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Syberia 3 bei uns im Test

Weit über zehn Jahre ist es her als der Vorgänger von Syberia 3 erschienen ist. Der Entwickler Microids hat sich das „Next-Gen-Adventure“ als Ziel gesetzt. Grundsätzlich funktioniert das Spiel, auch die Heldin finden wir toll … sie hätte das Potenzial eine kleine Lara Croft für das Adventure-Genre zu werden. Leider ist aber bei der Entwicklung so ziemlich alles schief gelaufen was nur schief laufen kann.

Von den Toten auferstanden

Falls ihr Teil 1 und 2 von Syberia verpasst habt ist das zwar grundsätzlich Schade (diese waren echt gut) da ihr ohne Vorwissen mit diesem Teil starten müsst aber grundlegend haben Kenner der vorigen Serienteile keinerlei Vorteil. Natürlich verkörpern wir wieder die Heldin Kate Walker. Diese befindet sich in Sibirien und liegt gerade im Sterben. Ein Nomadenvolk namens Youkol findet Kate. Die Heilerin des Stammes kann unsere Protagonistin zum Glück retten.

Endgültig erwacht unsere Heldin dann in einem Sanatorium wo wir angeblich entlassen werden, sobald wir wieder fit sind. Frau Dr. Olga und überhaupt der komplette Betreuerstab wirken beängstigend. Hier stimmt etwas ganz gewaltig nicht. Die Musik, die mysteriöse Stimmung und ein paar Rätsel sind so ziemlich die einzigen Lichtblicke Syberia 3 zu bieten hat.

Probleme über Probleme

Wo fangen wir nur an, wir sind ein bisschen ratlos wieso die Entwickler das Spiel unbedingt jetzt schon veröffentlichten mussten. Bereits in den ersten Minuten wird klar, hier fehlen etliche Monate an Feinschliff um Syberia 3 gut werden zu lassen. Als technische Basis dient die Unity-Engine, die ist normalerweise solide bis schön in der Optik, nicht so bei diesem Adventure. Es gibt absolut nicht nachvollziehbare Framerateeinbrüche die dazu führen das wir ganze Sätze von Gesprächen nicht hören oder lesen können.

Die Sprachausgabe ist absolut grausam, kein einziger Sprecher übt einen guten Job aus. Von der Synchronität der Lippenbewegungen wollen wir erst gar nicht anfangen. Immer wieder erblicken wir Übersetzungsfehler. Als Höhepunkt dient hierbei die Beschreibung eines Rätsels beim Uhrenmacher. Ohne die Hilfe von Google ist dieses Rätsel absolut unlösbar. Aber nicht alle Rätsel sind schlecht, immer wieder sind drei bis vier sehr gute aneinandergereiht und es breitet sich so etwas wie ein Spielfluss aus, nur um dann ein Mechanikrätsel zu bieten das man durch das allseits beliebte „Try n‘ Error“-Prinzip lösen darf – Stichwörter beispielsweise: der Kran oder das Schiff.

Empfehlung Controller

Syberia 3 verfügt über eine automatische Speicherfunktion, freies Speichern ist somit tabu. Direkt bei Spielstart wird uns die Steuerung mit einem Controller empfohlen. Bei einem Adventure? Bei Point & Click-Mechanik? Ein paar dezente WTF sausen durch unser Gehirn. Kurz darauf erfahren wir dann wieso dieses empfohlen wird, die Steuerung funktioniert nämlich mit WASD und die ist äußerst schwammig, langsam und ungenau. Leider ist auch die Steuerung via Controller nicht viel besser – wieder wurde schlampig gearbeitet.

Passend dazu gesellt sich eine sich automatisch einstellende Kameraperspektive. Das erinnert uns an die ersten Resident Evil Teile vor gefühlt zwanzig Jahren. Microids vernachlässigt die bewährte Point & Click-Steuerung und bietet dafür eine schlechte Kamera – wahrlich eine grandiose Entscheidung.

Fazit:

Ich weiß war ihr denkt, jetzt jammert er durchgehend über Syberia 3 und verpasst dem Adventure trotzdem noch eine 60iger Wertung – warum? Weil die Stimmung und die Musik wirklich gut sind. In seinen besten Momenten macht Syberia 3 auch Spaß nur leider kommen diese viel zu selten vor. Unterm Strich können hier nur Hardcore-Fans den Genres zugreifen, alle anderen machen einen verdammt großen Bogen um dieses Spiel oder warten noch zu bis das ganze Ding fertig gepatcht wurde, falls das überhaupt machbar ist – ich melde hier einfach mal Zweifel an…

mEssE
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Mitglied der Chefredaktion, Ansprechpartner Leseranfragen
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