern nach bekannten MMA-Kämpfern in Packs sucht, um sie eurem Team hinzuzufügen. Euer Team besteht dabei aus vier Kämpfern: Drei männliche für jeweils Leicht-, Mittel- und Schwergewicht und eine weibliche Kämpferin für das Frauen-Bantamgewicht. Neben Charakteren findet ihr in Packs unzählige andere Items. Die wichtigsten neben den eigentlichen Fightern sind wohl die Moves.

Wir konnten Jon Jones in einem Premium-Pack ziehen. Der Schwergewichtskämpfer ist definitiv eine gute Verstärkung für unser Ultimate Team

Die Spezialmoves können im Kampf den Unterschied ausmachen, und dieses Jahr ist sogar der aus Fifa bekannte Chemie-Faktor im Spiel. Wenn ihr beispielsweise ein Objekt, welches für einen Kickboxer ausgelegt ist, auch wirklich einem Kickboxer zuweißt, bekommt ihr einen Chemiebonus, der sich auf eure Performance auswirkt. Dies sorgt für eine schier unendliche Anzahl an Kombinationen, an der Sammler sichtlich ihren Spaß haben werden. Auch sind die Preise für die Premium-Packs überraschend recht human. Selbst ausschließlich durch das Spielen von Einzelspielerkämpfen könnt ihr euch schnell genügend Coins für ein Pack erkämpfen, definitiv eine feine Sache.

Hier könnt ihr euch eure Move-Objekte nochmal genauer ansehen und sie euren Kämpfern zuweisen. Außerdem könnt ihr hier die genaue Tastenkombination nachschauen

Noch mehr Spielspaß & Authentische Präsentation

Neben den beiden großen Spielmodi Karriere und Ultimate Team gibt es eine Vielzahl von anderen Beschäftigungen, die sich wunderbar für kurzzeitigen Spaß eignen. Einer davon ist der Knockout-Modus. Hier dürft ihr nur eine bestimmte Anzahl an Wirkungstreffern kassieren, ansonsten folgt der direkte K.O. Auf Bodenkampf wird hier auch komplett verzichtet, sodass ein einzelner Kampf unter Umständen nicht mal eine Minute dauert. Im Best of 3, 5 oder 7 Modus versucht ihr nun die meisten Siege gegen euren Gegner einzufahren. Die Regeln und Steuerung ist hier schnell erklärt, sodass auch blutige Anfänger mit diesem Modus ihren Spaß haben werden. Solltet ihr den englischen Kommentator einstellen, wird sogar niemand geringeres als Snoop Dogg das Kampfgeschehen im Knockout-Modus kommentieren. Dadurch, dass UFC 3 eine doch sehr anspruchsvolle Kampfsimulation ist, bringt eine so simple Klopperei wirklichen frischen Wind ins Spiel.

Der Knockout-Modus sorgt für schnelle und spaßige Fights. Unterhalb der Ausdauerleiste seht ihr, wie viele Treffer ihr noch einstecken könnt, bevor ihr zu Boden geht

Neben dem Knockout-Modus und den Schnellkampf-Optionen für Offline- oder Online-Kämpfe gibt es noch viele weitere Spielmodi. In diversen Skill-Challenges könnt ihr euer Können beweisen und möglicherweise noch weiter verfeinern. Stand and Bang ist das reguläre Spielerlebnis komplett ohne Bodenkampf, und im Submission-Showdown müsst ihr euren Gegner als Erstes zur Aufgabe zwingen. Das Submission-System ist jedoch immer noch nicht wirklich stimmig und ist weiterhin eher nervend. Obwohl es sogar eine vereinfachte Version gibt, machen beide Minispiele nicht wirklich Spaß.

Die Highlights sind spektakulär und unglaublich gut in Szene gesetzt

Wirklich neu ist das ganze aber auch nicht. Ihr könnt weiterhin auf reale Events tippen um euch Boni zu sichern, aber auch das alles gab es schon im Vorgänger. Die Präsentation ist jedoch weiterhin in jedem einzelnen Modus erste Sahne. Mit den originalen Kommentatoren wird echten UFC-Fans zu jeder Zeit ein rundum authentisches Erlebnis geboten. Die Grafikengine agiert auf gewohnt hohem Niveau, grobe Aussetzer in den Animationen sind auf jeden Fall seltener geworden. Das Feedback bei eingesteckten oder ausgeteilten Wirkungstreffern ist wirklich authentisch, und besonders die Knockouts fühlen sich richtig gewaltig an, genau so wie es sein sollte. Es wurde jedes Register gezogen, um echten Fans ein authentisches Erlebnis zu bieten.

Hier kann man versuchen, das Ergebnis von Live-Events vorauszusagen und sogar diese nachzuspielen. Sehr interessant, vor allem für Fans die aktiv die UFC verfolgen

 

 

 

81%

UFC 3 ist eine solide Simulation des komplexen und wuchtigen Sports MMA. Die Präsentation und das ganze drumherum ist unglaublich authentisch, jeder Fan dieses Sports wird auf jeden Fall zufrieden sein. Leider fehlt es an vielen Stelle an neuen Features und Innovationen, sodass man auch Problemlos beim Vorgänger bleiben kann, ohne zu viel zu verpassen.

  • Grafik 87%
  • Sound 87%
  • Steuerung 79%
  • Umfang 80%
  • Story 72%