Star Trek Catan bei uns im Test

Beam mich hoch Scotty

0

Catan – oder, wie es zu Beginn hieß, Die Siedler von Catan  gehört mittlerweile zu den bekanntesten und beliebtesten Gesellschaftsspielen unserer Zeit. Kein Wunder, dass zu diesem Spiel auch besondere Editionen erscheinen, wie zum Beispiel Star Trek Catan. Eben dieses galaktische Mehrspieler-Abenteuer haben wir uns etwas genauer angesehen.

Bekanntes Prinzip in neuem Gewand

Bei Star Trek Catan handelt es sich im Grunde um eine 1:1 Umsetzung des klassischen Catans, allerdings im Design der beliebten Sci-Fi-Serie. Anstatt Catan zu erobern erobert ihr eben den Föderationsraum und schnappt euch dessen Ressourcen. Schafe, Holz, Getreide, Lehm und Erz weichen Dilithium, Wasser, Nahrung, Sauerstoff und Tritanium. Auch hier gilt: Der erste Spieler der zehn Punkte erringt geht als Sieger hervor.

Die Vorbereitungen

Da es sich hier im Grunde um das selbe Spiel handelt, könnt ihr dies auch als eine Art Guide für das konventionelle Catan nehmen.

Zu beginn wird das Feld aufgebaut indem man den Rahmen zusammenbaut (entweder mit oder ohne „Häfen“), in diesem Rahmen werden die 18 Planeten und das Asteroidenfeld in Hexagon-Form positioniert. Anschließend werden auf den 18 Planeten-Feldern 18 Zahlenplättchen verteilt (zu diesen kommen wir später noch), wie ihr Planeten und Zahlen anordnet bleibt ganz euch überlassen. Anschließend bekommen alle noch zum Start von jeder Ressource eine Karte, eine Baukostenkarte (Übersicht welche Ressourcen man braucht um was etwas zu bauen), ihre Spielfiguren (Raumschiffe und Raumstationen) und eine Charakterkarte (Mister Spok, Capt. Kirk und andere aus dem Star Trek-Universum bekannte Charaktere). Die Charakterkarten sind beim normalen Catan NICHT dabei, sondern müssen als „Helfer von Catan“-Erweiterung für wenige Euros erworben werden. Die Charakterkarten bringen euch immer Vorteile, die ihr in der Regel bis zu zwei mal hintereinander einsetzen könnt. Die Spieler starten nun reihum jeweils  zwei Raumstationen mit jeweils einem Raumschiff zwischen den Planeten zu setzen. Zwischen den Raumstationen müssen MIND. zwei Raumschiffe Platz gelassen werden. Nun kann das Spiel auch schon beginnen.

Der Spielablauf

Nun beginnt das eigentliche Spiel. Der aktive Spieler wirft beide Würfel, jeder Spieler bekommt nun die Rohstoffe von den Planeten mit der gewürfelten Zahl (Beide Würfel werden addiert), natürlich sofern er eine Raumstation an diesen Planeten hat. Nachdem das geschehen ist darf der aktive Spieler entscheiden ob er etwas baut, tauscht (Man kann 4 gleiche Rohstoffe immer gegen einen anderen mit der „Bank“ tauschen, oder eben mit anderen Mitspielern), eine Entwicklungskarte zieht (immer verschiedene Effekte), den Effekt seiner Charakterkarte nutzt oder seinen Zug einfach beendet. Gebaut werden können die Raumschiffe (also Straßen), in Form der Enterprise, kleine Raumstationen und große Raumstationen (diese werden einfach auf die kleinen gesetzt). Der Zug gilt als beendet wenn der Spieler seine Würfel weitergibt. An dieser Stelle will ich mal kurz meckern, da die Würfel in meinen Augen nicht abgerundet genug sind und sie dadurch nicht auf jedem Untergrund gut rollen.

Besonders ist lediglich der Wurf einer „7“, da diese dazu führt, dass der Klingonenkreuzer (Im Orgiginal der Räuber) bewegt wird. Der aktive Spieler kann aussuchen wo der Klingone hinwandert; Von diesem Feld können keine Rohstoffe mehr gewonnen werden und er darf sich einen zufälligen Rohstoff eines, an das Feld angrenzenden, Spielers nehmen. Hat der Spieler, dem der Rohstoff genommen wird mehr als sieben Karten, so muss er die Hälfte der Karten abwerfen – es wird hierbei immer zu Gunsten des Spielers abgerundet. Das gilt bei jeder gewürfelten 7.

Tauschen statt verzweifeln

Der vorhandene Tauschmechanismus macht das Spiel wirklich sehr interessant. Man kann jederzeit während man am Zug ist Tauschgeschäfte mit seinen Mitspielern eingehen. Optional kann man sich auch an einen der Weltraum-Häfen am Rande des Spielbretts einnisten und somit eine gewisse Monopol-Stellung einnehmen.

Spielende

Das Spiel endet wie bereits erwähnt dann, wenn der erste Spieler 10 Siegpunkte erreicht hat. So bekommt man Siegpunkte:

  • 2 pro große Raumstation
  • 1 pro kleine Raumstation
  • 2 für die Größte Sternenflotte (durch den Besitz vondrei oder mehr „Sternenflotte greift ein“-Entwicklungskarten | Ihr müsst die meisten haben)
  • 2 für die Längste Versorgungsroute (durch fünf oder mehr aneinanderhängende Raumschiffe | ihr müsst die meisten haben)
  • Es ist auch möglich per Glück einzelne Siegpunkte per Entwicklungskarte zu ziehen

Schön und qualitativ?

Mit persönlich gefällt die Aufmachung und die Anpassung der Figuren  und Karten an die Thematik sehr gut. Das Design ist einfach schön und auch die Artworks haben etwas. Was den Inhalt angeht muss man hier auf nichts verzichten was Catan auch hat, im Gegenteil die „Die Helfer von Catan“-Karten sind dabei. Auch die Figuren sehen recht schick aus, nur leider ist der Antrieb der Raumschiffe für mich etwas zu dünn, so dass er recht einfach abbrechen kann (mir leider auch passiert). Anscheinend wusste KOSMOS das und hat genügend Ersatzteile von allen Figuren beigelegt, weswegen das Argument auch wieder etwas enthebelt wird.  Alles in Allem kann der Stil und auch die Qualität des Materials überzeugen.

In Kürze wird ebenfalls ein Unboxing zu dem Spiel auf unserem Youtube-Kanal erscheinen, das werden wir unter anderem auch hier verlinken.

Glück oder Strategie?

Sowohl als auch. Natürlich alles wobei gewürfelt wird hat etwas mit Glück zu tun. ABER auch wenn ihr Pech was die Rohstoffe angeht habt, so könnt ihr immer noch mit euren Mitspieler handeln und tauschen was das Zeug hält. Außerdem solltet ihr mit Bedacht wählen wo die nächsten Raumschiffe hin sollen und ob es beispielsweise sinnvoll ist schon jetzt eine gewisse Entwicklungskarte zu aktivieren oder lieber doch einfach abzuwarten. Ja Glück ist dabei, aber die Taktik siegt (zumindest in meinen Augen).

An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal herzlich bei Kosmos dafür bedanken, dass sie uns Star Trek Catan zur Verfügung gestellt haben.

89%
Ein Muss für alle Star Trek Fans mit gutem Brettspiel-Geschmack

Fazit

Momentan gehört das Spiel von Klaus Teuber zu meinen Lieblings-Gesellschaftsspielen. Ich denke deshalb (und auch aufgrund meiner Bewertung) werde ich euch nicht sagen müssen, dass ich wirklich viel Spaß mit dem Spiel hatte. Es handelt sich hier um eine wirklich perfekt umgesetzte Adaption - Fans werden sich freuen und dennoch bleibt das bekannte, gute Spielgefühl erhalten. Für Star Trek Fans ein wahres Must-Have. Für bereits-Besitzer des Original-Spiels, die nichts mit Star Trek anzufangen wissen, ist das Spiel aber wohl eher nichts. Auch gibt es, zumindest hierzulande, noch keine Erweiterungen zum Spiel. Ich kann euch das Spiel nur empfehlen. Es ist mit rund 35 Euro auch nicht viel teurer als das Original, außerdem ist ja auch schon die "Die Helfer von Catan"-Erweiterung quasi enthalten.

  • Umfang 100%
  • Spielspaß 95%
  • Visuelle Darstellung 90%
  • Glücksfaktor (Je höher desto weniger Glück) 70%