The Cave im Test

Ron Gilbert ist zurück. Der Schöpfer von legendären Adventures wie Maniac Mansion oder Secret of Monkey Island kehrt endlich zurück auf die Videospiel-Bühne. Und mit The Cave hat er eine sprechende Höhle mitgebracht. Ja ihr lest richtig. Und sieben verschiedene Charaktere müssen nun herausfinden, was diese Höhle für Geheimnisse in sich birgt. Wir haben das XBox Live Arcade Spiel getestet und zeigen euch was euch erwartet. 

Ron Gilbert kann man auch getrost den Gott der Adventure Spiele nennen. Mit Maniac Mansion oder Secret of Monkey Island hat er unvergessene Perlen der Adventure Geschichte zum Leben erweckt und noch heute hoffen alle auf eine Fortsetzung. Doch nun kehrt er mit einem anderen Titel zurück auf die Bildschirme. In The Cavemüssen sich drei von sieben Charaktere durch eine sprechende Höhle schlagen. Eine sprechende Höhle? Ja genau. Und diese ist auch noch sarkastisch, witzig und hat überhaupt kein Mitleid. Doch zunächst suchen wir uns drei Charaktere aus, mit denen wir die Höhle betreten wollen. Sofort werden dabei Erinnerungen an das gute Maniac Mansion geweckt. Auch dort mussten wir uns drei Charaktere aussuchen. Laut Ron Gilbert ist das aber eher Zufall, und hat nichts mit dem damaligen Adventure-Hit zu tun.

Die sieben unterschiedlichen Personen sind aber nicht ganz normale Leute wie Du und Ich, sondern eher etwas anders.  Da haben wir zum Beispiel den Mönch, der nicht nur seltsam aussieht sondern auch irgendwelche Geheimnisse mit sich trägt. Die Zwillinge, die alles nur zusammen machen und alles andere als brave Kinder sind. Die Abenteuerin, die immer auf der Suche nach ihren Freunden und auch nach den größten Schätzen der Welt ist. Die Wissenschaftlerin kann Systeme hacken und somit verschlossene Türen öffnen. Die Zeitreisende hat sich zur Aufgabe genommen, möglichst dahin zu reisen wo andere noch gar nicht waren…. in die Zukunft. Der Hillbilly ist ein romantischer Cowboy auf der Suche nach der großen Liebe und der Ritter der schon seit Jahren immer nur ein Schwert sucht.

Sieben Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein können. Gemeinsam machen sie drei von ihnen auf die Reise in die Höhle, um seltsame Geschichten zu erleben. Doch wie kommen wir eigentlich in die Höhle rein. Schließlich werden wir ausdrücklich vor den Betreten gewarnt. Mit Hilfe eines Brecheisens machen wir dir Bretter los und wagen den Sprung ins Dunkle. Nach den ersten Sprungpassagen stehen wir vor einer verschlossenen Tür. Leider ist diese nur für Angestellte bestimmt. Ein kurzer Gang nach rechts bringt uns in den Souvenir-Laden der Höhle. Ja, hier wurde an alles gedacht. Und der Humor von Ron Gilbert ist dabei sofort zu erkennen. Seltsam, wo nur dieser Grog-Automat herkommen könnte? Nun ja, zurück zu unseren Aufgaben. Der Souvenir-Laden Betreiber ist am Ende. Er ist kurz vor der Pleite und heult sich erstmal bei uns aus. Nachdem er uns seine Geschichte erzählt hat, hat er eine kleine Aufgabe für uns. Wir müssen ihm drei Souvenirs besorgen, damit der Laden wieder in Schwung kommt. Gesagt, getan. Zusammen mit unseren Freunden machen wir uns auf den Weg in die Höhle.

Jeder einzelne Charakter kann jederzeit mit dem Steuerkreuz angewählt werden. Und das ist auch dringend nötig, damit euch lange Wege erspart und auch zusammen interagieren könnt. So müsst ihr im ersten Level mal eben ein Monster fangen und somit den Weg frei machen. Ausgerüstet mit unserem Brecheisen machen wir uns am alten Brunnen und schnappen uns den Eimer, den wir später auf den Sicherungskasten stellen. Ansonsten gibt es nämlich einen tödlichen Stromschlag. Allerdings ist das nicht ganz so schlimm, das in diesem Spiel nicht gestorben wird. Das betont die sprechende Höhle auch jederzeit und lockert somit auch die Stimmung immer wieder auf. Die Sprüche des Sprechers sind zwar in englischer Sprache, dafür aber in einer hervorragenden Art und Weise. Wer in diesem Spiel nicht schmunzelt, dem ist nicht mehr zu helfen. Natürlich solltet ihr auch möglichst auf schwarzen Humor stehen, der wird in The Cave nämlich besonders groß geschrieben.

Nachdem wir das Monster gefangen haben, müssen wir als Ritter das Schwert von Excalibur herausziehen. Doch so einfach ist das natürlich nicht. Zunächst müssen wir um die Hand der Prinzessin anhalten, die wiederum will aber erst mal das gut bewachte Drachengold von euch sehen. Wir haben das Spiel mit mehreren Charakteren gespielt, um die verschiedenen Geschichten besser kennen zu lernen. Die Zwillinge haben dabei eine besonders fiese Geschichte. Sie wollen ihre Eltern nämlich zur Bestrafung mit Rattengift vergiften, und dabei ist ihnen keine Schandtat zuviel. Unser Sprecher gibt als Bonus auch ein paar fiese Kommentare dazu ab. Wer nicht so auf derben Humor steht, wird vielleicht ein wenig überfordert sein. Allerdings lebt das ganze Spiel von so einer verrückten Situationskomik. Auch die Wissenschaftlerin ist mehr als verrückt und muss eine Atombombe zum Starten bringen. Dabei stehen hundert Millionen Leben auf dem Spiel. Die Höhle sagt dazu nur läppisch: Man muss auch mal Opfer bringen können.

Grafisch erinnert alles an die früheren Point and Click Adventure, wobei die Animationen der Charaktere nun aber deutlich geschmeidiger und besser geworden sind.  Auch gewisse Ähnlichkeiten zu bekannten früheren Darstellern sind laut Ron Gilbert rein zufällig. Eure Aufgaben sind vielfältig. Ihr müsst Fässer rollen, Boote ins Wasser befördern oder jede Menge Hebel ziehen. Unfair wird es so gut wie nie, da alle Rätsel durchaus logisch sind. Allerdings solltet ihr dabei auch immer um die Ecke denken. Selbst wenn es noch so aussichtslos erscheint, solltet ihr alles einfach mal ausprobieren. In einem Level müsst ihr ein gelbes Plastikschild mit der Aufschrift “Vorsicht Rutschgefahr” mitnehmen, um einen Labortechniker aus dem Weg zu räumen. Hört sich nicht nur verrückt an, das ist es auch. Auch ein Affe will befreit werden und lässt sich mit Bananen bestechen. Affen? Da war doch mal was?

Die Steuerung funktioniert ganz gut, auch wenn es manchen Stellen zu einigen hakligen Stellen kommt. Habt ihr eine unglückliche Stelle erwischt, hilft nur noch ein Druck auf die beiden Schultertasten um mal eben schnell neu zu starten. Kommt nicht wirklich oft vor und ist auch nicht als Kritikpunkt anzusehen. Ein Spiel von Ron Gilbert und ein kein ausgedehntes Inventar? Hmmm, es geht auch ohne. Die wichtigsten Dinge die euer Charakter braucht, nimmt er einfach auf und benutzt sie an der jeweiligen Stelle. Warum also schwere Rucksäcke rumschleppen, wenn es doch so einfach gehen kann. Das Spiel ist eine Mischung aus Jump´n Run und Adventure, wobei der Mix wirklich gut funktioniert. Die kleinen Sprungeinlagen lockern das Ganze gut auf und bringen durch die kleineren Rätsel wieder Abwechslung. Natürlich gibt es hier und da auch ein paar Frustmomente, aber dank der Unsterblichkeit könnt ihr es immer wieder probieren.

Leider müssen wir bei The Cave auf eine deutsche Sprachausgabe verzichten, was aber alles andere als negativ ist. Die Stimme der Höhle ist genial und hat in manchen Situationen auch den ein oder anderen Tipp für euch. Auch die Hintergrundmusik passt sich dem Geschehen super an und bringt Atmosphäre ins Spiel. Unsere spielbaren Charaktere sind dagegen auf den Mund gefallen und geben keinen Pieps von sich. In den verwinkelten Höhlen-Abschnitten gibt es auch immer wieder Höhlen-Malerei zu entdecken. Diese bringen euch besonderes Grafiken, die zu jedem der sieben Charakter passen. Habt ihr alle gefunden, gibt es noch einen Extra-Erfolg. Leider ist das Spiel relativ schnell durchgespielt, was aber aufgrund der sieben Charaktere locker zu verschmerzen ist. Um alle Ecken der Höhle zu erkunden, müsst ihr eh mit jedem Charakter einmal gespielt haben. Und das macht auch beim zweiten oder dritten Mal noch Spaß.

Fazit:

The Cave ist ein Must-Have für Fans von Maniac Mansion oder Secret of Monkey Island. Obwohl das Spiel eigentlich nichts damit zu tun, erinnert es stark an die früheren Kult-Adventures. Die sieben verrückten Charaktere bringen alle eine eigene Geschichte mit und sorgen somit für gute Unterhaltung. Die Mischung aus Jump´n Run und Adventure klappt einwandfrei und kann überzeugen. Ron Gilbert zeigt eindrucksvoll, dass er es nicht verlernt hat und sorgt mit The Cave für ein erfrischendes neues Projekt, welches zeitweise an die guten alten Zeiten erinnert. Ach, das wichtigste fehlt ja noch: Das Spiel kostet euch 1200 Microsoft Points.

Wertung:

Gut

Markus

Markus

Chefredakteur bei Markus Biering Verlag
Chefredakteur, Inhaber MB Verlag, erster Ansprechpartner und Gründer von Games-Mag
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