Streitgespräch #2 – Remaster/Remakes muss das wirklich sein?

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Da unser erstes Streitgespräch unheimlich gut angekommen ist streiten wir nun fröhlich weiter, wenn wir ganz ehrlich sind brauchen wir das auch. Wieder starten Nico und mEssE in den Ring. Dieses Mal geht es um Remaster beziehungsweise Remake-Versionen von bekannten, legendären Games. Zwei Meinungen, ein Ring: „Let’s get ready to RUMBLEEEEEEE!“.

mEssE: Ich persönlich kann Neuauflagen von Spielen quasi nichts abringen, was soll das bringen? Der Mensch ist so gebaut das er die Vergangenheit immer rosiger in Erinnerung hat als sie es tatsächlich war. Wieso sollte man mit „schlechten“ Neuauflagen wie Secret of Mana, Age of Empires: Definitive Edition oder dem kommenden Burnout: Paradise seine Zeit verschwenden? Man zerstört seine schönen Erinnerungen, viele Titel, wenn nicht sogar alle altern einfach unglaublich schlecht. Es fehlen gängige Komfortfunktionen oder aber das Gameplay fühlt sich meist veraltet und/oder langweilig an…

Nico: Ich höre da ein leises „Früher war alles besser“ raus. Ich verstehe ganz klar, dass viele Spiele nicht gut gealtert sind und vielleicht nicht wirklich ein Remaster oder Remake gebraucht hätten, ABER mir fallen sehr schnell sehr viele gute Remakes und Remasters ein, die ich definitiv nicht hätte missen wollen. Darunter beispielsweise Majoras Mask 3D, die Crash Bandicoot N’Sane Trilogy oder jüngst Shadow of the Colossus. Ich will aber auch ganz klar unterscheiden: Remakes sind für mich Top, weil eben auch die veralteten Mechaniken und Physics abgeändert werden – bestenfalls ohne dabei den Charme des Spiels zu verlieren. Remasters sind da so eine Sache.. die müssen von wirklich gut gealterten Spielen sein.

mEssE: Stimmt da fängt es ja schon an, dass viele Menschen nicht mal den Unterschied kennen ^^. Ich bevorzuge Reboots wie es beispielsweise bei Tomb Raider passiert ist, das gefällt mir um Längen besser und ist dann auch wirklich das Geld, für einen Vollpreistitel, wert. Jetzt nehmen wir beispielsweise die Filmbranche her da würde niemand auf die Idee kommen einen Film wie Casablanca mit Farben auszustrahlen oder den Ton zu ändern. Man genießt das Original auch wenn es heute nicht mehr zeitgemäß wirkt. Wieso gibt es bei Spielen eine Art „Wegwerfmentalität“, wir möchten, dass es eine Kunstform ist also gehört diese auch so behandelt.

Nico: Wo du gerade über Filme redest: Wer wollte den neuen Jumanji? Die Referenzen waren echt nett, aber gut war er nicht. Ebenso ist es auch mit Spielen: Es gibt immer Leute die ein Re-Boot, -Master, -Make von IHREM Lieblingsspiel wollen, egal ob das sinnvoll ist. Was den Vollpreisaspekt angeht: Sehr oft sind Remakes etc. ja nicht Vollpreis, sondern bewegen sich ja zwischen 40-50 Euro. Das Ideale Beispiel ist für mich Crash Bandicoot: 40 Euro für 3 wirklich gut überarbeitete Titel – das erhoffe ich mir auch für Spyro. Aber wie Kunst: Wenn ein Stil ein Mal gut ist, dann wird er oft genutzt. Mir ist das Recht, ich will mir ja nicht ein altes verblasstes Bild ansehen, wenn ich das gleiche auch mit kräftigen Farben haben kann. Wobei ganz richtig ist das nicht, ich genieße meist Original und Neu-Umsetzung.

mEssE: Ja okay dann hast du jetzt ein gutes Spiel gefunden welches als Remaster anscheinend funktioniert, kann ich leider nicht beurteilen da ich es nicht gespielt habe. Aber wäre nicht ein neuer Teil um einiges geiler als wieder das gleiche zu zocken was man ja doch bereits kennt? Quasi neuer Wein aus alten Schläuchen. Wird ja beispielsweise bei jedem Fifa oder COD angeprangert, ist doch immer der gleiche Dreck. Im Grunde genommen ist ein Remaster genau, dass der gleiche Dreck den man schon mal gekauft hat und froh ist, wenn man ihn nochmal kaufen kann? Also sorry ich versteh diese Logik einfach nicht. Dann hat man seinerzeit das Spiel für 50-70€ gekauft und kauft es jetzt nochmals zum „günstigen“ Preis von 40-50€ … macht quasi 100€ im günstigsten Fall, so kann man natürlich auch Geld und Zeit verbrennen.

Nico: Oh da hast du mich in eine kleine Falle gelockt, da ich mich ja vor einiger Zeit sehr über jährliche Neuerscheinungen ausgelassen habe. Ich verstehe deinen Punkt dabei, aber finde auch, dass Remasters für mich erst dann Sinn machen, wenn die eigentlichen Spiele schon viele Jahre auf dem Buckel haben – sprich hätte man am Beispiel von Twillight Princess HD (Von Wii auf Wii U) gerne verzichten können – da 9 Jahre und eine rein auflösungstechnische Veränderung für mich auch keinen erneuten Vollpreis rechtfertigen.

Ich meine in der Theorie hätte man selbst das Wii Original problemlos auf der Wii U spielen können. Aber um mit meinem Glanzbeispiel Crash Bandicoot weiterzumachen: Zwischen Remaster und Original liegen hier 21 Jahre (1996-2017) und drei Konsolengenerationen – da bezahle ich gerne nochmal um alles in heutiger Engine, Grafik und Auflösung zu sehen.. vor allem wenn es dann noch ein Preis in der Mittelklasse ist. Also für mich macht Alter, möglicher Preis und möglicher Umfang aus ob ein Remake oder Remaster überhaupt in Frage kommen kann.

mEssE: Da muss ich dir zustimmen ein Remake/Remaster oder noch lieber ein Reboot von einem richtig alten Titel ist natürlich sehr gerne gesehen. Ich würde vermutlich bei Diablo 2 schwach werden aber auch hier ist das Spiel ja schon richtig alt. Etliche HD Remaster von beispielsweise der Vorgeneration (PS3, XBox 360) sind für mich aber absolut sinnbefreit den so schlecht sehen sie nun auch wieder nicht aus. Sie sind angenehm spielbar und das sollte dann doch jedem reichen.

Nico: Da haben wir ja nen gemeinsamen Punkt gefunden: Remasters, Remakes oder, wie du sagst, am liebsten Reboots von WIRKLICH alten Spielen, die beliebt waren, sehr gerne. Aber Spiele die fast genauso aussehen wie die Originale und vielleicht „gerade einmal“ 10 Jahre alt sind – nein danke, die wollen nur unser Geld.

mEssE: Find ich ebenfalls gut diesen Kompromiss, ich würde sagen so funktioniert es für uns beide … Endlich kommt das Versöhnungsbierchen.

Beide: Juhu!

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