We Are The Dwarves bei uns im TestWe Are The Dwarves bei uns im Test
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We Are The Dwarves bei uns im Test

Wenn ein Spiel eine Kickstarter Kampagne anstößt und diese dann vor dem Abbruch nicht mal die Hälfte des angepeilten Geldes einnimmt, kann man das schon mal als böses Omen ansehen. Schafften die Entwickler von We Are The Dwarves trotzdem, was sie sich vorgenommen haben? Kurze Antwort: Leider nein, leider gar nicht.

Dabei scheint in den ersten Spielminuten alles rosig – man bekommt mit der neusten Unity Engine grafisch sehr stimmige Bilder vorgesetzt. Hinzu kommt: Der Astronauten(?) Epos mit SciFi-Zwergen-Besetzung wandert abseits ausgelatschter Storypfade und verspricht ein frisches, interessantes Setting, auch wenn bei Story und Hintergrundgeschichte dann doch gegeizt wird. Zusammengefasst stürzen drei mehr oder weniger „raumfahrende“ Zwerge ab bei dem Versuch die Rettung für ihr untergehendes Volk zu finden. Fortan steuert man das Trio durch eine fremde Welt samt feindlicher Flora und Fauna. Man setzt Spezialfertigkeiten ein und taktiert sich oft auch um Gegner herum, um die bockschweren Kämpfe zu vermeiden.

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Da zeigt sich auch das größte Problem: miserables Balancing des Schwierigkeitsgrades. Selbst der nachträglich reingepatchte „leichte“ Schwierigkeitsgrad, der immerhin freies Speichern erlaubt hilft da nur wenig. Denn die Gegnermassen bleiben trotzdem zu riesig, das im Prinzip nette „Wahrnehmungs-System“, durch das uns Gegner sowohl durch Hören als auch Sehen bemerken, bleibt zu keinem Zeitpunkt nachvollziehbar.
Und das Rohstoff-basierte Charakter-System bei dem wir unseren Zwerg der Wahl mit mehr Panzerung und Fertigkeiten aufrüsten können, ist zu undurchsichtig und fummelig zu bedienen.

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Apropos Bedienung – die hat auch so einige Mängel. So klebt die Kamera viel zu nah an der Spielfigur und der Winkel ist so steil, dass wir gefühlt kaum drei Meter in die Ferne schauen können und ständig mit der Maus herumrudern, um vielleicht doch noch etwas besser sehen zu können, wo wir da eigentlich gleich hineinlaufen werden.
Da helfen die sehr kleinen, Schlauchförmigen Areale die wir stets durchschreiten müssen auch nicht gerade.

Die Krönung des Ganzen ist die miserable Übersetzung, vor allem in Deutsche. Und das obwohl man sich auch hier mit der unmotivierten, englischer Sprachausgabe begnügen muss – nicht mal die deutschen Texte sind ansatzweise korrekt bzw. komplett übersetzt. Lässt man alle Spracheinstellungen auf Englisch, sind Übersetzung und Sprecher größtenteils in Ordnung, wenn auch wie gesagt eher bescheiden.

Das alles ist sehr schade, denn es macht ein im Kern sehr interessantes Spiel für alle die kein extrem frustresistenter Hardcoregamer sind, extrem unattraktiv. Wäre nur der Schwierigkeitsgrad hoch, könnte man We Are The Dwarves für eine Minderheit durchaus empfehlen. Artdesign, Grafik, Zwergenfähigkeiten und die Spielwelt (mit der Möglichkeit Gegnern Fallen zu stellen und sie etwa in Abgründe zu ballern) sind vielversprechend.

So fehlen dem Titel aber, sehr wahrscheinlich bedingt durch Geldmangel, mindestens 6 Monate weiterer Entwicklungszeit, um das Game angenehm spielbar zu machen. Leute die gerne Dark Souls und Co spielen, könnten es unter Umständen bei einem Sale mal probieren.

 


 
Unsere Wertung
65%


Fazit
Es kam mir schon verdächtig vor, dass die großen Spieleseiten das Spiel übergangen haben, obwohl es so hübsch aussieht. Jetzt weiß ich warum: Der Testprozess war extrem langwierig und enorm frustrierend. Wie der ein oder andere Test-Kollege habe auch ich mit mir gerungen, den Titel in die Tonne zu kloppen und aus Protest auf einen Artikel zu verzichten. Aber wer weiß, was in den kommenden Monaten noch am Spiel gepatcht wird, und ob nicht doch der/die ein oder andere Spaß an der Herausforderung findet, die das Zwergengame bietet. Potential ist ja da.